Laufen für die Heilung von Brustkrebs Quelle: Detlef Höwing
Brustkrebs

Krebs und „Chemobrain“: Krebs-Stress führt zu kognitiven Störungen

25. April 2015 Detlef Hoewing 0

Brustkrebspatientinnen zeigen schon vor der Behandlung Aufmerksamkeitsstörungen. Diese werden offenbar durch posttraumatischen Stress infolge der Krebsdiagnose verursacht, wie eine Studie von LMU-Forschern nachweist. Bei Krebspatienten können Störungen der Aufmerksamkeit, des Gedächtnisses und anderer Basisfunktionen mentaler Prozesse auftreten, wie zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen feststellten. Diese kognitiven Beeinträchtigungen wurden lange ausschließlich auf Nebenwirkungen der Chemotherapie zurückgeführt und erhielten den Namen Chemobrain – bis eine Reihe von Studien ein „Chemo-Gehirn“ schon bei Patienten nachwies, deren medikamentöse Behandlung noch gar nicht begonnen hatte. Jetzt konnte ein Team um Dr. Kerstin Hermelink vom Brustzentrum der Frauenklinik der LMU zeigen, dass höchstwahrscheinlich posttraumatischer Stress infolge der Krebsdiagnose die bisher unerklärten Störungen vor Therapiebeginn verursacht. Die Ergebnisse erscheinen aktuell im Journal of the National Cancer Institute. Vor allem bei Brustkrebspatientinnen wurde über Störungen kognitiver Funktionen schon vor Therapiebeginn vielfach berichtet. Zu den Ursachen gab es bisher nur Vermutungen: Die Krebserkrankung selbst könnte bestimmte Gehirnfunktionen beeinträchtigen, beispielsweise durch eine vermehrte Ausschüttung bestimmter Botenstoffe (Zytokine), oder Krebserkrankung und kognitive Beeinträchtigung könnten eine gemeinsame genetische Grundlage haben. Die LMU-Forscher haben mit ihrer Studie Cognicares (Cognition in Breast Cancer Patients – the Impact of Cancer-related Stress) nun eine andere Erklärung überprüft und bestätigt. Traumatische Diagnose „Eine Krebserkrankung kann als Trauma erlebt werden. […mehr lesen]