Mit dem Dermascanner wird die Hautoberfläche des Patienten aus verschiedenen Positionen gescannt. © Dirk Mahler/Fraunhofer IFF
Hautkrebs

Berufskrankheiten: Anerkennung bestimmter Hautkrebsformen möglich

11. September 2013 Detlef Hoewing 0

Voraussetzung: langjährige Arbeit im Freien

Bestimmte Formen des Hautkrebses, aktinische Keratosen und das Plattenepithelkarzinom, können wie eine Berufskrankheit anerkannt werden. Grundlage hierfür ist die Wissenschaftliche Begründung des Ärztlichen Sachverständigenbeirats „Berufskrankheiten“ beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales, die am 12. August 2013 im Gemeinsamen Ministerialblatt veröffentlicht wurde. Voraussetzung für eine Anerkennung ist, dass die Betroffenen über viele Jahre im Freien gearbeitet haben und dabei lange natürlicher UV-Strahlung ausgesetzt waren. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) unterstützt die wissenschaftliche Empfehlung und fordert vor diesem Hintergrund, die Berufskrankheitenliste entsprechend zu ergänzen. Andere Hautkrebsarten wie Melanom und Basaliom sind nicht von der wissenschaftlichen Begründung erfasst. Hier gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keine ausreichenden medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnisse für eine arbeitsbedingte Verursachung, so dass die Voraussetzung für ihre Aufnahme in die Berufskrankheitenverordnung nicht gegeben ist.

Damit eine Krankheit als Berufskrankheit anerkannt werden kann, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Unter anderem muss wissenschaftlich belegt sein, dass bestimmte Personengruppen arbeitsbedingt ein höheres Erkrankungsrisiko haben als der Rest der Bevölkerung. Für aktinische Keratosen und Plattenepithelkarzinome liegt dieser Nachweis nun vor. Danach haben Beschäftigte, die über viele Jahre „in der Sonne“ gearbeitet haben, ein wesentlich höheres Erkrankungsrisiko für aktinische Keratosen und Plattenepithelkarzinome als die übrige Bevölkerung. Ursache hierfür ist, dass langjährige Sonnenstrahlung zu chronischen Schäden der Haut und nachfolgend zu Hautkrebserkrankungen führen kann.

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