Eine Chlamydien-Infektion begünstigt Prozesse der Krebsentstehung. - Quelle: MPI für Infektionsbiologie / V. Brinkmann
Forschung

Chlamydien durchbrechen die körpereigene Krebsabwehr

17. November 2014 Detlef Hoewing 0

Durch den Abbau des tumorunterdrückenden Proteins p53 verhindern Chlamydien den programmierten Zelltod und begünstigen damit Prozesse der Krebsentstehung Infektionen mit den sexuell übertragenen Bakterien Chlamydia trachomatis bleiben oft unbemerkt. Die Erreger gelten nicht nur als häufigste Ursache weiblicher Unfruchtbarkeit; sie stehen auch im Verdacht, das Risiko einer Erkrankung an Unterleibskrebs zu erhöhen. Ein Forscherteam am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin hat nun den Abbau eines wichtigen körpereigenen Schutzfaktors im Verlauf einer Chlamydien-Infektion beobachtet. Indem die Erreger den Abbau des Proteins p53 aktivieren, blockieren sie einen wichtigen Schutzmechanismus infizierter Zellen, die Einleitung des programmierten Zelltods. Bei vielen Krebsarten ist diese Schutzfunktion von p53 ebenfalls eingeschränkt. Die neuen Einblicke untermauern den vermuteten Zusammenhang zwischen Chlamydien-Infektionen und dem Auftreten bestimmter Krebsarten. Täglich entstehen in fast jeder unserer Zellen hunderte von Mutationen. Das Protein p53 wird daraufhin aktiviert und soll diese Veränderungen im Erbgut begrenzen: Entweder repariert die Zelle die geschädigte DNA oder, wenn das nicht möglich ist, startet sie das zelluläre Selbstmordprogramm. Auf diese Weise werden die Zellen normalerweise vor der Entstehung von Krebs geschützt. Infektionen mit Chlamydien führen zu einer drastischen Erhöhung der Mutationsrate, wie das Berliner Team am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie bereits im Vorjahr berichtet hatte. Für die Chlamydien wäre die […mehr lesen]