Frauen

Mammografie-Screening: IQWiG legt Entwurf für Entscheidungshilfe vor

Das Ziel: Frauen beim persönlichen Abwägen von Nutzen und Schaden besser unterstützen / IQWiG bittet um Stellungnahmen Seit 2009 wird die Brustkrebs-Früherkennungsuntersuchung (Mammografie-Screening) deutschlandweit angeboten. Dazu bekommen Frauen im Alter zwischen 50 und 69 alle zwei Jahre eine Einladung zur Mammografie und eine Informationsbroschüre (Merkblatt). Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat…

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Kostenloser Ratgeber beantwortet die häufigsten Fragen zum Thema Brustkrebs

Kronberg – Über 70.000 Frauen erkranken in Deutschland jedes Jahr an Brustkrebs, damit ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Dennoch gibt es erschreckende Wissenslücken über diese Krankheit, wie eine jüngst veröffentlichte Untersuchung der Barmer GEK und der Bertelsmann Stiftung zeigte: Rund 30 Prozent der befragten Frauen waren beispielsweise der…


Neue Daten zu Krebs in Deutschland

Im Jahr 2010 sind in Deutschland 252.400 Männer und 224.900 Frauen an Krebs erkrankt, das hat eine aktuelle Schätzung des Zentrums für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut gezeigt. Am häufigsten sind bei Männern Prostatakrebs (65.830) und Lungenkrebs (35.040), Frauen sind am häufigsten von Tumoren der Brustdrüse (70.340) und des Darms (28.630) betroffen. Diese und viele weitere Ergebnisse enthält die gerade veröffentlichte 9. Ausgabe von „Krebs in Deutschland“. Die Broschüre wird gemeinsam vom Robert Koch-Institut und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland (GEKID) publiziert und erscheint alle zwei Jahre. Als ergänzendes Angebot des RKI ist ab sofort unter www.krebsdaten.de auch eine Datenbank mit individueller Abfragemöglichkeit verfügbar, die jährlich aktualisiert wird.

Die Zahl der Krebsneuerkrankungen hat zwischen 2000 und 2010 bei Männern um 21 %, bei Frauen um 14 % zugenommen. Dies liegt im Wesentlichen an der steigenden Zahl älterer Menschen im Rahmen des demografischen Wandels. Die altersstandardisierten Erkrankungsraten zeigen, dass es ohne diese demografische Veränderung bei Männern keine Zunahme von Krebsfällen geben würde. Bei Frauen wäre es nur zu einem Anstieg um etwa 7 % gekommen. Hierbei handelt es sich weniger um einen tatsächlichen Anstieg des Krebsrisikos als um einen auch international häufig beobachteten Effekt der Einführung des Mammographie-Screenings. Er ist darauf zurückzuführen, dass zumindest in der Anfangsphase eines solchen Programms mehr Tumoren, vor allem Frühstadien des Brustkrebs, entdeckt werden. Für 2014 ist damit zu rechnen, dass etwa eine halbe Million Menschen (davon ca. 236.000 Frauen) an Krebs erkranken.


Hemmung des Onkoproteins AVEN als therapeutisches Konzept gegen Brustkrebs

Modell mit der Brustkrebszelllinie MCF-7: Ohne AVEN verlieren die Tumorzellen die Fähigkeit zu wachsen (graue Kurve), während MCF-7-Zellen mit AVEN (schwarze Kurve) exponentielles Tumorwachstum zeigenBrustkrebs tritt hauptsächlich bei Frauen auf und ist der häufigste bösartige Tumor der Brustdrüse. An Brustkrebs sterben mehr Frauen als an irgendeiner anderen Krebserkrankung. Die meisten Erkrankungen treten zufällig auf, es gibt aber sowohl erbliche als auch erworbene Risikofaktoren. Das Forschungsteam von Professor Martin Zörnig und Professor Joachim Koch beschäftigt sich mit der Fragestellung wie das Onkoprotein AVEN, dessen erhöhte Aktivität für die Tumorentwicklung bei Brustkrebs und T-Zellleukämien wichtig ist, in den Krebszellen inaktiviert und damit der Tumor therapiert werden kann.

Die Hemmung des programmierten Zelltodes (Apoptose) ist eine wichtige Voraussetzung für die Entstehung von Tumoren und die Entwicklung von Therapie-Resistenzen. In Tumorzellen kommt es zu einer (Über-) Aktivierung anti-apoptotischer Proteine, die sich als Zielstrukturen für molekulare Therapien eignen. Die Arbeitsgruppen der Professoren Martin Zörnig und Joachim Koch des Chemotherapeutischen Forschungsinstituts Frankfurt beschäftigen sich mit dem anti-apoptotischen Protein AVEN, das an drei weitere Apoptose-regulierende Proteine, BCL-XL, APAF1 und Caspase-9 (CASP-9) bindet. Vorausgegangene Arbeiten zeigen, dass eine Überaktivierung von AVEN für die Entstehung und das Fortschreiten von Brustkrebs und T-Zellleukämien wichtig ist.


DGPM: Depressionen bei Männern oft unerkannt

Berlin – Männer erkranken genauso häufig an Depressionen wie Frauen, jedoch äußern sich bei ihnen andere Symptome. Eine aktuelle Studie widerlegt damit das vorherrschende Bild, dass Frauen anfälliger für die psychische Erkrankung seien. Nicht nur Traurigkeit oder vermehrtes Weinen zeichnen die Depression beim Mann aus. Viel mehr berichten Männer auch über Aggressionen und gesteigerte Risikobereitschaft. Die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) erhofft sich von der Studie einen Anstoß zum Überdenken traditioneller Diagnosekriterien und einen offeneren Umgang mit psychischen Erkrankungen bei Männern.

Frauen sind doppelt so häufig wie Männer aufgrund von Depressionen in psychischer Behandlung. Dass die Depression beim Mann damit eine vergleichsweise selten diagnostizierte Erkrankung ist, liegt nicht zuletzt an den traditionellen Diagnosekriterien: Antriebs- und Schlaflosigkeit, aber vor allem Trauer und Weinen sind Symptome, die in unserer Gesellschaft als unmännlich gelten, meint Professor Dr. med. Harald Gündel, Mediensprecher der DGPM und Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Ulm: „Mit dem Arzt über seine seelische Verfassung zu sprechen, geschweige denn von depressiven Verstimmungen zu berichten, ist für viele Männer nach wie vor ein Tabubruch“, sagt Gündel. Bereits der Männergesundheitsbericht 2013 habe gezeigt, dass seelische Leiden bei Männern zunehmen. Daraus ergäben sich Defizite in der Diagnostik und Versorgung psychischer Erkrankungen.


Moderne Strahlentherapie bei Brustkrebs schädigt das Herz nicht

Radioonkologen betonen: Das Berücksichtigen der Herzdosis ist entscheidend

Berlin – Im März 2013 veröffentlichten britische Forscher die Ergebnisse einer Untersuchung zum Risiko von Herzerkrankungen nach Strahlentherapie bei Brustkrebspatientinnen aus Skandinavien. Nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) bestätigen die Daten die aktuelle Praxis in Deutschland, bei der CT-gestützten Bestrahlungsplanung unbedingt die Dosis am Herzen unterhalb der kritischen Schwellendosis zu halten. Die Meta-Analyse bezieht sich auf Daten der letzten fünf Jahrzehnte bei Patientinnen aus Dänemark und Schweden. Heutzutage ist die Strahlendosis jedoch wesentlich geringer, die Bestrahlung wird exakt geplant und mit modernen Geräten durchgeführt. Damit ist die Strahlenbelastung innerer Organe gering, erklärt die Fachgesellschaft.

Häufig wird im Anschluss an eine Brustkrebsoperation eine Bestrahlung durchgeführt, um so einen Rückfall des Krebsleidens zu verhindern und die Heilungschancen zu verbessern. In einer aktuellen Studie im New England Journal of Medicine hatten Experten der Universität Oxford nun erklärt, dass das Risiko für Herztodesfälle nach der Bestrahlung bei Brustkrebspatientinnen erhöht sei. Zugrunde lagen die Krankenakten von fast 2200 Frauen aus Dänemark und Schweden aus den Jahren 1958 bis 2001. „Das Ergebnis ist für uns nicht neu“, erklärt Professor Dr. med. Jürgen Dunst, Präsident der DEGRO und Direktor der Klinik für Strahlentherapie an der Universität Lübeck. „Schon seit Jahren ist aus anderen Meta-Analysen ein erhöhtes Risiko für Todesfälle infolge von Herzerkrankungen durch Bestrahlung bekannt, wenn die Schwellendosis am Herzen überschritten wird.“ Insbesondere in den 1970er und 1980er Jahren waren die Strahlendosen am Herzen höher. Bei Frauen, die in dieser Zeit bestrahlt wurden, war daher das Risiko für Folgeerkrankungen erhöht.


Brustkrebsrisiko: Gene und Umwelt wirken gemeinsam

Brustkrebsrisiko - © dkfz.deWissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg belegen erstmals, dass genetische und umweltbedingte Risiken für Brustkrebs nicht unabhängig voneinander agieren. So beeinflusst etwa der Genuss von Alkohol oder die Anzahl der Geburten das Risiko für Brustkrebs. Wie stark dieser Einfluss ist, hängt jedoch davon ab, welche genetischen Merkmale eine Frau in ihren Zellen trägt. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler jetzt in Plos Genetics veröffentlicht.

Ob eine Frau an Brustkrebs erkrankt oder nicht, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Die Gene spielen eine Rolle, die Umwelt und das persönliche Verhalten. Zu den genetischen Risikofaktoren zählen die beiden Hochrisiko-Gene, BRCA1 und 2. Sie erhöhen das Risiko um das 10fache, sind aber aufgrund ihres seltenen Vorkommens nur für rund 5% aller Brustkrebsfälle verantwortlich. Darüber hinaus führten Erbgutvergleiche von Brustkrebspatientinnen und gesunden Frauen über 20 genetische Varianten zutage, die das individuelle Brustkrebsrisiko moderat beeinflussen. Zu den Umwelt- und Verhaltenseinflüssen zählen das Alter bei der ersten Regelblutung, die Anzahl der Geburten und Dauer des Stillens, das Gewicht, die Größe, die Einnahme von Hormonen zur Empfängnisverhütung oder zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden, der Genuss von Alkohol, Rauchen und körperliche Aktivität.


Vom Farb-Doppler- bis zum 3-D-Ultraschall

Neueste ultraschallmedizinische Verfahren und Techniken zur Beurteilung von Brustkrebs

Die technischen Möglichkeiten der Mammasonografie entwickeln sich ständig weiter. Die Mindestanforderungen sind in der Ultraschallvereinbarung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) fixiert. Die konventionelle Mammasonografie wird mit einem circa vier Zentimeter breiten Schallkopf und einer Mindest-Sendefrequenz von sieben MHz durchgeführt als „Freihand“-Ultraschall. Das heißt, dass die weibliche Brust von der Untersucherin/dem Untersucher abschnittsweise mit dem Ultraschallkopf untersucht wird. Der Vorteil ist, dass jeder Bereich in einer schmalen Breite und mit maximaler Bildgröße untersucht wird. Die Nachteile sind die möglichen Lücken dieser Untersuchung und die fehlende Vergleichbarkeit mit Voruntersuchungen, da unauffällige Abschnitte nicht dokumentiert werden können.

Neuere Techniken versuchen die „Freihand“-Mammasonografie zu verbessern, zum Beispiel durch höhere Sendefrequenzen (Hochfrequenz-Ultraschall mit bis zu 16 MHz) oder durch veränderte Einfallwinkel der Ultraschallwellen, die den Tumor dann von allen Seiten „abtasten“ können (sogenannter X- oder Cross-Beam oder Sono-CT) oder auch durch die Hinzunahme weiterer Ultraschalltechniken wie den Doppler-Ultraschall oder den Amplitudenkodierten Ultraschall zum Nachweis von Tumorgefäßen, auch optimiert mit Ultraschallkontrastmitteln.


Qualifizierte Ärzte und hochwertige Ultraschallgeräte für die Brustkrebsdiagnostik – woran erkennen Patientinnen die geeignete Praxis?

Das Mammakarzinom ist mit Abstand das häufigste Karzinom der Frau. Zur Erkennung und Behandlung stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Neben der Mammografie ist die Mammasonografie die Technik mit der besten Entdeckungsrate. Im Vergleich zur Röntgenmammografie hat die Mammasonografie nicht das Risiko einer Strahlenbelastung.

In Deutschland wird als technische Voraussetzung für eine Mammasonografie ein linearer Ultraschallkopf mit einer Sendefrequenz von 7 MHz und mehr zur sonografischen Untersuchung der Brust gefordert. Eine spezielle Ausbildung für diese Fertigkeit, im Rahmen der meist fünfjährigen Ausbildungszeit zum Facharzt für Frauenheilkunde oder Radiologie, ist nicht immer gegeben. Die Anzahl der nachzuweisenden sonografischen Untersuchungen ist festgelegt. Es wird gefordert, dass sonografisch tätige Ärzte, die diese Untersuchungen durchführen wollen, spezielle Kurse besuchen.


Brust-Scan in 3-D:

Neues Ultraschallverfahren bemisst Erfolg von Chemotherapie bei Brustkrebs

Berlin, 21. März 2013 – Die 3-D-Ultraschalltechnik ermöglicht es Ärzten, Tumore in der Brust in ihrem gesamten Volumen darzustellen. Die neueste Entwicklung dieser Technologie, die „automatisierte Volumendarstellung der Brust“ (ABVS), eignet sich nach Auffassung von Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) besonders gut, um den Erfolg einer Chemotherapie zu beurteilen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Ergebnisse des Brustultraschalls bereits ohne die Anwendung der neuen Technik mit denen der Brust-Magnetresonanztomografie vergleichbar sind. Es ist zu erwarten, dass die ABVS die Resultate nochmals verbessert, betonen die Experten auf der heutigen Pressekonferenz der DEGUM in Berlin. Entsprechende Studien hierzu stehen allerdings noch aus.

„Der große, mechanisch geführte Ultraschallkopf des Gerätes gewährleistet eine lückenlose Durchuntersuchung, die gleichzeitig auch dokumentiert wird“, erklärt Professor Dr. med. Jens-Uwe Blohmer, Chefarzt der Abteilung Frauenheilkunde und Geburtshilfe und Leiter des Brustzentrums City am Sankt Gertrauden-Krankenhaus in Berlin. Jeder Bereich der Brust wird gescannt und dokumentiert, und zwar auch dann, wenn er unauffällig ist. „Die gespeicherten 3-D-Ultraschallbilder können standardisiert, systematisch untersucht und mit vorherigen Ergebnissen verglichen werden“, erklärt Blohmer. Damit eigne sich das Verfahren besonders gut zur Nachkontrolle im Anschluss an eine Chemotherapie. „Schlägt die Behandlung an, können wir auf den Ultraschallbildern verfolgen, wie der Tumor schrumpft“, so der Experte.