Rot gefärbt sind ehemals bösartige Tumorzellen (Melanomzellen), die im Rahmen der natürlichen Immunkontrolle in den dauerhaften Wachstumsstopp, die Seneszenz (rote Markierung) übergegangen sind. Braun gefärbt sind noch verbleibende Pigment beladene Zellen. Universitätsklinikum Tübingen
Hautkrebs

Ipilimumab bei fortgeschrittenem Melanom – Zusatznutzen für nicht vorbehandelte Patienten nach wie vor nicht belegtn – Zusatznutzen für nicht vorbehandelte Patienten nach wie vor nicht belegt

6. Juni 2014 Detlef Hoewing 0

IQWiG bewertet in zwei Addenda Studiendaten zu weiterer Vergleichstherapie sowie aktualisierte Datenanalysen Anfang 2014 hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) den Zusatznutzen von Ipilimumab bei nicht vorbehandelten Patienten mit fortgeschrittenem Melanom untersucht. Der Hersteller reklamierte für diese Patienten einen deutlichen Zugewinn an Überlebenszeit und damit einen Zusatznutzen gegenüber Dacarbazin, der vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie. Der vom Hersteller angestellte indirekte Vergleich war allerdings zu unsicher, und der postulierte Effekt war zugunsten von Ipilimumab verzerrt. Daher war ein Zusatznutzen nicht belegt. Im Rahmen zweier Addenda hat das Institut nun auch aktualisierte und korrigierte Hersteller-Analysen sowie einen möglichen Zusatznutzen gegenüber einer zweiten Vergleichstherapie geprüft. Am Ergebnis ändert sich aber nichts: Ein Zusatznutzen von Ipilimumab ist für nicht vorbehandelte Patienten gegenüber keiner der beiden Vergleichstherapien belegt. Vorteil bei vorbehandelten Patienten Ipilimumab ist ein monoklonaler Antikörper, der bei schwarzem Hautkrebs zum Einsatz kommt, wenn ein Melanom so weit fortgeschritten ist, dass es nicht mehr operativ entfernt werden kann oder Metastasen gebildet hat. Für bereits vorbehandelte Patienten legte der Hersteller 2012 aussagekräftigen Daten aus einer randomisierten kontrollierten Studie vor, die bei der Überlebenszeit auf einen erheblichen Vorteil von Ipilimumab im Vergleich zu einer „best supportive care“ hinweisen, allerdings verbunden […mehr lesen]

Gewebeschnitt durch ein Melanom. Bild: KGH, Wikimedia Commons
Hautkrebs

Beträchtlicher Zusatznutzen von Ipilimumab bei fortgeschrittenem Melanom

2. Mai 2012 Detlef Hoewing 0

Vorteile beim Gesamtüberleben, aber auch Nachteile in Form von Nebenwirkungen

Der humanisierte Antikörper Ipilimumab (Handelsname Yervoy®) ist seit August 2011 zugelassen zur Behandlung von erwachsenen Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem Melanom (schwarzer Hautkrebs), die bereits zuvor eine Behandlung erhalten haben. Fortgeschritten bedeutet hier, dass das Melanom nicht mehr operativ entfernt werden kann oder Metastasen gebildet hat. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat den Zusatznutzen des Wirkstoffs gemäß AMNOG überprüft. Demnach stehen erhebliche Vorteile des Wirkstoffs in Bezug auf das Gesamtüberleben einem erheblichen Schadenspotential in Form von Nebenwirkungen gegenüber. In der Gesamtschau ergibt sich ein beträchtlicher Zusatznutzen von Ipilimumab.

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