Eine Killerzelle kontaktiert eine Tumorzelle (links) und löst sich nach einer Stunde (Mitte). Nach weiteren zwei Stunden bilden sich Bläschen (rechts, roter Pfeil) auf der Oberfläche der angegriffenen Tumorzelle. Abbildung: MPI für Neurobiologie / Jen
Forschung

Poren öffnen dem Krebs die Tür

4. September 2008 Detlef Hoewing 0

Eine Killerzelle kontaktiert eine Tumorzelle (links) und löst sich nach einer Stunde (Mitte). Nach weiteren zwei Stunden bilden sich Bläschen (rechts, roter Pfeil) auf der Oberfläche der angegriffenen Tumorzelle. Abbildung: MPI für Neurobiologie / JenWissenschaftler klären den Hauptzugangsweg, über den Virus-befallene Körperzellen und Tumorzellen von körpereigenen Abwehrstoffen angegriffen werden. Unser Körper wird nahezu kontinuierlich von Krankheitserregern und spontan entstehenden Krebszellen bedroht. Doch der Körper wehrt sich: Spezialisierte Zellen des Immunsystems schleusen kleine Moleküle (Granzyme) in Virus-befallene Körperzellen sowie Krebszellen ein, und lösen so das eingebaute Selbstmordprogramm der Zellen aus. Um in eine attackierte Zelle zu gelangen, gibt es zwei mögliche Wege. Trotz mehr als zwanzigjähriger intensiver Forschung blieb jedoch unklar, auf welchem der beiden Wege die tödliche Menge an Granzymen in eine Zelle eindringt. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie zeigen nun,dass winzige Poren in der Zelloberfläche den Granzymen für kurze Zeit die Tür öffnen. Die Ergebnisse eröffnen auch neue Perspektiven für eine verbesserte Therapie von chronischen Virusinfektionen und Krebserkrankungen. (PNAS, September 2008)

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Das Bild zeigt den Aufbau eines Leukozyten, der sich nach rechts oben bewegt. - Tim Lämmermann/Michael Sixt, MPI für Biochemie
Forschung

Krebszellen nutzen die Fortbewegung von Leukozyten

1. Mai 2008 Detlef Hoewing 0

Das Bild zeigt den Aufbau eines Leukozyten, der sich nach rechts oben bewegt. - Tim Lämmermann/Michael Sixt, MPI für BiochemieDie Fortbewegung von Zellen im Organismus ist streng reguliert und auf jeweils spezifische Gewebe beschränkt. Nur Leukozyten, die weißen Blutkörperchen, können auf der Suche nach Krankheitserregern und anderen Eindringlingen frei im Körper patrouillieren. Ein Forscherteam um Michael Sixt von der Abteilung für Molekulare Medizin am Max-Planck-Institut für Biochemie hat in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Medizinischen Hochschule Hannover und der Universität Leicester/ Grossbritannien gezeigt, dass die Immunzellen diese Autonomie einer einfachen, aber äußerst effizienten Art der Fortbewegung verdanken. Anstatt fest am Untergrund anzudocken, fließen die Zellen vorwärts – und zwar durch dick und dünn. Bleiben sie wegen ihres relativ starren Zellkerns einmal stecken, dann wird dieser durch Kontraktionen eines zellulären Netzwerks durch den Engpass geschoben. (Nature, 1. Mai 2008)

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