Eine Tumorzelle an der inneren Wand eines Blutgefäßes. Der markierte Bereich ist rechts vergrößert dargestellt. Marco Prinz/Universität Freiburg
Forschung

Dem Krebs das Wasser abgraben

5. Dezember 2012 Detlef Hoewing 0

Das Neurologische Institut am Frankfurter Uniklinikum hat wegweisende Erkenntnisse über die Blutversorgung von Tumoren gewonnen und damit die Grundlage für bessere Medikamente zur Krebsbehandlung geschaffen. Die Resultate wurden in den renommierten Fachjournalen Blood und Journal of Experimental Medicine publiziert.

In der Krebstherapie wird in den letzten Jahren zunehmend darauf gesetzt, die Blutversorgung und damit das Wachstum von Tumoren zu verhindern. Man nennt diesen Vorgang Anti-Angiogenese (Angiogenese ist die Neubildung von Blutgefäßen). Auf diesem Gebiet konnten zwei Arbeitsgruppen des Neurologischen Instituts (Edinger-Institut) am Klinikum der J.W. Goethe- Universität wegweisende Erkenntnisse gewinnen und diese in hochrangigen internationalen Journalen publizieren.

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Nach der Geburt wachsen bei der Maus die Blutgefäße zentrifugal in die Netzhaut ein. Nach Blockade von Angiopoietin-2 (rechts) weist das Gefäßnetz der Netzhaut mehr Lücken (grün, >40µm) auf und die Retina wächst langsamer. - Quelle: Hellmut Augustin, Deutsches Krebsforschungszentrum
dkfz

Doppelte Wirkung auf Tumorblutgefäße

30. Mai 2012 Detlef Hoewing 0

Nach der Geburt wachsen bei der Maus die Blutgefäße zentrifugal in die Netzhaut ein. Nach Blockade von Angiopoietin-2 (rechts) weist das Gefäßnetz der Netzhaut mehr Lücken (grün, >40µm) auf und die Retina wächst langsamer. - Quelle: Hellmut Augustin, Deutsches KrebsforschungszentrumDie Neubildung von Blutgefäßen (Angiogenese) gilt als eines der wichtigsten Angriffsziele für neue Krebstherapien. Einer der Hauptregulatoren der Angiogenese ist das Signalmolekül Angiopoietin-2 (Ang-2). Wissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum und an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg entdeckten nun, dass Ang-2 die Gefäßneubildung sogar auf zweierlei Weise beeinflusst: Es wirkt einerseits auf das Aussprossen neuer Kapillaren, andererseits beeinflusst es die Ausreifung des neugebildeten Gefäßsystems. Gegen Ang-2 gerichtete Krebstherapien könnten die Gefäßneubildung daher von zwei Seiten zugleich angreifen.

Sobald sie die Größe eines Stecknadelkopfes erreicht haben, sind Tumoren auf neue Blutgefäße angewiesen. Diese Neubildung von Adern bezeichnen Wissenschaftler als Angiogenese. In diesen Prozess einzugreifen („Anti-Angiogenese“) gilt als vielversprechender Ansatz in der Krebsmedizin. Die bereits verfügbaren Medikamente, die verhindern, dass neue Blutkapillaren aussprossen, blieben allerdings hinter den hochgesteckten Erwartungen zurück.

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