Studie zur Inanspruchnahme des Mammographie-Screenings

Plakatmotiv Ich bin dabei - Kooperationsgemeinschaft Mammographie | Urs Kuckertz Photography

Im Vorfeld der 29. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie vom 11. bis zum 13. Juni 2009 in Düsseldorf wurde jetzt die erste repräsentative, wissenschaftlich begleitete Studie zur Inanspruchnahme des Mammographie-Screenings vorgestellt. Brustkrebs ist mit mehr als 57.000 jährlichen Neuerkrankungen noch immer die häufigste Krebserkrankung bei Frauen.

Ergebnisse der ersten repräsentativen, wissenschaftlich begleiteten Studie

Seit dem Allparteienbeschluss des Deutschen Bundestages im Jahre 2002 steht das Mammographie-Screening im Blick- und Kritikfeld des öffentlichen Interesses. Für die bundesweite Implementierung nach Europäischen Leitlinien wurde die Kooperationsgemeinschaft Mammographie eingerichtet. Sie musste neue Strukturen schaffen, personelle und technische Qualität definieren und kontrollierbar machen sowie ein schriftliches Einladungssystem mit dem Datenschutz in Einklang bringen.

Durch die aktuelle Studie gibt es jetzt Fakten statt Vorurteile. Die Women’s Health Coalition (WHC) und die Frauenselbsthilfe nach Krebs, Bundesverband e.V. haben mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit von Juli bis November 2008 eine wissenschaftlich begleitete Studie zum qualitätsgesicherten Mammographie-Screening durchführen lassen.

Mit der Abwicklung war das Institut Compagnon Stuttgart beauftragt. Die Befragung erfolgte in 10 Bundesländern, in denen das Mammographie- Screening seit mindestens einem Jahr lief. Zielsetzung und Hauptfragestellungen der Studie waren: Motivation für die Teilnahme am Mammographie-Screening, Ermittlung der Gründe für die Nicht- Inanspruchnahme des Mammographie-Screenings, Erste Erfahrungen von Teilnehmerinnen mit dem Mammographie-Screening, Identifizierung von
Wissens- und Informationsdefiziten für die weitere Kommunikationsstrategie.

Im Verlauf der Studie wurden 68.188 Haushalte nach dem Zufallsprinzip telefonisch kontaktiert. Hieraus wurde eine Stichprobe von 9.004 Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren rekrutiert, an die ein sechsseitiger strukturierter Fragebogen versandt wurde; 3.226 Fragebogen flossen zurück.

Das Mammographie-Screening wird von allen Früherkennungsmaßnahmen als die sicherste eingeschätzt und von 81 % der Teilnehmerinnen und 66 % der Nichtteilnehmerinnen in seinem Nutzen höher eingeschätzt als im Risiko der Strahlenbelastung. 89 % der Teilnehmerinnen und 76 % der Nichtteilnehmerinnen hatten mehr Vertrauen durch die Beurteilung von zwei Experten, für 88 % der Teilnehmerinnen erleichterten das Einladungsschreiben und die Terminvorgabe die Teilnahme am Mammographie-Screening. Es erhöht nach Meinung von 94 % der Teilnehmerinnen und 88 % der Nicht-Teilnehmerinnen die Heilungschancen bei Brustkrebs durch eine frühe Diagnose. Das Screening wird keineswegs als unpersönliche Massenabfertigung angesehen.

Die konsultierten Haus- und Frauenärzte haben ebenfalls eine positive Einstellung zum Mammographie-Screening: Die Frauenärzte z. B. haben den Teilnehmerinnen zu 91 % zugeraten, 8 % waren neutral, 1 % hat abgeraten.

Bei den Nicht-Teilnehmerinnen haben 74 % zugeraten, 22 % waren neutral und 4 % haben abgeraten.
Die Mehrzahl der befragten Frauen hat bereits Erfahrungen mit einer Mammographie. Die erbliche Vorbelastung wird als Hauptfaktor für die Entstehung von Brustkrebs angesehen. 60 % der Befragten wissen nicht, dass Brustkrebs und Alter in einem Zusammenhang stehen. Sie glauben, dass Mammographie-Screening Brustkrebs verhindern kann. Die befragten Frauen wollen mehr Informationen über die Sicherheit des Befundes haben, den Unterschied zur bisherigen Mammographie, die Verwendung ihrer Daten und zu den gesundheitlichen Risiken des Mammographie-Screenings. In diesen Bereichen liegt ein Verbesserungspotential.

Die Akzeptanz des Mammographie-Screenings ist hoch, wie sich sich in der Teilnahmerate zeigt: 66 % der eingeladenen Frauen haben am Mammographie-Screening teilgenommen. Wenn es mit einer Aussage bewertet werden sollte, dann mit dieser: 90 % der Teilnehmerinnen würden wieder teilnehmen und 89 % würden es einer Freundin oder Bekannten weiterempfehlen.

Die Veröffentlichung der Studie erfolgt im 3. Quartal 2009.

29. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie Düsseldorf,

11.-13. Juni 2009

Tagungspräsident: Prof. Dr. med. Ulrich R. Kleeberg

Tagungsort: CCD, Congress Center Düsseldorf

Organisation:

CTW – Congress Organisation Thomas Wiese GmbH
Hohenzollerndamm 125,
14199 Berlin,

Tel.: (030) 85 99 62-16,
Fax: (030) 85 07 98 26
E-Mail: senologie@ctw-congress.de
Internet: www.senologiekongress.de

Autorin:  Hilde Schulte, Bundesvorsitzende, Frauenselbsthilfe nach Krebs, Bonn

Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Senologie, Stefanie Schlüter


Krebszeitung

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