Werden KDM6-Enzyme gehemmt, sterben embyronenähnliche Zellgebilde ab. Ein Comet Assay zeigt, dass die Hemmung DNA-Schäden massiert: Je größer der „Schweif“ um eine Zelle, umso größer die Schäden. - (Bild: Matthias Becker)
Forschung

Krebsforschung: Enzymhemmung mit Überraschungseffekt

30. Januar 2016 Detlef Hoewing 0

Krebsforschung – In vielen Tumoren sind bestimmte Enzyme, die an der Regulierung der Genaktivität mitwirken, stark mutiert. Wie sich das auswirken könnte? Zellforscher der Universität Würzburg haben es untersucht. Die Molekularbiologen Matthias Becker und Professor Albrecht Müller von der Universität Würzburg interessieren sich für die Gruppe der so genannten KDM6-Enzyme. Diese sind bei Blasenkrebs, Leukämien und anderen Krebsformen sehr oft mutiert und funktionieren dann nicht mehr richtig. Wie sich die Mutationen in den Krebszellen genau auswirken, ist bislang unbekannt. Doch die Würzburger Wissenschaftler haben jetzt erste Hinweise gefunden: Offenbar tragen die Mutationen dazu bei, dass sich DNA-Schäden anhäufen. Alle KDM6-Enzyme gehemmt Das haben Experimente gezeigt, die Beckers frühere Doktorandin Christine Hofstetter durchgeführt hat. Die Biologin hemmte die Aktivität aller KDM6-Enzyme in embryonalen Stammzellen von Mäusen und in embryonenähnlichen Strukturen. Letztere sind kugelige Gebilde aus mehreren Hundert Zellen, die sich nicht zu einem Organismus weiterentwickeln können. Als Folge der Enzymhemmung starben die embryonenähnlichen Gebilde ab; in ihren Zellen fanden die Forscher eine massive Anreicherung von DNA-Schäden. Bei den embryonalen Stammzellen selbst traten diese Auswirkungen überraschenderweise nicht auf: Weder die Genaktivität noch die Überlebensfähigkeit der Zellen veränderte sich. „Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass es beim Umgang mit DNA-Schäden in Stammzellen und […mehr lesen]

Funkturm in Berlin unter dem der DKK2012 stattfindet
Krebsthemen

Krebs: Fachgesellschaft verweist auf Bedarf in der Versorgungsforschung

2. Februar 2015 Detlef Hoewing 0

Berlin, 2.2. 2015. Anlässlich des Weltkrebstags 2015 plädiert die Deutsche Krebsgesellschaft für eine Stärkung der Krebsforschung in Deutschland, besonders im Hinblick auf die Versorgung der Patienten im medizinischen Versorgungsalltag. Weltweit erkranken jährlich rund 12,4 Millionen Menschen an Krebs; in Deutschland waren es nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts 2014 zirka 500.000 Menschen. Angesichts der verlängerten Lebenserwartung der Menschen rechnen Experten mit einem Anstieg der Krebsneuerkrankungen auf weltweit 20 Millionen Fälle im Jahr 2030. Dank kontinuierlicher Forschungsarbeit seien viele Krebserkrankungen besser behandelbar als noch vor wenigen Jahren, betont Prof. Andreas Hochhaus, Vertreter der Landeskrebsgesellschaften im Vorstand der Deutschen Krebsgesellschaft. „Doch medizinische Innovationen müssen ihre Tauglichkeit nicht nur an ausgewählten Patienten in kontrollierten klinischen Studien unter Beweis stellen, sondern auch im medizinischen Routinebetrieb“, so Hochhaus. „Entscheidend sind außerdem stationäre und ambulante Versorgungsstrukturen, die möglichst allen Krebspatienten den raschen Zugang zu einer qualitativ hochwertigen Behandlung ermöglichen“, ergänzt Prof. Christian Jackisch, ebenfalls Vertreter der Landeskrebsgesellschaften im Vorstand der Deutschen Krebsgesellschaft. Dazu gehöre zum Beispiel auch, dass die Patienten bei Bedarf eine gute psychoonkologische Betreuung erhalten. „Um die Versorgung Krebskranker weiter zu verbessern, brauchen wir, neben der Grundlagenforschung und der klassischen klinischen Forschung, mehr Versorgungsforschung. Sie identifiziert Stärken und Schwächen der real praktizierten Medizin – und […mehr lesen]

Das Deutsche Krebsforschungszentrum - dkfz - in Heidelberg
dkfz

Cancer Core Europe: ein europäischer Verbund gegen Krebs

26. September 2014 Detlef Hoewing 0

Die sechs führenden europäischen Krebszentren schließen sich zusammen, um über nationale Grenzen hinweg die Zusammenarbeit von Krebsforschung und Krebsmedizin zu intensivieren. Die Partner im neuen Konsortium sind das Deutsche Krebsforschungszentrum gemeinsam mit dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg, der Gustave Roussy Cancer Campus in Villejuif, Frankreich, das britische Cambridge Cancer Center, das Karolinska Institut in Stockholm, das Netherlands Cancer Institute in Amsterdam sowie das Vall d’Hebron Institute of Oncology in Barcelona. Die Behandlung von Krebserkrankungen wird immer komplexer, da die Therapie jedes einzelnen Patienten zunehmend durch die Ergebnisse individueller molekularer Analysen des Tumors mitbestimmt wird. Daher wird es für einzelne Krebszentren immer schwieriger, die notwendigen Kapazitäten aufzubringen, um die Vielzahl vielversprechender Forschungsansätze in klinische Anwendungen zu überführen und die erforderlichen klinischen Studien durchzuführen. „Unser Wissen darüber, wie Krebs entsteht und was seine Ausbreitung antreibt, wächst schneller als je zuvor und hat immer größeren Einfluss auf die Behandlung. Das europäische Netzwerk, das wir nun gegründet haben, wird dieses Zusammenwirken von Krebsforschung und Krebsmedizin enorm fördern“, sagt Otmar D. Wiestler, der Vorstandsvorsitzende des DKFZ. Das neue europäische Krebs-Konsortium bringt mit den sechs führenden europäischen Krebszentren die notwendige kritische Masse zusammen, um dieser wissenschaftlichen und medizinischen Herausforderung gemeinsam zu begegnen. Die in […mehr lesen]

Krebssymbol - pixabay
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50 Jahre Forschen für ein Leben ohne Krebs

3. April 2014 Detlef Hoewing 0

„Die Vermeidung, Erkennung und Behandlung von Krebs ist ein herausragendes gesundheitspolitisches Ziel. Das DKFZ ist das Flaggschiff der deutschen Krebsforschung. Es leistet einen entscheidenden Beitrag, neue Ansätze der Prävention, der Diagnose und der Behandlung von Krebs zu entwickeln. Das DKFZ ist eine Einrichtung, die seit ihrer Gründung innovative Ideen und Kreativität fördert und gedeihen lässt. Dazu gratuliere ich herzlich dem DKFZ mit allen seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.“ Mit diesen Worten begrüßte die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Johanna Wanka, die Teilnehmer einer Pressekonferenz in Berlin anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). „Das 1964 in Heidelberg als nationale Forschungsinstitution gegründete Deutsche Krebsforschungszentrum hat in den 50 Jahren seines Bestehens einen erstaunlichen Wandel erlebt und sich zu einem international renommierten Zentrum der Spitzenforschung entwickelt“, erläuterte der Vorstandsvorsitzende Otmar D. Wiestler. Das ursprünglich ohne klinische Anbindung konzipierte Zentrum hatte von Anfang an einen doppelten Auftrag: die biologischen Grundlagen von Krebs zu erforschen und diese Ergebnisse in verbesserte Vorbeugung, Diagnostik und Behandlung von Krebserkrankungen umzusetzen. Stand in den ersten Jahren die Grundlagenforschung im Vordergrund, so kann das DKFZ inzwischen erstaunliche Erfolge bei der Translation seiner Ergebnisse in klinische Anwendungen verzeichnen. Dafür war auch die Gründung des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen […mehr lesen]

Blick durchs Mikroskop: Der rote Farbstoff ist ein spezieller Tumorzell-Marker, das Skelett der zum Teil riesigen Tumorzellen ist in grün dargestellt, die Zellkerne in blau. © Aufnahme: Roman Reinartz/Institut für Rekonstruktive Neurobiologie der Uni Bonn
Forschung

Krebsforschung – Was Tumorzellen mobil macht

1. November 2013 Detlef Hoewing 0

Bösartige Tumore breiten sich im Körper aus, indem sie Metastasen bilden. LMU-Wissenschaftler identifizierten nun einen für die Metastasierung von Dickdarmkrebs entscheidenden Faktor – möglicherweise ein neuer Ansatzpunkt für Therapien.

Das zentrale Regulatorprotein c-MYC steuert als sogenannter „Master Switch“ die Aktivität von Hunderten von Genen, darunter auch solche, die Zellwachstum und Zellteilung regulieren. Gerät seine Funktion außer Kontrolle, kann es zu Krebs kommen: Bei der Mehrzahl aller Tumoren ist c-MYC aufgrund von Mutationen überaktiv. Auch bei der Metastasierung, also der Ausbreitung der Krebszellen im Körper, spielt c-MYC eine entscheidende Rolle, da es die sogenannte epithelial-mesenchymale Transition (EMT) reguliert. Das heißt, übermäßig aktives c-MYC verwandelt lokal wachsende, nicht-invasive Oberflächenzellen in aggressive Zellen mit metastatischem Potenzial, die in andere Gewebe eindringen können.

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Das HIV-Medikament Maraviroc blockiert das Oberflächeneiweiß CCR5. Dadurch werden die Makrophagen in der Leber aktiviert die Metastasen zu bekämpfen. Die Metastasen in der Leber (links) verschwanden nach Behandlung (rechts). Copyright: NCT Heidelberg
Forschung

Durchbruch in der Krebsforschung

21. Oktober 2013 Detlef Hoewing 0

Für die Metastasierung verantwortliches Protein an der Universität Rostock entschlüsselt

Krebsforscher der Rostocker Universitätsmedizin beschreiben einen neuen Signalweg, der die Streuung von Tumorzellen auslöst. Diese Erkenntnisse stellen einen Durchbruch in der Krebsforschung dar, weil sie über ein spezielles Schlüsselprotein einen neuen Zugang zu der gefährlichen Metastasierung von Tumoren und deren Bekämpfung ermöglichen. Der Fachartikel „DNp73 Exerts Function in Metastasis Initiation by Disconnecting the Inhibitory Role of EPLIN on IGF1R-AKT/STAT3 Signaling“ – http://download.cell.com/cancer-cell/pdf/PIIS1535610813003693.pdf der Wissenschaftler wurde in der Oktober-Ausgabe der weltweit renommierten us-amerikanischen Fachzeitschrift Cancer Cell veröffentlicht.

Krebspatienten sterben zumeist nicht am Ausgangstumor, sondern an aggressiven Metastasen. Am Beginn der Metastasierung stehen Tumorzellen, die sich vom Primärtumor ablösen. Bisher war nur ein Teil der Signalwege bekannt, durch die einzelne Krebszellen ihre Haftung an die Nachbarzellen im Primärtumor lockern können. Wissenschaftler suchten lange nach einem Faktor, der die Trennung einzelner Zellen von primären Tumoren und schließlich deren Streuung anstößt. Jetzt hat eine Gruppe von Forschern um Professor Brigitte Pützer, Direktorin des Instituts für Experimentelle Gentherapie und Tumorforschung an der Universität Rostock, mit DNp73 ein Schlüsselprotein in Tumorzellen ausgemacht, das ihnen die Ausbreitung in den Körper ermöglicht.

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Abbildung | Rot gefärbt sind ehemals bösartige Tumorzellen, Melanomzellen, die im Rahmen der natürlichen Immunkontrolle in den dauerhaften Wachstumsarrest, die Seneszenz übergegangen sind. Braumüller H. et al., 2013, Nature 494: 361-365
Forschung

Durchbruch in der Krebsforschung: Immunantworten treiben Tumoren in dauerhaften Wachstumsarrest

10. Oktober 2013 Detlef Hoewing 0

Abbildung | Rot gefärbt sind ehemals bösartige Tumorzellen, Melanomzellen, die im Rahmen der natürlichen Immunkontrolle in den dauerhaften Wachstumsarrest, die Seneszenz übergegangen sind.  Braumüller H. et al., 2013, Nature 494: 361-365Gut 40 Jahre nachdem der ehemalige US-Präsident Richard Nixon den „War on cancer“ ausgerufen hatte, stellen neueste Forschungsergebnisse den klassischen Ansatz der Krebsbekämpfung, der exklusiv auf Zerstörung beruht, in Frage. Dem Forscherteam um Professor Martin Röcken der Universitäts-Hautklinik Tübingen gelang es, mit Hilfe von Immunantworten Krebszellen so in einen Dauerschlaf zu versetzen, dass sie in ihrem Wachstum vollständig angehalten wurden. Dieser Zustand des Wachstumsarrestes wird wissenschaftlich Seneszenz genannt und domestiziert den Krebs, ohne die Tumorzellen aktiv zerstören zu müssen. Dies ebnet so langfristig den Weg zu einer nebenwirkungsarmen Krebstherapie.

Hunderte von Milliarden wurden in den letzten Jahrzehnten in Programmorientierte Forschung (POF) investiert mit dem Ziel in kurzer Zeit den Krebs durch das Zerstören von Tumorzellen zu besiegen. „Zahlreiche sehr wichtige, teils geniale Erfolge verbesserten das Verständnis für die Entstehung und die Diagnostik von Krebs. Erstaunlicherweise stammen viele der wichtigsten Erfolge jedoch nicht aus der POF. Die wichtigsten Ergebnisse sind die Folge einer kompetitiven Einzelförderung – wie sie die Wilhelm Sander-Stiftung gewährt“, zieht Professor Röcken Bilanz. Zwar habe die POF einige wichtige Aspekte vieler Krebserkrankungen zu Tage gebracht, doch der eigentliche durch die POF versprochene Sieg gegen den Krebs sei ausgeblieben. „Das POF-Ziel der einseitig auf Zerstörung ausgerichteten Strategie des ‚War on Cancer’ wird damit zunehmend in Frage gestellt“, so Professor Röcken.

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Eine natürliche Killerzelle (oben) trifft auf eine Krebszelle. Unter dem Mikroskop sehen die Forscher, dass das neu entdeckte Protein S10A6 (rot) an der Kontaktfläche vermehrt vorkommt. - Grafik: Maxi Scheiter/HZI
Darmkrebs

Killerzellen auf Tumoren lenken

22. März 2013 Detlef Hoewing 0

Forscher entwickeln Immuntherapie für Darmkrebspatienten Bonn (gb) – Darmtumoren sondern ein spezielles Eiweiß ab, das sie für das körpereigene Abwehrsystem unangreifbar macht. Dies haben Forscher des Universitätsklinikums Bonn herausgefunden. Nun wollen sie dem Immunsystem seine Kraft zurückgeben: Eine neue Immuntherapie soll den Abwehrmechanismus der Tumoren aushebeln und die Killerzellen des Immunsystems wieder auf sie aufmerksam zu machen. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Forschungsvorhaben der Wissenschaftler um PD Dr. Linda Diehl vom Institut für Molekulare Medizin und Experimentelle Immunologie des Universitätsklinikums Bonn mit 246.000 Euro. Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 70.000 Menschen an Darmkrebs. In den meisten Fällen wird der Tumor operiert. Große Fortschritte in der Krebsforschung haben Immuntherapien in der klinischen Praxis ermöglicht. Aber Tumorzellen haben eine Reihe von Strategien entwickelt, um den Angriffen des Immunsystems zu entgehen. Eigentlich sollte es für das Immunsystem ein Leichtes sein, Tumoren aufzuspüren. Die bösartigen Geschwülste geben eine Vielzahl von Eiweißmolekülen in die Blutbahn ab. Einige von ihnen, die sogenannten Tumorantigene, lösen eine Immunantwort aus – das körpereigene Abwehrsystem erkennt die Tumorantigene als fremd und schickt seine Helfer an den Ursprungsort der Bedrohung: den Tumor selbst. Dort beginnen die Abwehrzellen damit, die bösartige Geschwulst zu bekämpfen. Ganz vorne mit dabei sind die T-Killerzellen […mehr lesen]

Biopsie-Gerät Quelle: NCT Heidelberg
dkfz

Im Blickpunkt: bedeutende Entwicklungen und Durchbrüche in der Onkologie

31. Januar 2013 Detlef Hoewing 0

Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) lädt ein zum 30. Heidelberger Frühjahrssymposium

Unter dem Motto „Highlights in der Onkologie“ steht am 2. Februar das Heidelberger Frühjahrssymposium des NCT. Die wissenschaftliche Konferenz behandelt bedeutende Entwicklungen und Erfolge der Krebsforschung und -therapie. Die Veranstaltung ist die 30. ihrer Art und wird daher als Jubiläum begangen. Veranstaltungsort ist das Kommunikationszentrum des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), Im Neuenheimer Feld 280, in Heidelberg.

„Highlights in der Onkologie“ – das sind für Ärzte und Wissenschaftler Fortschritte und Erfolge in der Krebsforschung und -medizin, die zu einer signifikanten Verbesserung von Diagnostik und Therapie von Tumorerkrankungen geführt haben. Inwieweit haben molekulare und immunologische Diagnostik individueller Tumorerkrankungen zu einer spezifischeren und wirksameren Therapie beigetragen? Welche Maßnahmen sind wirksam in der Prävention von Krebserkrankungen? Wo geht die Entwicklung in der Onkologie hin? Diese und andere Fragen werden im Rahmen dieses Jubiläumssymposiums diskutiert.

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Melanom
Hautkrebs

Einer erfolgreichen Therapie des malignen Melanoms auf der Spur

6. November 2012 Detlef Hoewing 0

Ein auf Krebsforschung spezialisiertes Wissenschaftlerteam des französischen Instituts für Gesundheitswesen und medizinische Forschung (Inserm), des französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung (CNRS), des Curie-Instituts und der Universität Paris-Süd hat die Entwicklung der pigmentbildenden Hautzellen (Melanozyten) untersucht.

Durch genetische Manipulationen von schwarzen Mäusen konnten die Forscher zwei Schlüsselelemente identifizieren: die Proteine B-RAF und C-RAF. Beide Proteine sind für die Aufrechterhaltung des Zellzyklus der Melanozyten- Stammzellen und somit für die richtige Pigmentfärbung unerlässlich. Ohne diese beiden Proteine wäre das Fell der Mäuse weiß [1].

Dieses Ergebnis könnte den Weg für eine künftige Behandlung des malignen Melanoms ebnen, der bösartigsten Form von Hautkrebs, die auf eine Funktionsstörung der Melanozyten zurückzuführen ist. Bislang wurde die Krankheit mit der Verabreichung eines Kinase-Inhibitors behandelt, der die mutierte Kinase B-RAF-Variante hemmt. Bei vielen Patienten bildeten sich jedoch nach einiger Zeit erneut Krebszellen. Aus diesem Grund unterdrückten die Forscher bei schwarzen Mäusen nicht nur die Expression des B-RAF-Proteins, sondern auch des C-RAF-Proteins.

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