Das neue radioaktive Kontrastmittel markiert besonders Metastasen besser als gängige Substanzen. - Quelle: Abteilung Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg.
Prostatakrebs

Tübinger Forscher machen Prostatakarzinom- und Glioblastomzellen sichtbar

29. Januar 2015 Detlef Hoewing 0

Bei der Kontrastmittel-Darstellung von Tumoren gelingt es bisher nicht, die Tumorzellen selbst spezifisch anzufärben. Die gängigen Kontrastmittel gelangen nach intravenöser Gabe nur in in den Raum zwischen den Tumorzellen. Durch besondere, an die üblichen Kontrastmittel angebrachte Verbindungsmoleküle, sogenannte Liganden (wie Duftstoffe, Antibiotika, Magenmotilitätshemmer, Neurotransmitter) gelang es Professor Stefan Heckl an der Universitätsklinik Tübingen und seinem Team Prostatakarzinom- und Glioblastomzellen ganz spezifisch darzustellen. Bei einem Prostatakarzinom ist es entscheidend zu wissen, ob noch ein frühes Stadium vorliegt oder ob bereits Metastasen bestehen. Nach intravenöser Gabe eines Gadolinium-Kontrastmittels (Gd-KM) ist dessen Anreicherung im Prostatakarzinom nur durch die erhöhte Durchblutung bedingt, welche bei weniger durchbluteten Tumoren nicht besteht. Die Abgrenzung eines Prostatakarzinoms von einer Entzündung oder einer Hyperplasie (gutartige Prostatavergrößerung), besonders aber auch die Lokalisierung von Lymphknotenmetastasen, ist in der MRT und der Fluoreszenzmikroskopie sehr schwierig. Schmerzhafte Stanzbiopsien sind deshalb nötig. Um eine Anreicherung des Kontrastmittels und des Fluoreszenzfarbstoffes im Zellinneren der Prostatakarzinomzellen zu erreichen, wurden an die Kontrastmittel verschiedene Liganden gekoppelt, die dadurch in die Zelle gelangten. Der Maiglöckchenduftrezeptor kommt nicht nur auf Riechzellen, sondern weitgehend isoliert auch auf Prostatakarzinomzellen vor. Mit Gd- und Fluoreszenz-Kontrastmitteln, welche Liganden des Maiglöckchenduftrezeptors enthielten, konnten so Prostatakarzinomzellen dargestellt werden. Der Cholecystokinin-A-Rezeptor (CCK-A-Rezeptor) findet sich vorwiegend im […mehr lesen]

Sonographie
Forschung

Kontrastmittel in der Sonographie:

7. Oktober 2004 Detlef Hoewing 0

Röntgen-Kontrastmittel wurden bisher nur in strahlenbelastenden radiologischen „Durchsichtverfahren“ sowie in der aufwendigen Computer- und Kernspintomographie eingesetzt. Seit gut zehn Jahren wird auch an Kontrastmitteln für Ultraschalluntersuchungen in der Medizin (Sonographie) gearbeitet. Beim Dreiländertreffen der Deutschen, Österreichischen und Schweizer Ultraschallexperten, wurde ausgiebig über die Anwendung von Kontrastmitteln nun auch in der Sonographie berichtet. Dabei zeigte sich: Kontrastmittel in der Sonographie sind ärztlicher Alltag geworden.

[…mehr lesen]