Die Proteinsignaturen zeigen, wie empfindlich die untersuchten Tumor-Zelllinien (Kästchen von links nach rechts) auf zwei Wirkstoffe reagieren: auf das Chemotherapeutikum Taxol (oben) und auf den Kinase-Inhibitor Dasatinib (unterhalb der grauen Linie). Die erste Zeile zeigt die Reaktion – von blau nach rot: wenig bis sehr empfindlich; Zeilen darunter: Vorkommen der verschiedenen Proteine in den Zellinien: blau geringes, rot hohes Vorkommen. Quelle: A. Gholami/TUM
Forschung

Typisches Proteinprofil von Tumorzellen entschlüsselt

9. August 2013 Detlef Hoewing 0

Wie wird aus einer unauffälligen Körperzelle eine Krebszelle? Welche Unterschiede sind dafür verantwortlich, dass sich Tumorzellen unkontrolliert teilen? Bisher interessierten sich Forscher vor allem für Veränderungen in der DNA, dem Bauplan für die Proteine. Da es aber letztlich Proteine sind, die Körperzellen zu Tumorzellen umfunktionieren, haben Wissenschaftler jetzt das Proteom von 59 Tumorzelllinien entschlüsselt – und neue Erklärungsmöglichkeiten gefunden, warum Krebsmedikamente nicht bei allen Patienten gleich gut anschlagen.

In der bislang größten Studie dieser Art identifizierten Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) über 10.000 verschiedene Proteine in Krebszellen. „Nahezu alle Tumormedikamente richten sich gegen zelluläre Proteine“, sagt Prof. Bernhard Küster, Leiter des TUM-Lehrstuhls für Proteomik und Bioanalytik. „Wenn das Proteom, also das Proteinportfolio von Tumorzellen bekannt ist, steigen die Chancen, neue Angriffspunkte für Medikamente zu finden.“

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Im Angiogenese-Labor untersucht Dr. Jörg Schweppe, Mitarbeiter des Forschungsteams um Prof. Mesters, ab welcher Dosierung mögliche Nebenwirkungen des gerinnungsfördernden Proteins auftreten können.
Forschung

Aushungern des Tumors hält Krebs in Schach

26. Juli 2006 Detlef Hoewing 0

Im Angiogenese-Labor untersucht Dr. Jörg Schweppe, Mitarbeiter des Forschungsteams um Prof. Mesters, ab welcher Dosierung mögliche Nebenwirkungen des gerinnungsfördernden Proteins auftreten können.Ohne Essen kann ein Mensch nicht länger als ein paar Wochen, ohne Trinken allenfalls einige Tage und ohne Luft zum Atmen gerade mal wenige Minuten überleben. Doch nicht nur der Gesamtorganismus, sondern nahezu jede einzelne Körperzelle ist in ihrer Existenz von Nährstoffen und Sauerstoff abhängig. Wenn sie über den Blutkreislauf nicht mehr entsprechend versorgt wird, geht sie unter – so beispielsweise Herzmuskelzellen bei einem Infarkt oder Gehirnzellen beim Schlaganfall. Warum dieses Prinzip nicht in der Krebsmedizin therapeutisch nutzen und Tumorzellen gleichsam den Hahn abdrehen?

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