Brustuntersuchung - Quelle: Humannews
Brustkrebs

Mammografie-Screening: IQWiG legt Entwurf für Entscheidungshilfe vor

7. März 2016 Detlef Hoewing 0

Das Ziel: Frauen beim persönlichen Abwägen von Nutzen und Schaden besser unterstützen / IQWiG bittet um Stellungnahmen Seit 2009 wird die Brustkrebs-Früherkennungsuntersuchung (Mammografie-Screening) deutschlandweit angeboten. Dazu bekommen Frauen im Alter zwischen 50 und 69 alle zwei Jahre eine Einladung zur Mammografie und eine Informationsbroschüre (Merkblatt). Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) im Jahr 2014 beauftragt, ein Einladungsschreiben und eine Entscheidungshilfe zu erstellen. Das Einladungsschreiben und ein Merkblatt wurden bereits Januar 2016 in einer neuen Version an den G-BA übersandt. Nun hat das IQWiG den Entwurf für die Entscheidungshilfe und ein angepasstes Einladungsschreiben vorgelegt, zu dem interessierte Personen und Institutionen bis zum 05. April 2016 Stellungnahmen abgeben können. Zweistufiger Prozess Der Auftrag sollte in zwei Stufen bearbeitet werden: Die erste Stufe umfasste die Überarbeitung des seit 2010 im Mammografie-Programm eingesetzten Merkblatts und des Einladungsschreibens inklusive eines Nutzertests innerhalb von sechs Monaten. Das Ergebnis der ersten Stufe hat das IQWiG im Frühjahr 2015 als Rapid Report dem G-BA übergeben. Der G-BA hat auf Basis dieser Materialien im Oktober 2015 neue Versionen des Merkblatts und des Einladungsschreibens beschlossen. Diese Version des Merkblatts wird bereits seit Januar 2016 mit den Einladungen zur Mammografie verschickt. Beim jetzt […mehr lesen]

Humane Papillomviren (HPV) - Quelle: Dana Holzinger, DKFZ
Gebärmutterhalskrebs

HPV-Test – IQWiG sieht weiterhin Hinweise auf Nutzen im Primärscreening

12. Juni 2014 Detlef Hoewing 0

Aktuelle Studienergebnisse bestätigen Bericht von 2012: Krebsvorstufen können früher erkannt werden Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat aktuelle Studienergebnisse zum Nutzen eines Tests auf Humane Papillomaviren (HPV) ausgewertet und überprüft, ob seine erste Bewertung vom Januar 2012 noch Bestand hat. Der Rapid Report, den das Institut am 11. Juni 2014 veröffentlicht hat, beantwortet diese Frage mit Ja. Das IQWiG sieht nach wie vor Hinweise, dass mithilfe des Tests Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses früher erkannt und behandelt werden können und Tumoren in der Folge seltener auftreten. HPV-Test ist keine Kassenleistung Zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs bieten die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) derzeit eine jährliche zytologische Untersuchung der Schleimhautzellen aus einem Abstrich vom Gebärmutterhals (Zervix) an, den Pap-Test. Seit bekannt ist, dass Humane Papillomaviren der Hauptrisikofaktor für ein Zervixkarzinom sind, diskutieren Experten darüber, ob sich auch ein HPV-Test für das Screening eignet oder einem zytologischen Test sogar überlegen ist. Den HPV-Test zahlt die GKV bislang nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel bei einem unklaren Pap-Befund. Neue Auswertung zu einer großen Studie Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IQWiG suchten erneut nach Studien, die die HPV-Diagnostik allein oder in Kombination mit einem zytologiebasierten Verfahren mit einer Strategie verglichen, die ausschließlich zytologiebasierte Tests im Primärscreening […mehr lesen]

Rot gefärbt sind ehemals bösartige Tumorzellen (Melanomzellen), die im Rahmen der natürlichen Immunkontrolle in den dauerhaften Wachstumsstopp, die Seneszenz (rote Markierung) übergegangen sind. Braun gefärbt sind noch verbleibende Pigment beladene Zellen. Universitätsklinikum Tübingen
Hautkrebs

Ipilimumab bei fortgeschrittenem Melanom – Zusatznutzen für nicht vorbehandelte Patienten nach wie vor nicht belegtn – Zusatznutzen für nicht vorbehandelte Patienten nach wie vor nicht belegt

6. Juni 2014 Detlef Hoewing 0

IQWiG bewertet in zwei Addenda Studiendaten zu weiterer Vergleichstherapie sowie aktualisierte Datenanalysen Anfang 2014 hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) den Zusatznutzen von Ipilimumab bei nicht vorbehandelten Patienten mit fortgeschrittenem Melanom untersucht. Der Hersteller reklamierte für diese Patienten einen deutlichen Zugewinn an Überlebenszeit und damit einen Zusatznutzen gegenüber Dacarbazin, der vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie. Der vom Hersteller angestellte indirekte Vergleich war allerdings zu unsicher, und der postulierte Effekt war zugunsten von Ipilimumab verzerrt. Daher war ein Zusatznutzen nicht belegt. Im Rahmen zweier Addenda hat das Institut nun auch aktualisierte und korrigierte Hersteller-Analysen sowie einen möglichen Zusatznutzen gegenüber einer zweiten Vergleichstherapie geprüft. Am Ergebnis ändert sich aber nichts: Ein Zusatznutzen von Ipilimumab ist für nicht vorbehandelte Patienten gegenüber keiner der beiden Vergleichstherapien belegt. Vorteil bei vorbehandelten Patienten Ipilimumab ist ein monoklonaler Antikörper, der bei schwarzem Hautkrebs zum Einsatz kommt, wenn ein Melanom so weit fortgeschritten ist, dass es nicht mehr operativ entfernt werden kann oder Metastasen gebildet hat. Für bereits vorbehandelte Patienten legte der Hersteller 2012 aussagekräftigen Daten aus einer randomisierten kontrollierten Studie vor, die bei der Überlebenszeit auf einen erheblichen Vorteil von Ipilimumab im Vergleich zu einer „best supportive care“ hinweisen, allerdings verbunden […mehr lesen]

Strahlentherapie eines Patienten in der Charité Berlin
Radiologie

Radiojodtherapie – Große Heilungschancen bei Schilddrüsenkrebs

10. April 2013 Detlef Hoewing 0

Etwa 5.000 Menschen in Deutschland werden in jedem Jahr mit der Diagnose Schilddrüsenkrebs konfrontiert, zudem ist eine stetige Zunahme der Erkrankung zu erkennen. Diese Tumorart ist damit die häufigste Form bösartiger Veränderungen der hormonproduzierenden Drüsen. Die große Herausforderung besteht darin, den Tumor frühzeitig zu entdecken. Hierbei kommen nuklearmedizinische Diagnose- und Therapieverfahren zum Einsatz. Sie machen es möglich, die Schilddrüsentumore bereits in frühen Stadien zu erkennen und zu behandeln und so die Sterblichkeit an dieser Erkrankung deutlich zu senken. Mit Ausnahme der Operation übernimmt die Nuklearmedizin hier praktisch die gesamte Diagnose und auch Therapie.

Knotige Veränderungen der Schilddrüse finden sich bei etwa einem Viertel der bundesdeutschen Bevölkerung. Hintergrund ist der langjährige Iodmangel, der zu einem vermehrten Wachstum des Organs und zur Bildung von Knoten führt. Die große Mehrzahl dieser Schilddrüsenknoten ist jedoch gutartig. Hat sich aber Schilddrüsenkrebs gebildet, muss der Schilddrüsentumor – und damit auch die gesamte Schilddrüse – operativ entfernt werden. Aufgrund zu befürchtender Komplikationen, wie etwa einer möglichen Verletzung des Stimmbandnervs, kann die Schilddrüse oft jedoch nicht komplett entfernt werden. Vielmehr ist es nach der Operation die Aufgabe der risikoarmen, nuklearmedizinischen Radioiodtherapie, das verbliebene Schilddrüsengewebe und darin eventuell noch enthaltene Tumorzellen komplett auszuschalten.

[…mehr lesen]

Chemotherapie - pixabay
Schilddrüsenkrebs

Vandetanib bei Schilddrüsenkrebs: Keine Belege für Zusatznutzen

18. Juni 2012 Detlef Hoewing 0

Herstellerdossier enthält keine Daten zu patientenrelevanten Endpunkten innerhalb der Zulassungspopulation

Seit Februar 2012 steht Vandetanib in Deutschland unter dem Handelsnamen Caprelsa® erwachsenen Patientinnen und Patienten zur Verfügung, die an einer bestimmten Form von aggressivem Schilddrüsenkrebs erkrankt sind. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat jetzt den Zusatznutzen des Wirkstoffs gemäß AMNOG überprüft. Demnach gibt es keine Belege für einen Zusatznutzen. Denn der Hersteller hat in seinem Dossier für die Patientinnen und Patienten, für die das Medikament zugelassen ist, keine Daten zu patientenrelevanten Endpunkten vorgelegt. Angesichts dieser Defizite sah sich das IQWiG gezwungen, das Dossier für „inhaltlich unvollständig“ zu erklären.

„best supportive care“ als zweckmäßige Vergleichstherapie

Wie vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegt, sollte Vandetanib mit der „best supportive care“ verglichen werden. Darunter versteht man die Therapie, die eine bestmögliche, patientenindividuell optimierte, unterstützende Behandlung zur Linderung von Symptomen und zur Verbesserung der Lebensqualität gewährleistet.

Die einzige für die Nutzenbewertung relevante Studie verglich die Gabe von Vandetanib in Kombination mit „best supportive care“ mit einer Behandlung mit „best supportive care“ allein.

[…mehr lesen]

Krebssymbol - pixabay
Schilddrüsenkrebs

Neue Therapie bei Schilddrüsenkrebs in der MHH

26. Juni 2006 Detlef Hoewing 0

Bei Patienten, die an einem Schilddrüsenkarzinom leiden, muss in der Regel die Schilddrüse operativ entfernt werden. Um restliches Schilddrüsen- oder Tumorgewebe zu entfernen, dass nach der Operation möglicherweise noch verblieben war, werden die Patienten im Anschluss mit einer Radiojodtherapie behandelt. Das radioaktive Jod reichert sich dabei in dem Restgewebe an und tötet es ab. Die Aufnahme in die Zellen ist aber davon abhängig, dass das die Schilddrüse stimulierende Hormon TSH in ausreichender Menge im Körper vorhanden ist.

Weniger Nebenwirkungen, schnellere Heilung / Pressegespräch mit Patienten am 27. Juni

Bislang mussten Ärzte warten, bis der Körper des Patienten die Produktion des Hormons wieder hochgefahren hatte. Der Patient musste dabei zunächst eine Phase mit Schilddrüsenunterfunktion durchstehen, die von erheblichen körperlichen und psychischen Nebenwirkungen gekennzeichnet ist. Herz-Kreislaufkomplikationen, Arbeitsunfähigkeit sowie erhöhte Unfall- und Verletzungsgefahren drohen wegen einer Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff. Die Schilddrüsenunterfunktion ist zudem verantwortlich für eine verlangsamte Rekonvaleszenz.

Bei der neuen Therapie erhalten die Patienten sofort nach der Operation Thyrogen, ein biotechnologisch hergestelltes Hormon, das dem menschlichen Schilddrüsenhormon zum Verwechseln ähnelt. Damit kann die Schilddrüsenunterfunktion mit allen Nebenwirkungen vermieden werden, auch der Heilungsprozess läuft schneller. Die Krankheitsphase kann in den meisten Fällen von ungefähr sechs Wochen auf zehn bis zwölf Tage reduziert werden.
Über die Erfolge der Therapie an der MHH berichten am

[…mehr lesen]