Immunsystems

Cocktail verleiht Immunzellen Ausdauer gegen Krebs

Mit Immunbotenstoffen behandelte Killerzellen lassen Tumoren schrumpfen

Die Natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) des Immunsystems können Krebs wirksam bekämpfen, verlieren aber in der Regel zu schnell ihre Angriffslust, um solide Tumoren zurückzudrängen. Wissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum entdeckten nun, dass ein Cocktail aus drei verschiedenen Immunbotenstoffen die NK-Zellen langfristig aktiviert. In Mäusen lassen so angeregte NK-Zellen Tumoren schrumpfen. Auch NK-Zellen des Menschen werden durch den Cocktail anhaltend aktiviert.

Krebs mithilfe des körpereigenen Abwehrsystems zu bekämpfen, ist ein vielversprechender Behandlungsansatz. Bei einigen wenigen Krebserkrankungen, etwa beim schwarzen Hautkrebs oder beim Prostatakarzinom, gehören Immuntherapien bereits zur klinischen Routine. Als besonders geeignete Waffen gegen den Krebs gelten die so genannten „Natürlichen Killerzellen“ (NK-Zellen). Sie sind Bestandteil des angeborenen Immunsystems und haben den Vorteil, dass sie breit gegen Krebszellen verschiedenen Ursprungs reagieren. Außerdem töten NK-Zellen auch solche Tumorzellen, die ein bestimmtes Erkennungsmolekül verloren haben und die daher von anderen Immunzellen nicht mehr wahrgenommen werden können.

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Gebärmutterhalskrebs: Frauenärzte entwickeln Immuntherapie die entartetes Gewebe schonend heilt

In Deutschland müssen sich jährlich etwa 100.000 Frauen einer Operation zur Entfernung von Krebsvorstufen des Gebärmutterhalses unterziehen. Verantwortlich für die Veränderungen des Gewebes sind Infektionen mit Papillomaviren. Fatalerweise sind es häufig Mechanismen des körpereigenen Immunsystems, die eine effektive Abwehr dieser Viren erschweren. Dr. Günter Cichon und sein Forscherteam an der Berliner Charité untersuchen molekulare Schalter auf der Oberfläche von Immunzellen, die diese hemmende Wirkung des Immunsystems aufheben können. Gelingt es, aus diesen Beobachtungen eine Therapie zu entwickeln, hätten betroffenen Frauen künftig eine schonende Alternative zum chirurgischen Eingriff.

Das körpereigene Immunsystem reagiert häufig nicht entschieden genug gegen die Papillomaviren, die die Gewebeveränderungen im Gebärmutterhals hervorrufen. Die Erreger können somit im Verborgenen ihre gefährliche Wirkung entfalten. Eine Ursache für die Untätigkeit des Immunsystems haben der Gynäkologe Cichon und sein Team aufgedeckt. Sie fanden heraus, dass in dem durch Papillomaviren veränderten Gewebe sogenannten regulatorischen T-Zellen in auffallend hoher Dichte vorkommen. Dieser spezielle Typ von Immunzellen kann immununterdückend wirken und auf diese Weise ungewollt das Fortbestehen der Virusinfektion fördern.


Aktivierung des Immunsystems hemmt Wachstum bösartiger Hirntumoren

Operation, Strahlen- und Chemotherapie sind bei der Behandlung von bösartigen Hirntumoren meist wenig erfolgreich. Deshalb verfolgt die Arbeitsgruppe Neuroonkologie um Prof. Michael Weller aus der Neurologischen Universitätsklinik Tübingen seit mehreren Jahren auch alternative Konzepte zu deren Therapie. Maligne Hirntumorzellen haben die besondere Eigenschaft, das Immunsystem betroffener Patienten zu schwächen. Dadurch entziehen sich die Tumorzellen einer wirksamen Immunabwehr.