Krebshilfe
Bauchspeicheldrüsenkrebs

Bakteriengift soll Krebszellen zerstören

17. Juli 2014 Detlef Hoewing 0

Lebensmittelkeim im Kampf gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs Berlin (gb) – Ein Darmkeim, der eigentlich Lebensmittelvergiftungen auslöst, könnte zukünftig in der Krebstherapie eingesetzt werden: Das Bakterium Clostridium perfringens sondert einen Giftstoff ab, die Hülle von Tumorzellen durchlöchert und diese so zerstört. Berliner Wissenschaftler untersuchen derzeit die Wirksamkeit des Bakteriengiftes gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Forschungsprojekt mit 240.000 Euro. Ob Rind, Fisch oder Geflügel – verdorbene Fleischwaren sind der bevorzugte Aufenthaltsort des Lebensmittelkeims Clostridium perfringens. Gelangt das stäbchenförmige Bakterium durch den Verzehr der schlecht gewordenen Lebensmittel in den Magen und weiter in den Darm, drohen Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen. Ursache für die Symptome ist ein spezieller Giftstoff, den der Keim absondert – das sogenannte Clostridium perfringens Enterotoxin. Im Darm freigesetzt, erkennt das Enterotoxin zwei Moleküle auf der Oberfläche von Zellen der Darmschleimhaut, die als Claudin-3 und Claudin-4 bezeichnet werden. An diese Moleküle heftet sich der Giftstoff und beginnt damit, die Zellhülle zu durchlöchern. Mit verheerenden Folgen: Die schwer beschädigte Zelle stirbt ab. Diesen Effekt wollen sich die Wissenschaftler des Experimental and Clinical Research Center der Berliner Charité und des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin Berlin-Buch im Kampf gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs zunutze machen. Ebenso wie Darmzellen besitzen auch Tumorzellen der Bauchspeicheldrüse große Mengen von Claudin-3 […mehr lesen]