Immunzellen (T-Zellen) im Bauchspeicheldrüsenkrebs, die ihre Entzündungsstoffe (Zytokine) über den alternativen p38-Signalweg bilden und dadurch das Tumorwachstum fördern. Pathologisches Institut, Universitätsklinikum Heidelberg
Krebsthemen

Das Immunsystem gegen den Tumor aktivieren

19. März 2015 Detlef Hoewing 0

„Rasante Erkenntnisfortschritte sowohl über Tumoren als auch Immunreaktionen ermöglichen es uns Ärzten immer besser, das Immunsystem von Krebspatienten zum Verbündeten zu gewinnen. Oder richtiger: zurückzugewinnen. Denn Krebs entsteht ja da, wo das Immunsystem untätig ist.“ Das sagte Prof. Dr. Stefan Endres von der Universität München beim medizinischen Workshop ‚Immuntherapie von Tumoren: Erfolg für die Wissenschaft, Erfolg für den Patienten – und der wichtige Weg dazwischen‘ am 18.03. in Berlin. Veranstalter dieses von Endres und Dr. Dr. Kristian Löbner, MSD SHARP & DOHME, geleiteten Workshops ist die Paul-Martini-Stiftung, in deren Vorstand beide mitwirken. Bei Krebspatienten zeigt das Immunsystem bei der Erkennung und Zerstörung entarteter Zellen Schwächen. Erste Versuche, diese Form von Immunschwäche zu überwinden, knüpften schon im späten 19. Jahrhundert an der Beobachtung an, dass Tumoren mitunter schrumpfen, wenn Krebspatienten eine Infektion durchmachen. In den 1980er- und 90er-Jahren wurden dann erste gezielte Immuntherapeutika gegen Krebs entwickelt, darunter Interferon alfa gegen hämatologische Tumore. Seit Ende der 1990er Jahre wächst das Sortiment an Krebsmedikamenten mit monoklonalen Antikörpern. Viele von ihnen wirken immunonkologisch, indem sie die Tumorzellen markieren, so dass sie von Makrophagen entdeckt und beseitigt werden. Mit bispezifischen Antikörper-Derivaten, sogenannten BiTEs, ist es mittlerweile in Studien gelungen, effektiv die Beseitigung von Tumorzellen durch […mehr lesen]