Postkarte für die Darmkrebs-Vorsorge - Quelle: Dr. Thomas Block
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Wirksam und sicher – Bewertung der ersten zehn Jahre Darmspiegelung in der Krebsvorsorge

5. November 2014 Detlef Hoewing 0

Wissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum werteten die Daten der ersten zehn Jahre der Vorsorge-Koloskopie (Darmspiegelung) aus: Ihr Fazit: Durch die etwa 4,4 Millionen Vorsorge-Koloskopien wurden circa 180.000 Darmkrebsfälle verhütet. Dem stehen 4500 Überdiagnosen gegenüber. Deutschland war 2002 eines der ersten Länder weltweit, das die Darmspiegelung als Bestandteil des gesetzlichen Krebsvorsorgeprogramms eingeführt hat. Zehn Jahre nach dem Start dieses Programms ziehen nun Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum Bilanz: Wie viele Krebsfälle konnten durch das Screening-Programm bisher verhütet, wie viele Tumoren frühzeitig entdeckt werden? Und wie steht es um die Überdiagnosen, also denjenigen bösartigen Befunden, die zu Lebzeiten der Betroffenen gar nicht klinisch in Erscheinung getreten wären? Die Forscher zogen für ihre Studie die Befunde der 4,4 Millionen Vorsorge-Koloskopien heran, die zwischen 2003 und 2012 durchgeführt wurden. „Das ist die bisher umfassendste Auswertung des nationalen Vorsorge-Koloskopie-Programms“, sagt Studienleiter Prof. Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum, der die Berechnungen durchgeführt hat. Grundlage für die Berechnungen ist ein mathematisches Modell, das neben den Befunden und der Sterblichkeitsrate unter anderem auch berücksichtigt, mit welcher Häufigkeit und in welchem Zeitraum sich verschiedene Darmkrebsvorstufen zu bösartigem Krebs weiterentwickeln. Insgesamt wurden in den ersten zehn Jahren Vorsorge-Koloskopie 180.000 Krebsvorstufen entdeckt und konnten gleich während der Untersuchung entfernt werden. Die Ärzte […mehr lesen]