Hirntumor - Quelle: NGFN
Chemotherapie

Hirntumor Glioblastom

7. April 2017 Detlef Hoewing 0

Radiochemotherapie auch bei älteren Patienten sicher und effektiv Das Glioblastom, ein seltener, aber äußerst bösartiger Hirntumor, kann nach der Operation durch eine Radiochemotherapie zurückgedrängt werden. Auch hochbetagte Patienten profitieren davon. Bislang erhielten sie – gestützt auf einen Gentest – entweder eine Chemo- oder eine Strahlentherapie. Eine gleichzeitige Radiotherapie kombiniert mit Temozolomid hat die Überlebenszeit dieser Patientengruppe verlängert. Die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) und die NOA – Neuroonkologische Arbeitsgemeinschaft in der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. empfehlen die Radiochemotherapie unabhängig vom Alter der Patienten und unterstützen weitere Studien zur Bedeutung des Biomarkers MGMT. Die meisten Menschen mit einem Glioblastom sind über 65 Jahre alt, wenn ihr Hirntumor entdeckt wird. Eine Operation kann den Tumor in der Regel nicht heilen. Strahlen- und Chemotherapie können jedoch die Lebenszeit verlängern und bei den meisten Patienten auch die Lebensqualität verbessern. Die Behandlung ist jedoch anspruchsvoll und die Nebenwirkungen von Strahlen- und Chemotherapie können sich verstärken. „Wir waren deshalb bisher sehr zurückhaltend, die Strahlentherapie in Kombination mit Chemotherapie älteren Patienten anzubieten, zumal diese häufig Begleiterkrankungen haben, die die Verträglichkeit der Behandlung verschlechtern können“, berichtet Professor Dr. med. Stephanie Combs, Direktorin der Klinik und Poliklinik für RadioOnkologie und Strahlentherapie an der Technischen Universität München. Diese Vorbehalte werden […mehr lesen]

Gliom (rote Pfeile; obere Reihe), das bereits zum Zeitpunkt der ersten Operation begonnen hatte zu entarten. Untere Reihe: Nachgewachsener, jetzt sehr bösartiger Tumor (gelber Pfeil). © Foto: M. Simon/Neurochirurgie/UKB
Allgemein

Großer Hirntumor-Informationstag in Würzburg

25. Oktober 2016 Detlef Hoewing 0

Würzburg/Leipzig, 24.10.2016 – Am Samstag, den 29. Oktober 2016 findet der überregionale Hirntumor-Informationstag der Deutschen Hirntumorhilfe statt, zu dem die gemeinnützige Organisation interessierte Patienten, Angehörige und Ärzte von 9:30 bis 18.30 Uhr an die Julius-Maximilians-Universität Würzburg einlädt. In Zusammenarbeit mit der neurochirurgischen Klinik und Poliklinik des ortsansässigen Universitätsklinikums steht die Veranstaltung mit ihren acht Vorträgen anerkannter Spezialisten ganz im Zeichen der modernen Hirntumortherapie. Im Mittelpunkt des Informationstags stehen aktuelle Ergebnisse klinischer Studien sowie die Zukunft der Hirntumortherapie. Auch etablierte Behandlungsoptionen in der Neuroonkologie und die psychoonkologische Betreuung sind Teil des vielfältigen Vortragsprogramms. Renommierte Experten, unter anderem Prof. Ulrich Herrlinger aus Bonn, Prof. Michael Platten aus Mannheim und Prof. Stephanie Combs aus München, decken mit ihren Referaten das gesamte Spektrum der Neuroonkologie ab und geben einen Überblick zu neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der Hirntumorforschung. Bei Podiumsdiskussionen und in persönlichen Gesprächen mit den Referenten haben die Teilnehmer der Veranstaltung zudem die Möglichkeit, individuelle Fragen zu klären. Im Anschluss an die fachlichen Vorträge wird Patienten und Angehörigen im zweiten Teil des Informationstags die Möglichkeit gegeben, mit anderen Betroffenen in Kontakt zu treten, Tipps zur besseren Bewältigung der Erkrankung auszutauschen und eigene Erfahrungen zu teilen. Teilnehmende Ärzte können den Informationstag als kompakte Weiterbildung […mehr lesen]

Gliom (rote Pfeile; obere Reihe), das bereits zum Zeitpunkt der ersten Operation begonnen hatte zu entarten. Untere Reihe: Nachgewachsener, jetzt sehr bösartiger Tumor (gelber Pfeil). © Foto: M. Simon/Neurochirurgie/UKB
Hirntumoren

ZNS-Lymphom – Neuer Therapieansatz bei aggressivem Hirntumor

23. März 2016 Detlef Hoewing 0

Die Therapie des primären ZNS-Lymphom, einer seltenen und sehr aggressiven Lymphom- bzw. Hirntumorart, ist ausgesprochen schwierig. Vor allem Patienten, die nicht auf die Ersttherapie ansprechen oder einen Rückfall erleiden, haben eine schlechte Prognose. In der internationalen Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology (JCO) haben Wissenschaftler der Deutschen Studiengruppe für Primäre ZNS-Lymphome (G-PCNSL-SG) nun die Ergebnisse einer Phase-II-Studie mit dem Wirkstoff Temsirolimus publiziert. Zwar stellen die Ergebnisse keinen Therapiedurchbruch dar, eröffnen aber neue Perspektiven für Patienten und dokumentieren den Erfolg deutscher Wissenschaftler in der Hirntumorforschung. Primäre ZNS-Lymphome sind Gewebeneubildungen (= lymphatische Neoplasien), die zum Zeitpunkt der Erstdiagnose auf das zentrale Nervensystem (ZNS), insbesondere das Gehirn und das Nervenwasser, begrenzt sind. Die meist sehr aggressiven Lymphome können durch Therapien mit Zytostatika, die die Blut-Hirn-Schranke passieren, oder durch Ganzhirnbestrahlung manchmal über mehrere Jahre zurückgedrängt werden. In einigen Fällen gelingt sogar eine Heilung. Allerdings spricht etwa ein Viertel der Patienten auf die primäre Therapie nicht an und mehr als die Hälfte erleidet ein Rezidiv. Für diese erfolglos vorbehandelten Patienten haben Ärzte und Wissenschaftler der Deutschen Studiengruppe für Primäre ZNS-Lymphome (G-PCNSL-SG) mit Sitz an der Charité Berlin eine Phase-II-Studie mit dem Wirkstoff Temsirolimus als Monotherapie durchgeführt. Das zielgerichtete Medikament, das bereits bei anderen rezidivierten Lymphomen eine […mehr lesen]

Hirntumor - Quelle: NGFN
Hirntumoren

Therapiekonzepte bei Hirntumorpatienten werden zunehmend individualisierter

23. Oktober 2014 Detlef Hoewing 0

Neue Ansätze zur individualisierten Therapie von Hirntumoren bilden einen Themenschwerpunkt der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie e.V. Köln, 23.Oktober 2014. Diffuse, hirneigene Tumoren, sogenannte Gliome, treten mit einer Häufigkeit von 5-6/100.000 in Deutschland lebender Menschen auf und sind somit eine sehr seltene Erkrankung. Bislang wurden die meisten Gliom-Patienten mit einer postoperativen Radiotherapie, Chemotherapie mit Temozolomid oder PCV (Procarbazin, CCNU und Vincristin) oder einer entsprechenden Radio-Chemo-Therapie behandelt. In den letzten Jahren haben sich erste individualisierte neuroonkologische Therapiekonzepte etabliert. Diese betreffen zunächst drei molekulare Parameter, die wichtige Informationen für die Therapieentscheidung liefern: Mutationen im Isocitratdehydrokinase-(IDH)-Gen, der Verlust der Chromosomenarme (Kodeletion von) 1p/19q und die Promotorhypermethylierung von MGMT. IDH-Mutationen differenzieren zwei biologisch vollständig unterschiedliche Gruppen von Gliomen. Patienten mit einem IDH-mutierten Gliom haben eine deutlich bessere Prognose und sollten in den meisten Fällen mit einer Radio-Chemo-Therapie mit PCV oder Temozolomid behandelt werden. Ein ähnlicher Grundsatz gilt für Patienten mit einer Kodeletion von 1p und 19q. Diese Patienten haben durch diese Deletion charakterisierte oligodendrogliale Tumoren und profitieren ebenfalls von einer kombinierten Radio-Chemo-Therapie gegenüber dem vor zwei Jahren gültigen Standard einer alleinigen Radiotherapie. Ob solche Patienten ähnlich günstig auch mit einer alleinigen Chemotherapie behandelt werden können, wird Gegenstand zukünftiger Studien in dieser Patientengruppe sein. […mehr lesen]

Foto: Pathologie des Klinikums der Uni Heidelberg
Hirntumoren

Neues therapeutisches Ziel bei Tumoren des Hörnervs, Genexpressinnsanalyse liefert wichtige Hinweise

24. September 2014 Detlef Hoewing 0

Prof. Dr. Boris Krischek, Oberarzt an der Klinik für Allgemeine Neurochirurgie der Uniklinik Köln, hat gemeinsam mit einem internationalen Forscherteam an der molekularen Genese eines gutartigen Hirntumors geforscht. Die Studie, die neue therapeutische Ziele für eine medikamentöse Therapie bei Vestibularis-Schwannomen aufweist, wurde heute (23.09.2014) im Journal of Neurosurgery veröffentlicht. Das Vestibularis-Schwannom (auch bekannt als Akustikus-Neurinom) ist ein gutartiger, langsam wachsender Tumor, der im inneren Gehörgang angesiedelt ist, dort wo der Hör-Gleichgewichtsnerv im Gehirn sitzt. Ab einer bestimmten Größe kann der Tumor gegen benachbarte Nerven drücken, was zu Hörverlust, Tinnitus (Klingeln in den Ohren) und Gleichgewichtsstörungen führen kann. In ausgedehnten Fällen kann er den Hirnstamm bedrängen und selten sogar lebensbedrohlich werden. Manchmal ruht der Tumor und es ist kein Wachstum erkennbar. Acht bis zehn Prozent aller Hirntumoren sind Vestibularis-Schwannome. Sie bestehen aus sehr vielen dünnen Fasern, die von einer Hülle aus Bindegewebe ummantelt sind. „Man kann es vereinfacht mit einem Stromkabel und der dementsprechenden Isolierung vergleichen“, so Prof. Krischek. „Der Tumor geht aus Zellen hervor, welche die Nervenhülle bilden – also aus der Isolierung. Man nennt sie Schwannsche Zellen. Bei einem Vestibularis- Schwannom wachsen diese Zellen unkontrolliert.“ Bisher gibt es keine etablierte medikamentöse Therapie. Weltweit ist die meistgewählte Behandlungsoption die Operation […mehr lesen]

Preisträgerin Dr. Kristin Stock Foto: privat
Hirntumoren

Ausgezeichnete Doktorarbeit: Stammzellen bekämpfen Hirntumor

1. November 2013 Detlef Hoewing 0

Preisträgerin Dr. Kristin Stock  Foto: privatDen Nachwuchswissenschaft-
lerinnen-Preis 2013 des Forschungsverbundes Berlin e.V. erhält Dr. Kristin Stock für ihre Dissertation am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC). In ihrer Arbeit hat sie aufgeklärt, wie körpereigene Stammzellen Hirntumore bekämpfen. Dieses Verständnis kann als Basis für einen neuen Therapieansatz dienen. Der Preis ist mit 3000 Euro dotiert und wird am 6. November feierlich überreicht.

Das Glioblastom ist einer der häufigsten und bösartigsten Hirntumore. Diese Krebsart tritt überwiegend in höherem Alter auf. Dr. Kristin Stock konnte in ihrer Dissertation zeigen, wie der hirneigene Schutzmechanismus im jungen Gehirn funktioniert, der auf der Aktivität von neuralen Stamm- und Vorläuferzellen basiert. Dabei ummanteln die Stammzellen den Tumor und treiben die Tumorzellen in den Zelltod.

 

[…mehr lesen]

Hirntumor - Quelle: NGFN
Krebs bei Kindern

Tiefer Einblick in die DNA

15. August 2013 Detlef Hoewing 0

Erbgutanalyse kindlicher Hirntumoren erlaubt neue Behandlungsansätze

Hirntumor - Quelle: NGFNHirntumor - Quelle: NGFNDer häufigste bösartige Hirntumor bei Kindern ist das Medulloblastom, an dem jährlich etwa 60 – 80 Kinder in Deutschland erkranken. Nach Behandlung mit den heute verfügbaren Methoden entwickelt sich bei 40% der Patienten der Hirntumor erneut.Etwa 30% der Patienten sterben an den Folgen der Krankheit. Die Kinder, die überleben, tragen oft Hirnschäden davon und leiden ein Leben lang unter den Folgen der Behandlungen. Erstmals wurden nun Gewebeproben von 125 Medulloblastompatienten umfassend analysiert und die Ergebnisse in dem renommierten Fachjournal „Nature“ veröffentlicht.

[…mehr lesen]

MRT - FET/PET bei Hirntumoren - Foto: Forschungszentrum Jülich
Hirntumoren

Antikörper bremst Hirntumor

14. Juli 2013 Detlef Hoewing 0

Ein Frankfurter Wissenschaftler hat einen Antikörper identifiziert, mit dem die Ausbreitung von Hirntumoren eingeschränkt werden kann. Dafür erhält der Nachwuchsforscher den Förderpreis des Burse e.V. für herausragende wissenschaftliche Leistungen. Glioblastome sind die häufigsten bösartigen Hirntumore bei Erwachsenen. Die Heilungschancen für Betroffene sind bisher sehr schlecht. Die Überlebensrate der Patienten, bei denen ein Glioblastom diagnostiziert wurde, liegt nach drei Jahren bei unter 20 Prozent. Dr. Florian Andreas Geßler (28), Assistenzarzt in der Klinik für Neurochirurgie am Frankfurter Universitätsklinikum, hat nun im Rahmen seiner Doktorarbeit herausgefunden, dass das Protein mit dem Namen Tissue Factor (TF) für das Tumorwachstum mitverantwortlich ist. Auf dieser Grundlage konnte er auch einen Antikörper identifizieren, durch den das Tumorzellwachstum deutlich reduziert werden kann. Für diese Arbeit hat Dr. Geßler den Förderpreis des Burse e.V. für herausragende wissenschaftliche Leistungen erhalten. Die Auszeichnung wurde am 27. Juni im Rahmen der Akademischen Feier der Freunde und Förderer der Goethe-Universität offiziell übergeben. „Ich freue mich, dass Dr. Geßlers hervorragende wissenschaftliche Leistung mit diesem Preis gewürdigt wird. Mit seiner Arbeit hat er die Grundlage für eine wirksamere Therapie von Glioblastomen gelegt“, sagt Prof. Volker Seifert, Direktor der Klinik für Neurochirurgie am Universitätsklinikum und Geßlers Doktorvater. Das Signal zum Tumorwachstum dämpfen Wegen des unkontrollierten […mehr lesen]

Gliom (rote Pfeile; obere Reihe), das bereits zum Zeitpunkt der ersten Operation begonnen hatte zu entarten. Untere Reihe: Nachgewachsener, jetzt sehr bösartiger Tumor (gelber Pfeil). © Foto: M. Simon/Neurochirurgie/UKB
Hirntumoren

Großes Interesse am Welthirntumortag 2013

10. Juni 2013 Detlef Hoewing 0

Leipzig, 10. Juni 2013 – Mit über 20 teilnehmenden Kliniken und mehreren hundert Besuchern bundesweit hat der Welthirntumortag 2013 alle Erwartungen übertroffen. Den Start machten bereits am 5. Juni das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, welches seinen Besuchern u.a. einen Einblick in den neurochirurgischen OP-Saal gewährte, sowie am 6. Juni das Neurologische Therapie Centrum Köln mit einer Arzt-Patienten-Fragerunde.

Am 8. Juni. Dem eigentlichen Welthirntumortag, mussten sich Patienten und Angehörige, aber auch Ärzte zwischen zwölf ganz unterschiedlichen Veranstaltungen im gesamten Bundesgebiet entscheiden. Egal ob Vortrag, Film, OP-Demonstration oder Klinikbesichtigung – alle Angebote stießen auf großes Interesse und wurden dankbar angenommen. Auch in den kommenden Tagen wird es weitere Aktionen rund um den Welthirntumortag geben, zu denen Interessierte herzlich eingeladen sind.

[…mehr lesen]

Blick in den hochmodernen OP-Saal der Neurochirurgie. Universitätsklinikum Erlangen
Hirntumoren

Neue Studie zu OP-Technik bei Hirntumorpatienten

5. April 2013 Detlef Hoewing 0

Blick in den hochmodernen OP-Saal der Neurochirurgie.  Universitätsklinikum ErlangenPatienten, die einen Hirntumor zum Beispiel in der Nähe des Sprach-, Seh- oder Hörzentrums haben, können computerassistiert mit größerem Erfolg operiert werden. Das ergab jetzt eine internationale Vergleichsstudie der Neurochirurgischen Klinik (Direktor: Prof. Dr. Michael Buchfelder) des Universitätsklinikums Erlangen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU).

[…mehr lesen]

1 2 3