MSD-Grafik: Urothelkarzinom - Quelle: MSD
Harnblasenkrebs

Immunonkologische Therapie im Kampf gegen Krebs

13. Dezember 2017 Detlef Hoewing 0

Erweiterung der Therapieoptionen bei bestimmten Patienten mit fortgeschrittenem Blasenkrebs (Urothelkarzinom) Urothelkarzinome sind bösartige Tumoren, die aus den Zellen des sogenannten Urothels entstehen. Diese Schleimhaut kleidet das gesamte harnleitende Hohlsystem, u. a. die Blase, von Innen aus. Früh erkannt, ist die Prognose für Betroffene mit einem Urothelkarzinom überwiegend günstig. Hat sich der Krebs jedoch bereits in andere Gewebe oder Organe ausgebreitet, ist die Prognose deutlich schlechter. Für Patienten mit ungünstigem Krankheitsverlauf können innovative immunonkologische Therapien eine Erweiterung des bisherigen Behandlungsspektrums bieten. Das Urothelkarzinom ist die häufigste bösartige Krebserkrankung der Harnblase. Insgesamt erkrankten im Jahr 2013 in Deutschland etwa 29.480 Personen neu an Blasenkrebs. Hierbei ist eine eindeutige geschlechtsspezifische Tendenz zu erkennen: Männer sind im Verhältnis zu Frauen mehr als dreimal häufiger betroffen. Insgesamt ist das Urothelkarzinom die vierthäufigste bösartige Tumorerkrankung bei Männern. Urothelkarzinome entstehen aus Zellen des sogenannten Urothels, der Schleimhaut, die das gesamte harnleitende Hohlsystem auskleidet. Bei neun von zehn Patienten ist das Urothelkarzinom in der Blase lokalisiert. Das liegt vor allem daran, dass dort der Großteil des Urothelgewebes zu finden ist. Seltener treten Urothelkarzinome im Bereich der oberen Harnwege – in den sogenannten Nierenbecken oder in den Harnleitern – auf. Urothelkarzinom: Diagnose und Prognose In frühen Stadien sind die […mehr lesen]

“Spliced Epitopes” und “non-spliced Epitopes” werden von einer komplexen molekularen Maschine - dem Proteasom - generiert und anschließend an die Zeltoberfläche transportiert. Copyright: Charité.
Allgemein

Neuer Blick auf das Immunsystem

22. Oktober 2016 Detlef Hoewing 0

Bislang unbeachtete Moleküle könnten Verständnis der Körperabwehr revolutionieren Epitope sind Bruchstücke bakterieller oder viraler Eiweiße. Sie sind in den Oberflächenstrukturen von Zellen verankert und lösen die Abwehrreaktion des Immunsystems auf körperfremde Substanzen aus. Durch eine neue Methode haben Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung (BIH) in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern des Imperial Colleges in London, des LaJolla Institute for Allergy and Immunology und der Universität Utrecht jetzt herausgefunden, dass nahezu ein Drittel aller existierenden Epitope aus zwei verschiedenen Fragmenten zusammengesetzt sind. Diese sogenannten „Spliced Epitopes“ wurden lange für eine Rarität gehalten. Ihr häufiges Vorkommen könnte nun unter anderem die große Flexibilität des Immunsystems erklären. Die Ergebnisse der Studie sind in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Science* veröffentlicht. Das Proteasom ist ein Enzymkomplex, der im Cytoplasma und im Zellkern menschlicher und tierischer Zellen körpereigene Eiweiße sowie Eiweiße von Bakterien und Viren abbaut. Er ist Bestandteil der Proteinqualitätskontrolle. Bestimmte Molekülabschnitte der zerlegten Eiweiße, die Epitope, werden dann durch die Zellwand nach außen geschleust und wie kleine Fahnen oder Flaggen an der Oberfläche präsentiert. So erkennt das Immunsystem körperfremde Eiweiße auf den Zellen und kann diese angreifen und zerstören. Mittels einer neuen Methode haben Wissenschaftler um Dr. Michele […mehr lesen]

Immunzellen (T-Zellen) im Bauchspeicheldrüsenkrebs, die ihre Entzündungsstoffe (Zytokine) über den alternativen p38-Signalweg bilden und dadurch das Tumorwachstum fördern. Pathologisches Institut, Universitätsklinikum Heidelberg
Krebsthemen

Das Immunsystem gegen den Tumor aktivieren

19. März 2015 Detlef Hoewing 0

„Rasante Erkenntnisfortschritte sowohl über Tumoren als auch Immunreaktionen ermöglichen es uns Ärzten immer besser, das Immunsystem von Krebspatienten zum Verbündeten zu gewinnen. Oder richtiger: zurückzugewinnen. Denn Krebs entsteht ja da, wo das Immunsystem untätig ist.“ Das sagte Prof. Dr. Stefan Endres von der Universität München beim medizinischen Workshop ‚Immuntherapie von Tumoren: Erfolg für die Wissenschaft, Erfolg für den Patienten – und der wichtige Weg dazwischen‘ am 18.03. in Berlin. Veranstalter dieses von Endres und Dr. Dr. Kristian Löbner, MSD SHARP & DOHME, geleiteten Workshops ist die Paul-Martini-Stiftung, in deren Vorstand beide mitwirken. Bei Krebspatienten zeigt das Immunsystem bei der Erkennung und Zerstörung entarteter Zellen Schwächen. Erste Versuche, diese Form von Immunschwäche zu überwinden, knüpften schon im späten 19. Jahrhundert an der Beobachtung an, dass Tumoren mitunter schrumpfen, wenn Krebspatienten eine Infektion durchmachen. In den 1980er- und 90er-Jahren wurden dann erste gezielte Immuntherapeutika gegen Krebs entwickelt, darunter Interferon alfa gegen hämatologische Tumore. Seit Ende der 1990er Jahre wächst das Sortiment an Krebsmedikamenten mit monoklonalen Antikörpern. Viele von ihnen wirken immunonkologisch, indem sie die Tumorzellen markieren, so dass sie von Makrophagen entdeckt und beseitigt werden. Mit bispezifischen Antikörper-Derivaten, sogenannten BiTEs, ist es mittlerweile in Studien gelungen, effektiv die Beseitigung von Tumorzellen durch […mehr lesen]

Zelltod als Zerplatzen: Hier explodiert eine Hautkrebszelle aus einem Plattenepithelkarzinom und sch ... Bild/Quelle: Prof. M. Leverkus, Universitätsmedizin Mannheim
Hautkrebs

Immuncocktail lässt Tumoren schrumpfen

13. Januar 2014 Detlef Hoewing 0

Forscher entwickeln neue Therapiestrategie gegen Schwarzen Hautkrebs

Heidelberg (gb) – Wie wird das Immunsystem schlagkräftiger gegen Krebs? Heidelberger Wissenschaftler sind der Antwort auf diese Frage ein gutes Stück näher gekommen. Sie haben die Natürlichen Killerzellen des Immunsystems mit Hilfe eines Cocktails aus verschiedenen Botenstoffen so gestärkt, dass diese Tumoren zerstören konnten. Derzeit entwickeln die Forscher Strategien, um ihre Erkenntnisse in den klinischen Alltag umzusetzen. Die Deutsche Krebshilfe hat das Projekt mit 248.000 Euro gefördert.

Seit Längerem verfolgen Forscher den Ansatz, Krebs mithilfe des körpereigenen Abwehrsystems zu bekämpfen. Vor allem die Natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) der angeborenen Immunabwehr gelten als vielversprechende Kandidaten. Sie sind die erste Instanz im Körper, wenn es darum geht, Krankheitserreger wirksam zu bekämpfen und Infektionen in Schach zu halten. Auch gegen Tumoren sind die Killerzellen im Einsatz. Bisher allerdings mit eher mäßigem Erfolg. Dies könnte sich nun ändern.

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Rot gefärbt sind ehemals bösartige Tumorzellen (Melanomzellen), die im Rahmen der natürlichen Immunkontrolle in den dauerhaften Wachstumsstopp, die Seneszenz (rote Markierung) übergegangen sind. Braun gefärbt sind noch verbleibende Pigment beladene Zellen. Universitätsklinikum Tübingen
Forschung

Immuntherapie: Doping für die Killerzellen

18. Dezember 2013 Detlef Hoewing 0

Zellen des Immunsystems können Krebsgewebe erkennen und effektiv eliminieren. Jedoch entziehen sich Tumorzellen der Identifizierung auf vielfältige Weise – insbesondere dadurch, dass sie ihre Merkmale auf der Oberfläche nicht mehr ausprägen. Die Arbeitsgruppe um Professor Hinrich Abken an der Uniklinik Köln arbeitet an einer Therapie, die Immunzellen befähigt, Tumorzellen trotzdem im Gewebe aufzuspüren und zu vernichten.

Die Kölner Forscher wollen die Wirkung der sogenannten adoptiven Immuntherapie verbessern. Diese Behandlungsmethode unterstützt das körpereigene Immunsystem im Kampf gegen den Krebs. Zur Behandlung entnehmen Mediziner Killerzellen (zytotoxische T-Zellen) aus dem Krebsgewebe, vermehren diese im Labor und führen sie dem Patienten anschließend in großer Zahl wieder zu. Leider verfügen die isolierten Killerzellen nur selten über eine ausreichende Aktivität gegenüber dem Tumor. Professor Abken und sein Team wollen die Killerzellen deshalb gezielt auf den Tumor abrichten.

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Strahlentherapie - Quelle: Deutsche Krebshilfe
dkfz

Strahlentherapie mobilisiert das Immunsystem gegen Tumoren

28. Oktober 2013 Detlef Hoewing 0

Das körpereigene Immunsystem kann eine effektive Waffe gegen Krebs sein. Doch ein Tumor verändert seine Umgebung häufig so, dass die Abwehrzellen ihn von der Blutbahn aus nicht mehr erreichen können. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben nun herausgefunden, dass eine lokale und niedrig dosierte Bestrahlung die Blutgefäße für Abwehrzellen durchlässig machen kann. Die Fachzeitschrift Cancer Cell hat diese Ergebnisse jetzt veröffentlicht.

Das Immunsystem hat die Aufgabe, Fremdkörper zu erkennen und zu zerstören. Damit schützt es den Körper vor Krankheitserregern ─ und vor Krebs. Denn Krebszellen entstehen zwar aus Körperzellen. Doch ihr Erbgut und damit ihre Eiweißausstattung ist oft so stark verändert, dass bestimmte Immunzellen sie als fremd erkennen. Ist das der Fall, wandern sogenannte T-Killerzellen in das Tumorgewebe ein und töten die Krebszellen ab. Reagiert das Immunsystem nicht, kann man ihm auf die Sprünge helfen: Schon vor einigen Jahren war es Forschern gelungen, T-Killerzellen im Reagenzglas auf den Tumor „abzurichten“. Injiziert man diese aktivierten T-Killerzellen dem Patienten, bleibt der Effekt jedoch oft aus – denn viele erreichen den Tumor gar nicht.

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In Leukämiezellen (hier lila) wird durch das neue Medikament der Signalweg zum natürlichen Absterben wieder freigemacht. Foto: Universitätsklinikum Ulm
Leukämie

Neue Wirkstoffe gegen CLL

5. April 2013 Detlef Hoewing 0

Kooperation wird von Deutscher Krebshilfe gefördert

Die chronische lymphatische Leukämie (CLL) ist die häufigste Leukämie- Form. Sie gilt gegenwärtig als nicht heilbar und kann innerhalb weniger Jahre trotz Therapie zum Tod führen. Daher werden nach wie vor neue Therapiemöglichkeiten gesucht. Eine solche Möglichkeit könnten spezielle Aspirin-Derivate sein. Diese werden nun mit Unterstützung der Deutschen Krebshilfe an der Uniklinik Köln erforscht.

Als ein Derivat wird in der Chemie ein abgeleiteter Stoff ähnlicher Struktur bezeichnet. Bei dem Stoff, der für die Therapie in Frage kommt, handelt es sich um ein verändertes Aspirin (ASA). Es wird, wie gewöhnlich, oral eingenommen. Beim Eintritt in den Stoffwechsel kommt es jedoch zur Bildung eines Zwischenproduktes, das Zellen schädigen oder zerstören kann. Ein Vertreter dieser Gruppe – das para-NO-ASA – konnte bereits erfolgreich an CLL-Zellen im Labor getestet werden. Dabei zeigte sich, dass mit diesem speziellen ASA kranke CLL-Zellen selektiv abgetötet werden können.

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Wissenschaftler untersuchen, wie Antikörper gesundes Gewebe von Leukämiepatienten am besten schützen können. © Dirk Mahler/Fraunhofer
Leukämie

Vielversprechende Stammzelltherapie bei Leukämie

3. April 2013 Detlef Hoewing 0

Wissenschaftler untersuchen, wie Antikörper gesundes Gewebe von Leukämiepatienten am besten schützen können.  © Dirk Mahler/FraunhoferLeukämie-Patienten erhalten oft eine Knochenmarktransplantation, quasi ein »neues« Immunsystem. Dieses greift jedoch nicht nur die Krebszellen an, sondern auch gesundes Gewebe. Spezielle Antikörper sollen künftig das gesunde Gewebe schützen.

Früher hatte man gegen Leukämie keine Chance. Heute können Ärzte betroffenen Patienten Hoffnung geben: Sie transplantieren Knochenmark – quasi ein »neues« Immunsystem. Die transplantierten Zellen ersetzen die erkrankten, blutbildenden Stammzellen im Knochenmark, bilden gesunde Blutzellen und zerstören zudem die Leukämiezellen. Das Problem: Das Immunsystem kommt aus einem fremden Körper und kann sich daher auch gegen gesundes Gewebe des Patienten richten. Betroffen sind vor allem die Haut, die Leber und der Darm – ihre Zellen können zerstört und die Organe somit schwer geschädigt werden, teilweise bis hin zum Organversagen. Ärzte sprechen von der Graft-versus-Host-Disease, kurz GvHD. Wie problematisch diese fehlgeleitete Immunreaktion ist, zeigen folgende Zahlen: 50 Prozent aller Patienten können Schäden durch die GvHD davontragen, bei 20 Prozent der Behandelten kann sie sogar zum Tod führen. Ein weiteres Risiko: Bei jedem fünften Patienten tritt die Leukämie nach der Transplantation erneut auf.

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Verleihung der Zertifizierungsurkunden an die ersten 10 Gynäkologischen Krebszentren
Forschung

Gesucht: eine Impfstrategie gegen Krebs

5. November 2012 Detlef Hoewing 0

Wissenschaftler des Instituts für Infektionsimmunologie am TWINCORE suchen gemeinsam mit deutschen und niederländischen Partnern nach einem neuen Impfstoff gegen Brustkrebs. Das Projekt wird von EuroTransBio mit dem Ziel gefördert, eine Therapie zu entwickeln – vorklinische Studien am Institut für Infektionsimmunologie finanziert die Europäische Förderinitiative mit 500.000 Euro für zwei Jahre.

Wenn sich ein Tumor im unserem Körper ausbreitet oder wir uns mit Krankheitserregern infizieren, die sich innerhalb unserer Zellen einnisten, reagiert das Immunsystem mit den gleichen Maßnahmen: Es erkennt mit den Dendritischen Zellen die Veränderungen der kranken Zellen und setzt eine Kaskade in Gang, an deren Ende die Vernichtung der befallenen Zellen steht. Abläufe, die sich meist im Verborgenen abspielen. Wir bemerken sie erst, wenn diese schützenden Mechanismen nicht mehr funktionieren. Dann erkranken wir beispielsweise an Krebs oder an einer chronischen Infektion. „Einige Infektionserreger und Tumore sind in der Lage, unser Immunsystem zu umgehen“, sagt Christian T. Mayer, Wissenschaftler am Institut für Infektionsimmunologie. „Dadurch reagiert das Immunsystem nicht in der erforderlichen Intensität und die Krankheit breitet sich aus. Dann benötigt das Immunsystem Unterstützung – beispielsweise durch eine therapeutische Impfung.“ Eine solche Impfung, die das Immunsystem bei der Abwehr einer bestehenden Erkrankung unterstützt, entwickeln die Wissenschaftler am TWINCORE mit Partnern aus der akademischen und industriellen Forschung – mit dem Ziel, diese Therapie zur Anwendungsreife zu bringen.

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Auf weißen Blutkörperchen von Patienten mit Chronischer Lymphatischer Leukämie docken zwei Rezeptoren an der Außenseite der Zelle aneinander (oben, blau dargestellt) und lösen über Bausteine an der Innenseite der Zelle (unten) eine Signalkaskade aus. Diese ist ein wichtiger Bestandteil der Umwandlung der Immunzelle in eine sich unkontrolliert vermehrende Krebszelle. Gafik: Dühren-von Minden
Krebs bei Kindern

MDC-Forscher entdecken Schlüsselelement für Entstehung des Burkitt- Lymphoms

14. August 2012 Detlef Hoewing 0

Das Burkitt-Lymphom ist ein bösartiger, rasch wachsender Tumor, der aus einer Unterart der weißen Blutzellen, den B-Lymphozyten des Immunsystems, entsteht und häufig innere Organe sowie das Zentrale Nervensystem befällt. Jetzt haben Dr. Sandrine Sander und Prof. Klaus Rajewsky vom Max-Delbrück- Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch ein neues Schlüsselelement identifiziert, das die Immunzellen zu bösartigen Lymphomzellen umfunktioniert. Sie entwickelten ein Mausmodell, das grosse Ähnlichkeit zum Burkitt-Lymphom des Menschen hat und mit dem neue Therapiestrategien zur Behandlung der Erkrankung entwickelt werden können (Cancer Cell, http://dx.doi.org/10.1016/j.ccr.2012.06.012)*.

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