Der HDAC-Inhibitor verstärkt deutlich die Wirkung eines Chemotherapeutikums in Prostatakrebszellen. - Quelle: Prof. James Beck, Universitätsklinikum Jena
Forschung

Können antike Viren bei der Behandlung von Tumoren helfen?

1. Oktober 2013 Detlef Hoewing 0

Für neue Ansätze in der Krebstherapie könnten antike Viren künftig bedeutsam sein. Vor Millionen Jahren infizierten sich die Vorfahren des Menschen mit Viren, welche die Herstellung körpereigener Eiweiße beeinflussen. In der Arbeitsgruppe von Professor Matthias Dobbelstein an der Uniklinik Göttingen wurde das Eiweiß Tumorsuppressor p63 gefunden, das durch ein „endogenes“ Virus reguliert wird. Das Besondere daran: Die Herstellung dieses speziellen Eiweißes lässt sich durch bestimmte Substanzen, sogenannte HDAC-Hemmstoffe, herbeiführen. Im laufenden Forschungsprojekt wird untersucht, ob die antiken Viren nützlich sind, um Tumorsuppressoren „anzuschalten“ und Tumorzellen zu schädigen.

Jede Zelle des menschlichen Körpers enthält die Baupläne für alle körpereigenen Eiweiße. Neben diesen „Bauanleitungen“ enthält das menschliche Erbgut allerdings auch einen hohen Anteil an Virusinformation. Vermutlich steckten sich unsere Vorfahren vor vielen Millionen Jahren mit den damaligen Viren an, welche seit dem im menschlichen Erbgut verankert sind. Natürlich stellt sich die Frage, ob die viralen Baupläne nur durch Zufall im Laufe der Evolution erhalten blieben, oder ob es einen Grund für ihre Aufbewahrung gibt. Könnten die Virusbausteine vielleicht sogar eine Rolle für unser gesundes Leben spielen?

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