hodgkin

Kriminalistisch gegen Lymphome vorgehen

Erfolgreiches Verbundprojekt der Deutschen Krebshilfe

Bonn (gb) – Verbesserte Diagnosemöglichkeiten und individuell auf den Patienten abgestimmte Therapien – das sind die Früchte der Arbeit des wissenschaftlichen Verbundprojekts „Molekulare Mechanismen bei malignen Lymphomen“, das die Deutsche Krebshilfe seit 2004 mit insgesamt fast acht Millionen Euro gefördert hat. Im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten stand das Erstellen so genannter molekularer Fingerabdrücke von Lymphknotenkrebs. Diese „kriminalistische“ Herangehensweise ermöglichte den Wissenschaftlern, wichtige Hinweise für die Diagnose und Therapie von Lymphomerkrankungen zu sammeln. Lymphome treten in vielen unterschiedlichen Formen auf und haben in den letzten Jahrzehnten in den westlichen Ländern ständig zugenommen.

Lymphome entstehen, wenn Gewebezellen der lymphatischen Organe wie Lymphknoten oder Milz zu verschiedenen Zeitpunkten ihrer Entwicklung unkontrolliert wachsen. Bei der feingeweblichen Untersuchung von Lymphknoten und Lymphgeweben lassen sich die Krankheitsbilder aus dem Kreis der bösartigen Lymphome identifizieren und den Untergruppen Morbus Hodgkin oder Non-Hodgkin-Lymphom zuordnen. Insgesamt gibt es mehr als 50 verschiedene Lymphomarten, die sich nur geringfügig voneinander unterscheiden. Daher fällt es den Ärzten bei bösartigen Lymphomen schwer, eine genaue Diagnose zu erstellen und zu bestimmen, welche Therapie für den Patienten am erfolgversprechendsten ist.

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Reduzierung der Chemotherapie für Patienten mit fortgeschrittenem HodgkinLymphom

Wissenschaftler der Uniklinik Köln zeigen in einem heute „Online First“ publizierten Artikel der Zeitschrift „The Lancet“, dass Patienten mit fortgeschrittenem Hodgkin Lymphom effektiver und nebenwirkungsärmer behandelt werden können, wenn man die bisherige Standardchemotherapie BEACOPPeskaliert von acht auf sechs Zyklen reduziert. Dies zeigte die Auswertung der HD15-Studie der Deutschen Hodgkin Studiengruppe (GHSG). Sie ging der Frage nach, wie die Toxizität der Behandlung bei gleichbleibender Tumoreffektivität vermindert werden kann.