Studie am UKSH untersucht neuartigen Antikörper zur Therapie von Lymphdrüsenkrebs

Auf weißen Blutkörperchen von Patienten mit Chronischer Lymphatischer Leukämie docken zwei Rezeptoren an der Außenseite der Zelle aneinander (oben, blau dargestellt) und lösen über Bausteine an der Innenseite der Zelle (unten) eine Signalkaskade aus. Diese ist ein wichtiger Bestandteil der Umwandlung der Immunzelle in eine sich unkontrolliert vermehrende Krebszelle. Gafik: Dühren-von Minden

Als eines von weltweit drei Medizinischen Zentren ist die Klinik für Innere Medizin II – Hämatologie, Onkologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) für die wissenschaftliche Prüfung eines neuartigen Wirkstoffs zur Behandlung des Malignen B-Zell-Lymphom Lymphdrüsenkrebs ausgewählt worden.

Es handelt sich um eine Phase-I-Studie zur Behandlung von Patienten mit hochmalignem oder niedrigmalignem B-NHL (speziell follikuläres NHL) im Rezidiv. Ziel des Einsatzes des neuartigen Antikörpers zur Immuntherapie ist zum einen eine verbesserte Wirksamkeit, zum anderen die Verringerung der Nebenwirkungen.

Aufgabe der Wissenschaftler der Klinik für Innere Medizin II (Direktor: Prof. Dr. Dr. Michael Kneba) ist die Prüfung der Verträglichkeit der Substanz, die Erfassung des Nebenwirkungsprofils, die Bestimmung der optimalen Dosierung sowie die Überprüfung der Wirksamkeit des neuen Therapeutikums.

„Der einzige vergleichbare Antikörper hat in lymphatischen Leukämien, die auf alle bekannten Therapien nicht angesprochen hatten, langfristige Remissionen – also einen Rückgang der Erkrankung – erzielt, so dass das Wirkprinzip überzeugend scheint“, sagt Dr. Matthias Ritgen, Oberarzt an der Klinik für Innere Medizin II, der die Studie betreut.

„Sollte bei Studienteilnehmern ein Ansprechen gezeigt werden können, ist es möglich, die Therapie auch über das Studienende hinaus weiterzuführen.“ Die Studie wurde von der Ethik-Kommission der Christian-Albrechts- Universität zu Kiel geprüft und zustimmend bewertet. Eine Phase-I-Studie ist eine klinische Studie, bei der man einen Wirkstoffkandidaten erstmalig an Patienten testet. Dies ist auch für die Behandlung von Patienten mit schweren Erkrankungen (z.B. Krebspatienten) möglich, für welche die neue Behandlungsmethode potentiell eine Chance darstellt.

Bei Fragen zur Studie können sich niedergelassene Ärzte oder Patienten an die Studienkoordinatorin der Klinik für Innere Medizin II, Bettina Freymark, wenden unter Tel: 0431 597 3667 oder per E-Mail an bettina.freymark@uksh.de

Der Titel der Studie lautet: AFM11, a CD19/CD3 TandAb for the Treatment of CD19-positive malignancies (Non-Hodgkin Lymphoma and Acute Lymphoblastic Leukaemia)

Für Rückfragen stehen zur Verfügung:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Klinik für Innere Medizin II – Hämatologie, Onkologie Dr. Matthias Ritgen, Tel.: 0431 597-3667/5000, E-Mail: matthias.ritgen@uksh.de PD Dr. Christiane Pott, Tel.: 0431 597-3667/5000, E-Mail: c.pott@med2.uni- kiel.de

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.uksh.de

Pressemitteilung Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Oliver Grieve, Pressesprecher

Immuntherapie: Auf dem Weg in eine neue Ära?


Krebszeitung

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