Brusttumor

Strahlentherapie beim Mammakarzinom

Spezielle Wundauflagen können der Entstehung strahleninduzierter Hautreaktionen entgegenwirken

Nach der Diagnose Brustkrebs hatte Patientin Anne Dickgreber große Angst vor der Strahlentherapie. Gemeinsam mit ihrem Radiologen probierte sie Mepilex® Lite – und blieb erythemfrei.Erkrath, den 23.04.2013. Mammakarzinom-Patientinnen können der Strahlentherapie jetzt entspannter entgegensehen: Kontrollierte Studien belegen, dass die Verwendung der Wundauflage Mepilex® Lite die Entstehung strahleninduzierter Hautreaktionen verhindern oder diese lindern kann. Mit einer Informationskampagne werden Ärzte und Patientinnen jetzt über Details des neuen Verfahrens informiert. Eine Website hält nicht nur wissenschaftliches Informationsmaterial bereit, sondern informiert auch aus Patientinnensicht über die neue Therapieoption. Im Mittelpunkt steht die Lebensqualität der Erkrankten. Auf dem DEGRO in Berlin, wo vom 8. bis zum 12. Mai die neuesten Optionen der onkologischen Strahlentherapie diskutiert werden, wird die Kampagne der Öffentlichkeit vorgestellt.

„Als ich zu meinem Radiologen kam und ihn bat, das Verfahren ausprobieren zu dürfen“ hat der erst einmal abgelehnt, berichtet Patientin Anne D. Die 58-jährige Architektin, bei der nach ihrer brusterhaltenden Operation eine Strahlentherapie vorgenommen werden sollte, gab jedoch nicht auf. Sie überzeugte ihren behandelnden Radiologen mit Hilfe von zwei aktuellen Studien1,2, die im Jahr 2010 und 2012 in Neuseeland an Mammakarzinom-Patientinnen durchgeführt worden waren.

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Moderne Strahlentherapie bei Brustkrebs schädigt das Herz nicht

Radioonkologen betonen: Das Berücksichtigen der Herzdosis ist entscheidend

Berlin – Im März 2013 veröffentlichten britische Forscher die Ergebnisse einer Untersuchung zum Risiko von Herzerkrankungen nach Strahlentherapie bei Brustkrebspatientinnen aus Skandinavien. Nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) bestätigen die Daten die aktuelle Praxis in Deutschland, bei der CT-gestützten Bestrahlungsplanung unbedingt die Dosis am Herzen unterhalb der kritischen Schwellendosis zu halten. Die Meta-Analyse bezieht sich auf Daten der letzten fünf Jahrzehnte bei Patientinnen aus Dänemark und Schweden. Heutzutage ist die Strahlendosis jedoch wesentlich geringer, die Bestrahlung wird exakt geplant und mit modernen Geräten durchgeführt. Damit ist die Strahlenbelastung innerer Organe gering, erklärt die Fachgesellschaft.

Häufig wird im Anschluss an eine Brustkrebsoperation eine Bestrahlung durchgeführt, um so einen Rückfall des Krebsleidens zu verhindern und die Heilungschancen zu verbessern. In einer aktuellen Studie im New England Journal of Medicine hatten Experten der Universität Oxford nun erklärt, dass das Risiko für Herztodesfälle nach der Bestrahlung bei Brustkrebspatientinnen erhöht sei. Zugrunde lagen die Krankenakten von fast 2200 Frauen aus Dänemark und Schweden aus den Jahren 1958 bis 2001. „Das Ergebnis ist für uns nicht neu“, erklärt Professor Dr. med. Jürgen Dunst, Präsident der DEGRO und Direktor der Klinik für Strahlentherapie an der Universität Lübeck. „Schon seit Jahren ist aus anderen Meta-Analysen ein erhöhtes Risiko für Todesfälle infolge von Herzerkrankungen durch Bestrahlung bekannt, wenn die Schwellendosis am Herzen überschritten wird.“ Insbesondere in den 1970er und 1980er Jahren waren die Strahlendosen am Herzen höher. Bei Frauen, die in dieser Zeit bestrahlt wurden, war daher das Risiko für Folgeerkrankungen erhöht.


Brustkrebsrisiko: Gene und Umwelt wirken gemeinsam

Brustkrebsrisiko - © dkfz.deWissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg belegen erstmals, dass genetische und umweltbedingte Risiken für Brustkrebs nicht unabhängig voneinander agieren. So beeinflusst etwa der Genuss von Alkohol oder die Anzahl der Geburten das Risiko für Brustkrebs. Wie stark dieser Einfluss ist, hängt jedoch davon ab, welche genetischen Merkmale eine Frau in ihren Zellen trägt. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler jetzt in Plos Genetics veröffentlicht.

Ob eine Frau an Brustkrebs erkrankt oder nicht, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Die Gene spielen eine Rolle, die Umwelt und das persönliche Verhalten. Zu den genetischen Risikofaktoren zählen die beiden Hochrisiko-Gene, BRCA1 und 2. Sie erhöhen das Risiko um das 10fache, sind aber aufgrund ihres seltenen Vorkommens nur für rund 5% aller Brustkrebsfälle verantwortlich. Darüber hinaus führten Erbgutvergleiche von Brustkrebspatientinnen und gesunden Frauen über 20 genetische Varianten zutage, die das individuelle Brustkrebsrisiko moderat beeinflussen. Zu den Umwelt- und Verhaltenseinflüssen zählen das Alter bei der ersten Regelblutung, die Anzahl der Geburten und Dauer des Stillens, das Gewicht, die Größe, die Einnahme von Hormonen zur Empfängnisverhütung oder zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden, der Genuss von Alkohol, Rauchen und körperliche Aktivität.


„Intervallkarzinome“ beim Mammografie-Screening:

Wie kann Ultraschall die Brustkrebsfrüherkennung verbessern?

Mammografie-Früherkennungsuntersuchungen finden im Deutschen Screening-Programm für GKVKassen- Patientinnen alle zwei Jahre statt. Leider lassen sich im Screening mit der Mammografie nie alle Tumore entdecken. Einige Karzinome sind einfach nicht sichtbar (okkult), andere sehen so harmlos aus, dass keine weitere Abklärung vorgenommen wird (minimale Zeichen), weitere werden aus technischen oder Untersuchergründen übersehen (falsch-negative). Insbesondere wachsen jedoch auch nach einer unauffälligen Mammografie-Screening-Untersuchung neue Brustkrebse heran (echte Intervallkarzinome).

Wenn ein Brustkrebs vor dem regulären nächsten Screening-Termin durch Zufall aufgrund eines Tastbefundes oder durch eine andere bildgebende Untersuchung wie der Sonografie diagnostiziert wird, spricht man von einem Intervallkarzinom. Nach den Europäischen Leitlinien soll die Häufigkeit dieser Intervallkarzinome im ersten Jahr nach einer unauffälligen Mammografie- Screening-Untersuchung weniger als 30 Prozent und im zweiten Jahr weniger als 50 Prozent aller in dem Zeitintervall neu diagnostizierten Brustkrebse betragen (sogenannte Hintergrundinzidenzrate). Diese Zielwerte liegen in anderen deutschen Modellprojekten oder europäischen Screening- Programmen etwa bei 30 Prozent beziehungsweise 60 Prozent.


Vom Farb-Doppler- bis zum 3-D-Ultraschall

Neueste ultraschallmedizinische Verfahren und Techniken zur Beurteilung von Brustkrebs

Die technischen Möglichkeiten der Mammasonografie entwickeln sich ständig weiter. Die Mindestanforderungen sind in der Ultraschallvereinbarung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) fixiert. Die konventionelle Mammasonografie wird mit einem circa vier Zentimeter breiten Schallkopf und einer Mindest-Sendefrequenz von sieben MHz durchgeführt als „Freihand“-Ultraschall. Das heißt, dass die weibliche Brust von der Untersucherin/dem Untersucher abschnittsweise mit dem Ultraschallkopf untersucht wird. Der Vorteil ist, dass jeder Bereich in einer schmalen Breite und mit maximaler Bildgröße untersucht wird. Die Nachteile sind die möglichen Lücken dieser Untersuchung und die fehlende Vergleichbarkeit mit Voruntersuchungen, da unauffällige Abschnitte nicht dokumentiert werden können.

Neuere Techniken versuchen die „Freihand“-Mammasonografie zu verbessern, zum Beispiel durch höhere Sendefrequenzen (Hochfrequenz-Ultraschall mit bis zu 16 MHz) oder durch veränderte Einfallwinkel der Ultraschallwellen, die den Tumor dann von allen Seiten „abtasten“ können (sogenannter X- oder Cross-Beam oder Sono-CT) oder auch durch die Hinzunahme weiterer Ultraschalltechniken wie den Doppler-Ultraschall oder den Amplitudenkodierten Ultraschall zum Nachweis von Tumorgefäßen, auch optimiert mit Ultraschallkontrastmitteln.


Qualifizierte Ärzte und hochwertige Ultraschallgeräte für die Brustkrebsdiagnostik – woran erkennen Patientinnen die geeignete Praxis?

Das Mammakarzinom ist mit Abstand das häufigste Karzinom der Frau. Zur Erkennung und Behandlung stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Neben der Mammografie ist die Mammasonografie die Technik mit der besten Entdeckungsrate. Im Vergleich zur Röntgenmammografie hat die Mammasonografie nicht das Risiko einer Strahlenbelastung.

In Deutschland wird als technische Voraussetzung für eine Mammasonografie ein linearer Ultraschallkopf mit einer Sendefrequenz von 7 MHz und mehr zur sonografischen Untersuchung der Brust gefordert. Eine spezielle Ausbildung für diese Fertigkeit, im Rahmen der meist fünfjährigen Ausbildungszeit zum Facharzt für Frauenheilkunde oder Radiologie, ist nicht immer gegeben. Die Anzahl der nachzuweisenden sonografischen Untersuchungen ist festgelegt. Es wird gefordert, dass sonografisch tätige Ärzte, die diese Untersuchungen durchführen wollen, spezielle Kurse besuchen.


Brust-Scan in 3-D:

Neues Ultraschallverfahren bemisst Erfolg von Chemotherapie bei Brustkrebs

Berlin, 21. März 2013 – Die 3-D-Ultraschalltechnik ermöglicht es Ärzten, Tumore in der Brust in ihrem gesamten Volumen darzustellen. Die neueste Entwicklung dieser Technologie, die „automatisierte Volumendarstellung der Brust“ (ABVS), eignet sich nach Auffassung von Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) besonders gut, um den Erfolg einer Chemotherapie zu beurteilen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Ergebnisse des Brustultraschalls bereits ohne die Anwendung der neuen Technik mit denen der Brust-Magnetresonanztomografie vergleichbar sind. Es ist zu erwarten, dass die ABVS die Resultate nochmals verbessert, betonen die Experten auf der heutigen Pressekonferenz der DEGUM in Berlin. Entsprechende Studien hierzu stehen allerdings noch aus.

„Der große, mechanisch geführte Ultraschallkopf des Gerätes gewährleistet eine lückenlose Durchuntersuchung, die gleichzeitig auch dokumentiert wird“, erklärt Professor Dr. med. Jens-Uwe Blohmer, Chefarzt der Abteilung Frauenheilkunde und Geburtshilfe und Leiter des Brustzentrums City am Sankt Gertrauden-Krankenhaus in Berlin. Jeder Bereich der Brust wird gescannt und dokumentiert, und zwar auch dann, wenn er unauffällig ist. „Die gespeicherten 3-D-Ultraschallbilder können standardisiert, systematisch untersucht und mit vorherigen Ergebnissen verglichen werden“, erklärt Blohmer. Damit eigne sich das Verfahren besonders gut zur Nachkontrolle im Anschluss an eine Chemotherapie. „Schlägt die Behandlung an, können wir auf den Ultraschallbildern verfolgen, wie der Tumor schrumpft“, so der Experte.


Verbesserte OP-Planung mittels Ultraschall bei Brustkrebs

Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin:

Berlin, 21. März 2013 – Bis zu 60 000 Frauen in Deutschland erkranken jährlich neu an Brustkrebs. Zur Therapie gehört in vielen Fällen eine Operation. Wie eine aktuelle Studie zeigt, verbessert sich das chirurgische Ergebnis für die Patientinnen, wenn behandelnde Ärzte den Tumor mittels Ultraschall vermessen. In der Studie entfernten die Operateure ein Drittel weniger Brustgewebe als Kollegen, die sich anhand ihres Tastsinns orientierten. Zudem brauchten ihre Patientinnen seltener eine Nachbehandlung. Über die Vorteile der „Mammasonografie“ bei Früherkennung, Therapie und Nachkontrolle von Brustkrebs informieren Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) heute auf der Pressekonferenz in Berlin.

Um bei einer Operation die Ausdehnung des Tumors zu erkennen, waren die Operateure lange Zeit auf ihre Sicht und auf ihren Tastsinn angewiesen. Die Abgrenzung vom gesunden Gewebe ist jedoch schwierig und es besteht die Gefahr, dass mehr Gewebe als nötig – oder zu wenig – entfernt wird. Im ersten Fall wird das Erscheinungsbild der Brust stärker beeinträchtigt als notwendig, was für die Betroffenen eine zusätzliche psychische Belastung darstellen kann. Im zweiten Fall wird eine weitere Operation notwendig, wenn in der feingeweblichen Untersuchung unter dem Mikroskop Krebszellen am Schnittrand gefunden werden. Besonders schwierig ist die Situation bei Brustkrebs.


Brustkrebs bei Frauen auch zwischen Screening-Terminen

Ultraschall kann „Intervallkarzinome“ entdecken

Berlin, 21. März 2013 – Zwischen zwei Röntgen-Reihenuntersuchungen zur Früherkennung von Brustkrebs wachsen bei einigen Frauen Tumore heran. Mittels Ultraschall könnten Ärzte einige dieser Tumore schon vor dem nächsten Screening-Termin entdecken und einer Therapie zuführen. Welche Konzepte den zusätzlichen Ultraschalluntersuchungen bei der Früherkennung von Brustkrebs zugrunde liegen, ist Gegenstand der heute in Berlin stattfindenden Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM).

Seit dem Jahr 2005 bieten Krankenkassen Frauen in Deutschland die Teilnahme an einem nationalen Mammografie-Screening-Programm an: Versicherte zwischen 50 und 69 Jahren haben alle zwei Jahre Anspruch auf eine Röntgenuntersuchung der Brust, eine Mammografie. Ziel des Programms ist es, möglichst viele Brustkrebsfälle früh zu erkennen und den betroffenen Frauen dadurch eine frühe Behandlung und Heilung zu ermöglichen. Erste wissenschaftliche Ergebnisse zum Programm zeigen, wie viele Brustkrebserkrankungen zudem im zweijährigen Screening-Intervall diagnostiziert werden.


Brustkrebsmarker im Blut identifiziert

Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der RWTH Aachen entwickeln einen blutbasierten Brustkrebs-Früherkennungstest

Brustkrebs früh und möglichst schonend für die Patientin zu diagnostizieren, ist das Ziel einer Aachener Forschergruppe unter Leitung von Univ.-Prof. Dr. rer.nat. Edgar Dahl. Die Wissenschaftler der Arbeitsgruppe Molekulare Onkologie am Institut für Pathologie des Universitätsklinikums Aachen haben zwei so genannte Tumorsuppressor-Gene identifiziert, die sich mit einem speziellen Verfahren als Brustkrebsmarker im Blut nachweisen lassen. Die Ergebnisse einer ersten Studie haben die Wissenschaftler jetzt in der Zeitschrift „Breast Cancer Research“ veröffentlicht.