Das DNA-Molekül ist um eine Spule aus Histon-Proteinen geschlungen. Bild: Emw, Wikimedia Commons
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Defekte Erbgut-Verpackung bei bösartigem Hirntumor

9. Februar 2012 Detlef Hoewing 0

Das DNA-Molekül ist um eine Spule aus Histon-Proteinen geschlungen. Bild: Emw, Wikimedia CommonsGlioblastome gelten als besonders aggressive Hirntumoren. Bei Kindern mit dieser Erkrankung entdeckten Heidelberger Wissenschaftler Genveränderungen, die sich auf die Funktion der DNA-Verpackungsproteine auswirken: Diese so genannten Histone dienen der Zelle als Spulen, auf die das Erbgut gewickelt wird. Gleichzeitig steuern sie die Genaktivität. Mutationen in Histon-Genen wurden bislang bei keiner anderen Erkrankung beobachtet. Die Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum, dem Universitätsklinikum Heidelberg und der kanadischen McGill-Universität veröffentlichten ihre Ergebnisse nun in der Zeitschrift „Nature“.

Glioblastome wachsen äußerst aggressiv in gesundes Hirngewebe ein und sind darüber hinaus hochgradig resistent gegenüber Strahlen- und Chemotherapie. Daher gelten sie als die bösartigsten aller Hirntumoren. Die heute verfügbaren Behandlungsverfahren können oft nur wenig gegen die Erkrankung ausrichten. An einem Glioblastom können Menschen jeden Alters erkranken, Kinder sind jedoch seltener betroffen als Erwachsene.

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