Harnblase

Querschnittlähmung als Risikofaktor für Harnblasenkrebs

Die Lebenserwartung von Menschen mit Querschnittlähmung ist in den vergangenen Jahrzehnten gestiegen. Betroffene können annähernd so alt werden wie nichtbehinderte Menschen. Mit zunehmender Lebenserwartung rücken aber weitere Erkrankungen ins Blickfeld der Mediziner, wie zum Beispiel der Harnblasenkrebs. Urologen des Berufsgenossenschaftlichen Klinikums Hamburg haben gemeinsam mit weiteren auf diesem Gebiet erfahrenen…

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Die PDD mit Hexvix während der TUR-B

Chemazeichnung der TUR-BPDD bedeutet Photo Dynamische Diagnostik und wird auch als fluoreszenzgestützte Diagnostik bezeichnet.

Die Photodynamische Diagnostk (PDD) unter OP-Bedingungen wird bereits bei der ersten TUR-B empfohlen, um ausschließen zu können, dass tumorverdächtiges Gewebe in der Harnblase verbleibt.

HEXVIX® ist im Moment das einzige zugelassene Arzneimittel für die photodynamische Diagnostik (PDD), um Harnblasentumoren besser sichtbar zu machen und bei einer transurethralen Resektion festzustellen, ob ein Tumor vollständig entfernt wurde.

Entwickelt zur besseren Erkennung von Harnblasenkrebs, insbesondere dem Carcinoma in situ (Cis), kann die PDD auch kleinste Tumoren nachweisen, die mit dem Standard-Weißlicht- Verfahren allein unter Umständen nicht gesehen werden.

Nach der Instillation (Einbringen in die Harnblase) wird HEXVIX® in ein photoaktives Porphyrin umgewandelt, welches sich in rasch vermehrenden Zellen (z.B. Tumoren) anreichert. Unter Blaulicht fluoreszieren diese Zellen rot.


Erster quantitativer Blasenkrebs-Schnelltest für die Praxis

UBC-Rapid - Quelle: consileFreiburg, 20. August 2013 – Bisherige Schnelltests für die Früherkennung eines Karzinoms der Harnblase haben einen limitierten diagnostischen Wert. Sie liefern nur „positiv“ oder „negativ“ als Ergebnis. Für eine genauere Risikoabschätzung waren bisher aufwendigere Laborverfahren notwendig. Der neue quantitative UBC® Rapid Test ist der weltweit erste Schnelltest für ein kostengünstiges Blasenkrebs-Screening von Risikopersonen, der gleichzeitig eine Risikobeurteilung ermöglicht.

Risikopatienten für Blasenkrebs, also Raucher und beruflich mit kanzerogenen Substanzen arbeitende Personen, sollten regelmäßig auf Blasenkrebs getestet werden. Die Früherkennung in der Praxis kann unter Einbeziehung der Risikofaktoren mit Schnelltests als Selbstzahlerleistung erfolgen. Entscheidend für die diagnostische Wertigkeit der verwendeten Schnelltests ist, dass sie eine ausreichend hohe Sensitivität aufweisen, also erkrankte Personen richtig positiv testen.


Neoblase nach 10 Jahren

Eine Neoblase ist eine Möglichkeit eines Reservoir von Urin, wenn krankheitsbedingt die Harnblase entfernt werden muss, etwa bei fortgeschrittenen Tumorerkrankungen der Harnblase. Erstmals wurde diese Therapiemöglichkeit 1987 beschrieben, die Prof. R. Hautmann und Kollegen der Universität Ulm entwickelten. Vormals war das Risiko der Operation zu groß gewesen. Mittlerweile ist die Neoblase als Standard eines Harnblasenersatz geworden. Patienten fragen ihre Ärzte und auch Betreuern der Selbsthilfe immer wieder, wie lange denn so eine Neoblase halten soll. Obwohl jetzt nun etwa 25 Jahre zurückliegen, kann man generell keine Auskunft zur Haltbarkeit abgeben. Zu viele Umstände von Komplikationen, anderer Erkrankungen oder Lebensumstände in den Jahren nach der Operation für den einzelnen können auftreten. Nach dem mir vor jetzt 10 Jahren eine Neoblase als Harnblasenersatz aus meinem Dünndarm erstellt hat, werde ich schildern, wie es mir damit ergangen ist und wie es sich damit lebt.


Nachsorge und Ernährung bei Harnblasenkrebs

Prof. M. Beer bei einer Zystoskopie im Franziskus-Krankenhaus BerlinNachdem wir in der letzten Ausgabe über die Therapiemöglichkeiten beim fortgeschrittenen Harnblasenkrebs und den möglichen Harnableitungssysteme nach der Entfernung der erkrankten Harnblase berichtet haben, behandeln wir in dieser Ausgabe die notwendigen Nachsorgeprogramme und geben Ernährungsempfehlungen bei Blasenentfernung oder einer Chemotherapie.

Nachsorge

Eine gründliche Nachsorge beim Harnblasenkrebs ist ebenso wichtig wie die richtige Behandlung! Tumornachsorgeuntersuchungen sind beim Harnblasenkarzinom in den ersten beiden Jahren alle 3 Monate, im dritten und vierten Jahr alle 6 Monate und ab dem fünften Jahr Tumorfreiheit einmal jährlich notwendig. Unter bestimmten Bedingungen und auf Wunsch des Patienten können auch längerfristig engmaschige Kontrollen erfolgen. Welche Untersuchungen notwendig sind, wird teilweise individuell entschieden und hängen insbesondere vom Tumorstadium und den Vortherapien ab. Die Erhebung der Krankengeschichte, eine sorgfältige körperliche Untersuchung, eine urologische Ultraschalluntersuchung, Laboruntersuchungen von Blut und Urin und eine Blasenspiegelung (Zystoskopie) sind Standard der Nachsorge.


Die Neoblase

Im letzten Artikel haben wir die Behandlung (Therapie) der bereits infiltrierten (in die Harnblase eingedrungenen) Harnblasentumoren und deren Harnableitungen nach der Harnblasenentfernung erläutert. Da dieses Thema noch nicht gänzlich ausgeschöpft ist, setzten wir in dieser Ausgabe diesen Artikel mit weiteren operativen und nichtoperativen Behandlungsformen des infiltrierten Harnblasenkrebs fort.

Zunächst wurde die Neoblase, die mittels ausgeschalteten Dünndarmschlingen ein Reservoir für den Urin bildet und auf natürlichem Weg über die Harnröhre entleert wird, nur für Männer entwickelt. Vor 1980 gab es im Hinblick auf die Anästhesie, der Intensivmedizin und der Infektionsprofilaxe keine Möglichkeit, in einem OP-Vorgang die Harnblase zu entfernen und gleichzeitig eine Neoblase aus Dünndarm als Harnableitungssystem zu fertigen, ohne das Risiko einzugehen, den Patienten während der Operation zu verlieren. Erst danach gab es durch neue Verfahren die Möglichkeit eine orthotope Neoblase (Harnblasenersatz) aus Dünndarmschlingen herzustellen und 1986 gab es weltweit die ersten Erfahrungsberichte über diese Methode, die seitdem immer öfter als Standard- Harnableitungssystem Verwendung findet. Die Gefahren der Operation sind heutzutage als gering anzusehen.


Therapie von infiltrierten Harnblasentumoren

Im letzten Artikel haben wir die Behandlung (Therapie) des oberflächlichen Harnblasenkrebses behandelt. In diesem Artikel beschäftigen wir uns nun mit der Therapie der bereits infiltrierten (in die Harnblase eingedrungenen) Harnblasentumoren, die ganz andere Therapien erfordern, als die oberflächlichen und noch nicht in die Harnblasenwand eingedrungenen Tumoren.

Therapiewahl

Nur etwa 20% der Harnblasenkarzinome befinden sich zum Zeitpunkt der ersten Diagnose im fortgeschrittenerem Stadium, d.h. mit Beteiligung der Muskelschicht der Harnblasenwand. Diese werden – tief infiltrierende Harnblasenkarzinome – genannt. Hier stehen folgende Therapiemöglichkeiten zur Verfügung:


Behandlung (Therapie) des oberflächlichen Harnblasenkrebses

Im letzten Artikel haben wir die diagnostischen Möglichkeiten behandelt, Harnblasenkrebs (auch Blasenkrebs oder medizinisch Urothelkarzinom genannt) zu erkennen. In diesem Artikel beschäftigen wir uns nun mit der Behandlung (Therapie) des oberflächlichen Harnblasenkrebses.

Operative Blasenspiegelung (TUR-B)

TUR-B-Zeichnung - Bild: Detlef HöwingHat der Urologe nach der Diagnose den dringenden Verdacht, dass ein Harnblasenkrebs vorliegen könnte, wird er zunächst eine relativ kleine Operation, die Trans-Urethrale Resektion der Blase (TUR-B, TUR-Blase, oder auch operative Blasenspiegelung genannt) zur Abklärung und Sicherung der Diagnose empfehlen.

Diese wird meist in einer urologischen Fachklinik durchgeführt. Dazu wird unter Narkose ein starres Rohr durch die Harnröhre in die Harnblase eingeführt, durch das sich zusätzliche Operationsinstrumente wie, z. B. eine Hochfrequenzstrom führende Drahtschlinge, einbringen lassen. Mit deren Hilfe werden eventuell vorhandene Tumoren und tumorverdächtige Bereiche entfernt. In den ersten 24 Std. nach der TUR-B sollte eine Frühinstillation (Spülung der Harnblase mit einem Medikament) erfolgen, um zu vermeiden, dass sich in den resizierten (entfernten) Bereichen Krebszellen neu ansiedeln können.


Diagnostik des Harnblasenkrebs

Im letzten Artikel haben wir über die Risiken, die zu Harnblasenkrebs führen können, aufgeklärt und über mögliche Vorsorge- und Früherkennung berichtet, der ein Mittel darstellt, frühzeitig Blasenkrebs zu erkennen. In diesem Artikel beschäftigen wir uns nun mit den diagnostischen Möglichkeiten, Harnblasenkrebs (auch Blasenkrebs oder medizinisch Urothelkarzinom genannt) zu erkennen.

Symptome

Harnblasenkrebs wird oftmals zu spät erkannt, da Symptome der Erkrankung oft sehr spät auftreten und von Arzt wie Patient falsch gedeutet werden können, da gleiche Symptome auch auf weniger gefährliche Erkrankungen hinweisen können. Gerade der Anteil der zu spät diagnostizierten Frauen ist sehr hoch, da bestimmte Frauenleiden die gleiche Symptomatik haben können.

Die Symptome im Einzelnen:

  • Häufig auftretende Infekte oder Entzündungen der Harnblase
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Häufiger Harndrang
  • Harninkontinenz
  • Harnverhalt
  • Sichtbare oder nicht sichtbare Blutbeimengungen im Urin (Makro- oder Mikrohämaturie)
  • Zellklumpen im Urin

Wenn diese Symptome auftreten, ist unbedingt der Arztbesuch bei einem Urologen zu empfehlen, der den Ursachen auf den Grund gehen wird. Bei Blutbeimengungen im Urin ist auf jeden Fall ein Harnblasenkrebs auszuschließen, so die Empfehlung der internationalen Leitlinien zum Harnblasenkrebs

Schmerzen entstehen oft erst sehr spät in weit fortgeschrittenen Stadien oder wenn ein Harnleiter (von der Niere zur Harnblase) oder die Harnröhre durch einen Tumor verlegt ist. In diesem Fall können die Schmerzen auch in den Flanken oder im Rücken sein, wegen der Stauung oder Entzündung der betroffenen Niere.


Harnblasenkrebs

Neuerkrankungsrate Harnblasenkrebs 2004 - Bild: Detlef Höwing Laut Schätzungen des Robert-Koch-Instituts erkrankten in Deutschland im Jahr 2004 etwa 28.750 Menschen neu an Harnblasenkrebs und 6.194 Menschen starben an dieser Krebsart. Das sind etwa 4.000 Erkrankte mehr, als zur Jahrtausendwende. Damit ist der Krebs der Harnblase (Urothelkarzinom) nach dem Prostatakrebs die zweithäufigste urologische Krebsart bei Männern und liegt bei Frauen noch vor dem Gebärmutterhalskrebs. Bei einem drittel der neu Erkrankten ist bei der Erstdiagnose der Krebs bereits in ein invasives Wachstumsstadium eingetreten und damit schwer oder gar nicht mehr behandelbar. Trotz dieser alarmierenden Zahlen ist in der Öffentlichkeit wenig über diese Krebsart bekannt.

Die Risiken zu erkranken

Harnblasenkrebs ist eine Krebsart, die oft bei solchen Menschen auftritt, die während ihres Lebens häufig mit krebserregenden Stoffen zu tun hatten. Dabei kann der Zeitpunkt bis zum Ausbruch der Krankheit Jahrzehnte zurückliegen. Leider wissen immer noch zu wenige Menschen über die Risiken Bescheid, die zu Harnblasenkrebs führen können.

Der wichtigste Risikofaktor für Blasenkrebs ist das langjährige Rauchen. Ein erhöhtes Risiko für Blasenkrebs haben wegen des häufigen Umgangs mit krebsauslösenden Substanzen außerdem:

  • Industrie- und Bauarbeiter,
  • Beschäftigte, die mit Teerprodukten in Kontakt kommen,
  • Berufskraftfahrer und Tankstellenbedienstete,
  • Feuerwehrleute,
  • Druckereibeschäftigte,
  • Maler, Lackierer,
  • Beschäftigte der Kunststoff- Ver- bzw. Bearbeitung,
  • Frisöre.