Das Team um Prof. Jens-Uwe Stolzenburg (li) bei der Besprechung der Bildgebungs-Daten eines Patienten. Angela Steller/UKL
Krebsthemen

Krebserkrankungen – Frühe und exakte Diagnose

12. April 2016 Detlef Hoewing 0

Weltweit steigt die Zahl der Krebserkrankungen, in Deutschland erkranken jährlich rund 500.000 Menschen neu. Eine frühe und vor allem exakte Diagnose kann für diese Patienten lebensrettend sein. Hier spielt die nuklearmedizinische Bildgebung eine Schlüsselrolle. Grundlage des Arbeitens der Nuklearmediziner ist die Anwendung von radioaktiven Substanzen (Radiopharmaka) im menschlichen Körper. Diese Substanzen werden vorrangig für diagnostische Zwecke, zunehmend aber auch für die zielgenaue Bekämpfung von Tumoren eingesetzt. Die Nuklearmedizin diagnostiziert Erkrankungen mithilfe radioaktiver Substanzen – so genannter Marker, die sich spezifisch an Tumorzellen binden. Um die betroffenen Zellen sichtbar machen zu können, werden dem Patienten spezielle, radioaktiv markierte Substanzen – so genannte Radiopharmaka – verabreicht. Das sind tumorsuchende Substanzen, an die ein radioaktives Atom (das Radionuklid) gebunden ist. Ein Radiopharmakon bindet im Körper an einen bestimmten Zelltyp und transportiert damit das Radionuklid gezielt zu den krankhaft veränderten Zellen. Es kommt zu einer starken Anreicherung im Tumor, bei nur geringer Aufnahme in gesunden Organen. Mit Hilfe der schwach ionisierenden Strahlung, die damit aus den Tumorzellen kommt, kann dann die Verteilung der Substanzen und somit die Verteilung der Krebszellen mittels der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) oder der Single-Photon-Emission-Computer-Tomographie (SPECT) bildhaft dargestellt werden. Die für die Diagnostik verwendeten Radiopharmaka werden auch als Radiotracer bezeichnet. Ihre diagnostische […mehr lesen]

Deutsche Bevölkerung hat Angst vor Krebs Grafik: Roche
Krebsthemen

Weltkrebstag 2015 – medizinischer Fortschritt in der Behandlung von Krebserkrankungen

2. Februar 2015 Detlef Hoewing 0

Vor keiner Krankheit haben die Deutschen so viel Angst wie vor Krebs. Dabei gibt es Grund zur Hoffnung. Denn gerade für Menschen, die an Krebs erkrankt sind, wurden in der jüngsten Vergangenheit große Fortschritte erzielt. So hat unter anderem die Entwicklung moderner, zielgerichteter Arzneimittel dazu beigetragen, die Überlebensaussichten bei einigen Krebsarten, wie zum Beispiel Brustkrebs, deutlich zu verbessern. Anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar 2015 haben wir Ihnen umfassende Informationen zu den jüngsten Fortschritten in der Krebsbehandlung in unserem Presseweb http://pharma.roche-presse.de zusammengestellt. Hintergrund zum Weltkrebstag: Fortschritte in der Behandlung von Krebspatienten Vor keiner Krankheit haben die Deutschen so viel Angst wie vor Krebs: Über die Hälfte der Bevölkerung fürchtet einen Tumor mehr als einen Schlaganfall oder Demenz.1) Dabei gibt es Grund zur Hoffnung: Für Menschen, die an Krebs erkrankt sind, wurden in der Vergangenheit große Fortschritte erzielt. Rund eine halbe Million Menschen werden in Deutschland jedes Jahr mit der Diagnose „Krebs“ konfrontiert. Infolge der alternden Bevölkerung ist die Tendenz steigend.2) Gleichzeitig haben sich die Überlebensaussichten für die betroffenen Patienten entscheidend verbessert. Patienten leben heute nach ihrer Krebsdiagnose nahezu sechsmal länger als noch vor ungefähr 40 Jahren.3) Dazu beigetragen haben Fortschritte auf allen Gebieten der Krebsbehandlung: Fortschritt durch frühzeitige Diagnose: Mithilfe von […mehr lesen]

Kein Bild

Krebserkrankungen – Artikelserie

18. November 2014 Detlef Hoewing 0

© 2013 von Detlef Höwing über Krebserkrankungen. Dieses Buch einer Artikelsammlung der Online-Zeitung Mensch & Krebs, www.krebszeitung.de ist frei verfügbar für den privaten Gebrauch. Alle Texte und Bilder dürfen nur dann weiter bearbeitet oder verwendet werden, wenn meine schriftliche Genehmigung dazu vorliegt. Eine kommerzielle Nutzung des Buches oder Texte oder Bilder sind untersagt. Alle Rechte liegen bei mir und den entsprechenden Autoren. Krebszeitung–Download Krebserkrankungen – Artikelserie als PDF-Datei —

Elektronenmikroskopische Aufnahme der Interaktion von Lymphomzellen mit Epithelzellen der Blutgefäße. Foto: Wilting
Krebsthemen

Palliation ist in Studien zu fortgeschrittenen Krebserkrankungen kaum Thema

25. April 2014 Detlef Hoewing 0

RCTs berücksichtigen Aspekte des Lebensendes selten / Übergeordnete patientenrelevante Therapieziele fehlen oft Aspekte des Lebensendes, die entsprechende Terminologie und die Relevanz der Palliation bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen werden in Publikationen zu kontrolliert randomisierten Studien (RCT) häufig nicht berücksichtigt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), die jetzt in Form eines Arbeitspapiers veröffentlicht wurde. Gemeinsam mit externen Sachverständigen hat das IQWiG exemplarisch Studien zu vier soliden Tumoren analysiert: Glioblastom, Bronchialkarzinom, malignes Melanom und Pankreaskarzinom. Dafür hat das Forscherteam Publikationen zu RCTs ausgewertet, die den Einsatz krankheitsmodifizierender Therapien, wie z. B. Chemo- oder Strahlentherapie, untersuchten. Nicht eingeschlossen wurden Studien zu rein symptomatische Interventionen, wie etwa eine Anus-Praeter-Anlage. Nur 40 Prozent benennen übergeordnete Therapieziele Insgesamt haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler 100 Publikationen zu Studien einbezogen, jeweils 25 für jede der vier Indikationen. Obwohl die mittlere Überlebenszeit (Median) bei diesen vier Tumorarten in der Regel höchstens 24 Monate beträgt, machten nur 71 Prozent der Publikationen in ihren einleitenden Ausführungen zum Studiensetting eindeutige Angaben zur fortgeschrittenen Krankheitsphase. Ein übergeordnetes patientenrelevantes Therapieziel wurde nur in rund 40 Prozent der Publikationen benannt. Damit sind nicht die Studienendpunkte gemeint, sondern das, was mit der jeweiligen Intervention klinisch intendiert wird und Patientinnen […mehr lesen]

Schmerz - pixabay
Krebsthemen

Vitamin D: Neue Hoffnung für Krebspatienten

25. April 2014 Detlef Hoewing 0

Vom 2. bis 3. Mai kommen Forscher und Mediziner aus Europa und den USA in Krefeld zusammen, um neueste Ergebnisse über die Bedeutung von Vitamin D für die Vorbeugung und Behandlung von Krebserkrankungen zu präsentieren und zu diskutieren. Organisiert wird die Tagung unter anderem von den Homburger Dermatologen Professor Dr. Thomas Vogt und Professor Dr. Jörg Reichrath. Reichrath und sein Team erarbeiten Empfehlungen zum richtigen Umgang mit der Sonne und erforschen unter anderem, wie Vitamin D helfen kann, Hautkrebs vorzubeugen und zu behandeln. Vitamin D, auch als Sonnenhormon bekannt, ist wichtig für den Körper: Es ist unter anderem an Prozessen des Knochenaufbaus, der Zellteilung und des Zellwachstums beteiligt und stimuliert das Immunsystem. Der Körper kann es in der Haut mit Hilfe von UV-B-Strahlen des Sonnenlichts selbst produzieren. „Dabei gilt, auf ein gesundes Maß zu achten und sich nicht stundenlang ungeschützt der Sonne auszusetzen und vor allem Sonnenbrand zu vermeiden“, sagt Professor Reichrath. Hat der Körper zu wenig Vitamin D, können Mangelerscheinungen auftreten. Eine der bekanntesten Formen ist die bei Kindern auftretende Rachitis, einer Störung des Knochenstoffwechsels. „Seit geraumer Zeit legen zahlreiche Studien außerdem den Schluss nahe, dass Vitamin D bei der Entstehung von Krebs eine wichtige Rolle spielt“, sagt der […mehr lesen]

Strahlentherapie eines Patienten in der Charité Berlin
Krebsthemen

Krebserkrankungen individueller behandeln

3. April 2014 Detlef Hoewing 0

MHH-Wissenschaftler und zwei Firmen erhalten 1,4 Millionen Euro vom BMBF / Neues Computerprogramm zur Genanalyse soll bei Krebsdiagnose und -therapie helfen Forscher des Instituts für Pathologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und die Teams von Firmen aus Wolfenbüttel (Biobase) und Leuven in Belgien (Cartagenia) entwickeln gemeinsam ein Computerprogramm zur Auswertung von Genanalysen. Es soll ermöglichen, Krebserkrankungen individueller behandeln zu können. Die MHH-Arbeitsgruppe um Professor Dr. Ulrich Lehmann und Dr. Florian Länger sowie die beiden Firmen erhalten für ihr dreijähriges Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) insgesamt fast 1,4 Millionen Euro. Sie widmen sich zunächst dem Lungenkrebs, die neue Infrastruktur wird jedoch beispielsweise auch auf Haut- oder Darmkrebs übertragbar sein. Für eine möglichst schonende und auch ökonomisch sinnvolle Therapie bei Krebs wird es immer wichtiger, Gene zu analysieren, da Krebspatienten aufgrund einer genetischen Veränderung auf bestimmte Medikamente besonders gut ansprechen können oder aber resistent sind. Zur Genanalyse nutzen Wissenschaftler sogenannte Sequenzierverfahren, mit denen sie die Basenabfolge der Gene entschlüsseln. Besonders schnell und umfangreich sind sogenannte Hochdurchsatz-Sequenzierer der nächsten Generation: Sie können pro Durchlauf Millionen Fragmente des Erbgutes untersuchen. Dabei werden immer wieder neue genetische Veränderungen gefunden. „Diese Ergebnisse der neuen und schnellen Sequenzierverfahren sind so umfangreich, dass zur Analyse […mehr lesen]

Kongress - pixabay
Krebskongress 2014

Dyadische Kommunikation und Belastungen bei Patienten mit Krebs und deren Angehörigen

20. Februar 2014 Detlef Hoewing 0

Krebserkrankungen betreffen meist nicht nur den Patienten alleine, sondern auch Partner, Familie und Freunde. Angehörige machen sich ebenfalls Sorgen und sind verunsichert, sie müssen sich mit einer möglicherweise veränderten Zukunftsperspektive auseinandersetzen und praktische Aufgaben zusätzlich übernehmen. Zudem sind sie Berater und Begleiter über den oft langen Behandlungsprozess. Neben der zeitlichen Belastung spielt auch der emotionale Austausch eine wichtige Rolle. Obwohl die Versorgung von Angehörigen eine zentrale Aufgabe psychoonkologischer Tätigkeit darstellt, fehlt es in Deutschland noch an konkreten Zahlen zum Versorgungsbedarf und Versorgungsangeboten speziell für diese Personengruppe.

Auch Angehörige von Krebspatienten leiden

Man weiß inzwischen, dass Angehörige von Krebspatienten ähnlich stark belastet sind wie die Patienten selbst. Eine große Übersichtsarbeit kommt zu dem Ergebnis, dass mehr als 40% der Partner erhöhte Angstwerte aufweisen und dass Angst das vorherrschende Gefühl bei Angehörigen ist, mehr noch als eine depressive Stimmung. In einer Studie der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik am Universitätsklinikum Heidelberg wurde nun neben Belastungen auch die krankheitsbezogene Kommunikation zwischen den Paaren untersucht. An der Studie nahmen insgesamt 189 an Krebs Erkrankte unterschiedlicher Tumorentitäten mit deren Angehörigen (83% Ehepartner, ansonsten erwachsene Kinder mit einem erkrankten Elternteil) teil. Rekrutiert wurden die Angehörigen über die Patienten, die sich zum Zeitpunkt der Befragung zur Behandlung oder Nachsorge in einer ambulanten oder stationären Abteilung des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) des Universitätsklinikums Heidelberg befanden. Auch hier fand sich zunächst ein hoher Prozentsatz erhöhter Angstwerte bei Angehörigen (36%).

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Ratgeber zur Prävention urologischer Erkrankungen - Quelle: DGU
Krebsthemen

Deutsche Urologen setzen weiter auf Aufklärung

18. Dezember 2013 Detlef Hoewing 0

Präventions-Ratgeber in zweiter Auflage zu bestellen

Ratgeber zur Prävention urologischer Erkrankungen  - Quelle: DGURund ein Viertel aller Krebserkrankungen sind urologische Tumore. Inkontinenz und Harnsteinerkrankungen sind millionenfach verbreitete Volkskrankheiten, die gutartige Prostatavergrößerung und Erektionsstörungen häufige Männerleiden. Vielen Erkrankungen kann mit einem entsprechenden Lebensstil vorgebeugt werden, selbst 40 Prozent der Krebserkrankungen gelten als vermeidbar. Wie aber sehen gezielte Präventionsmaßnahmen für Blase, Nieren und Prostata aus?

Was ist gut für Potenz und Fruchtbarkeit? Welche urologischen Erkrankungen sollten frühzeitig behandelt werden, um Begleiterkrankungen zu vermeiden? Antworten liefern die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) und der Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. (BDU) in ihrem „Ratgeber zur Prävention urologischer Erkrankungen“. Vor gut einem Jahr ist die farbige Broschüre vorgestellt worden. Inzwischen ist die zweite Auflage erschienen, die ab sofort online auf der Website der Deutschen Urologen unter www.urologenportal.de bestellt werden kann. Bis zu 50 Exemplare sind kostenlos.

Auf 33 übersichtlich strukturierten Seiten informiert der Ratgeber kompakt über die verschiedenen urologischen Erkrankungen der Harnblase, Nieren, Prostata, Hoden und des Penis, über Harnsteinleiden, Geschlechtskrankheiten bis hin zu andrologischen Erkrankungen wie Unfruchtbarkeit und erektiler Dysfunktion. Neben allgemeinverständlichen Erläuterungen zu Symptomen, Ursachen und Behandlungsmethoden der einzelnen Erkrankungen werden Tipps zur Prophylaxe gegeben, weiterführende Informationsquellen sowie Beratungsadressen genannt.

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Immunzellen in einem Dickdarmtumor (Gewebepräparat). T-Helfer-Zellen (rot) liegen zwischen den Drüsenstrukturen der Tumorzellen (Zellkerne blau gefärbt). - Quelle: Klaus-Peter Janssen
Krebsthemen

Tumorzellen auf Wanderschaft

19. November 2013 Detlef Hoewing 0

Leibniz-Institut für Arbeitsforschung entdeckt neuen Ansatzpunkt zur Krebstherapie

„Sabine arbeitet in der Druckindustrie und muss dabei jeden Tag mit gefährlichen Substanzen umgehen, die zu schweren Erkrankungen wie Krebs führen können. Auf die Verwendung von Chemikalien kann aber in der modernen Arbeitswelt nicht verzichtet werden. Deshalb ist die Erforschung der zellulären Hintergründe solcher Erkrankungen eine wichtige Aufgabe des Arbeitsschutzes. Am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung konnte das Enzym EDI3 als Ursache für krankhafte Veränderungen des Zellstoffwechsels identifiziert werden.“

Das Hauptproblem bei Krebserkrankungen ist das Streuen von Tumorzellen, die sogenannte Metastasierung. Dabei verlassen Zellen ihren ursprünglichen Platz im Primärtumor und wandern über die Blut- oder Lymphbahnen in weiter entfernte Gewebe und Organe. Dort können sie sich ansiedeln und Tochtergeschwülste bilden. Diese Fähigkeit zur Bildung von Metastasen ist ein charakteristisches Merkmal von „bösartigen“ Krebserkrankungen und somit ein zentraler Ansatzpunkt für die Suche nach effektiveren Therapien.

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Forschung

Dem Ursprung von Krebserkrankungen auf der Spur

15. August 2013 Detlef Hoewing 0

Krebs ist eine Erkrankung, die durch Veränderungen in den Genen ausgelöst wird. So unterscheiden sich Tumorzellen von normalen Zellen an hunderten bis tausenden von Stellen des Erbgutes (DNA). Welche Mechanismen ursächlich für die Entstehung dieser Genveränderungen sind, konnte jetzt ein internationales Konsortium zeigen, an dem auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) beteiligt waren.

Durch die Analyse der DNA-Sequenz aller Gene von insgesamt 7042 Tumoren, welche die 30 häufigsten Krebserkrankungen umfassen, konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über 20 verschiedene Muster von Erbgutveränderungen, sogenannte Mutationen, finden. Von diesen waren einige in mehr als der Hälfte aller Tumorarten nachweisbar, andere beschränkt auf einzelne Krebsarten. Zusätzlich konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler spezifische Mechanismen aufdecken, die die Entstehung eines Teils dieser Erbgutveränderungen erklären. Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden jetzt in der Zeitschrift Nature veröffentlicht.

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