Krebsforschung

Krebsforschung: Enzymhemmung mit Überraschungseffekt

In vielen Tumoren sind bestimmte Enzyme, die an der Regulierung der Genaktivität mitwirken, stark mutiert. Wie sich das auswirken könnte? Zellforscher der Universität Würzburg haben es untersucht. Die Molekularbiologen Matthias Becker und Professor Albrecht Müller von der Universität Würzburg interessieren sich für die Gruppe der so genannten KDM6-Enzyme. Diese sind…

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Krebs: Fachgesellschaft verweist auf Bedarf in der Versorgungsforschung

Berlin, 2.2. 2015. Anlässlich des Weltkrebstags 2015 plädiert die Deutsche Krebsgesellschaft für eine Stärkung der Krebsforschung in Deutschland, besonders im Hinblick auf die Versorgung der Patienten im medizinischen Versorgungsalltag. Weltweit erkranken jährlich rund 12,4 Millionen Menschen an Krebs; in Deutschland waren es nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts 2014 zirka 500.000…


Cancer Core Europe: ein europäischer Verbund gegen Krebs

Die sechs führenden europäischen Krebszentren schließen sich zusammen, um über nationale Grenzen hinweg die Zusammenarbeit von Krebsforschung und Krebsmedizin zu intensivieren. Die Partner im neuen Konsortium sind das Deutsche Krebsforschungszentrum gemeinsam mit dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg, der Gustave Roussy Cancer Campus in Villejuif, Frankreich, das britische Cambridge…


50 Jahre Forschen für ein Leben ohne Krebs

„Die Vermeidung, Erkennung und Behandlung von Krebs ist ein herausragendes gesundheitspolitisches Ziel. Das DKFZ ist das Flaggschiff der deutschen Krebsforschung. Es leistet einen entscheidenden Beitrag, neue Ansätze der Prävention, der Diagnose und der Behandlung von Krebs zu entwickeln. Das DKFZ ist eine Einrichtung, die seit ihrer Gründung innovative Ideen und…


Krebsforschung – Was Tumorzellen mobil macht

Bösartige Tumore breiten sich im Körper aus, indem sie Metastasen bilden. LMU-Wissenschaftler identifizierten nun einen für die Metastasierung von Dickdarmkrebs entscheidenden Faktor – möglicherweise ein neuer Ansatzpunkt für Therapien.

Das zentrale Regulatorprotein c-MYC steuert als sogenannter „Master Switch“ die Aktivität von Hunderten von Genen, darunter auch solche, die Zellwachstum und Zellteilung regulieren. Gerät seine Funktion außer Kontrolle, kann es zu Krebs kommen: Bei der Mehrzahl aller Tumoren ist c-MYC aufgrund von Mutationen überaktiv. Auch bei der Metastasierung, also der Ausbreitung der Krebszellen im Körper, spielt c-MYC eine entscheidende Rolle, da es die sogenannte epithelial-mesenchymale Transition (EMT) reguliert. Das heißt, übermäßig aktives c-MYC verwandelt lokal wachsende, nicht-invasive Oberflächenzellen in aggressive Zellen mit metastatischem Potenzial, die in andere Gewebe eindringen können.


Durchbruch in der Krebsforschung

Für die Metastasierung verantwortliches Protein an der Universität Rostock entschlüsselt

Krebsforscher der Rostocker Universitätsmedizin beschreiben einen neuen Signalweg, der die Streuung von Tumorzellen auslöst. Diese Erkenntnisse stellen einen Durchbruch in der Krebsforschung dar, weil sie über ein spezielles Schlüsselprotein einen neuen Zugang zu der gefährlichen Metastasierung von Tumoren und deren Bekämpfung ermöglichen. Der Fachartikel „DNp73 Exerts Function in Metastasis Initiation by Disconnecting the Inhibitory Role of EPLIN on IGF1R-AKT/STAT3 Signaling“ – http://download.cell.com/cancer-cell/pdf/PIIS1535610813003693.pdf der Wissenschaftler wurde in der Oktober-Ausgabe der weltweit renommierten us-amerikanischen Fachzeitschrift Cancer Cell veröffentlicht.

Krebspatienten sterben zumeist nicht am Ausgangstumor, sondern an aggressiven Metastasen. Am Beginn der Metastasierung stehen Tumorzellen, die sich vom Primärtumor ablösen. Bisher war nur ein Teil der Signalwege bekannt, durch die einzelne Krebszellen ihre Haftung an die Nachbarzellen im Primärtumor lockern können. Wissenschaftler suchten lange nach einem Faktor, der die Trennung einzelner Zellen von primären Tumoren und schließlich deren Streuung anstößt. Jetzt hat eine Gruppe von Forschern um Professor Brigitte Pützer, Direktorin des Instituts für Experimentelle Gentherapie und Tumorforschung an der Universität Rostock, mit DNp73 ein Schlüsselprotein in Tumorzellen ausgemacht, das ihnen die Ausbreitung in den Körper ermöglicht.


Durchbruch in der Krebsforschung: Immunantworten treiben Tumoren in dauerhaften Wachstumsarrest

Abbildung | Rot gefärbt sind ehemals bösartige Tumorzellen, Melanomzellen, die im Rahmen der natürlichen Immunkontrolle in den dauerhaften Wachstumsarrest, die Seneszenz übergegangen sind.  Braumüller H. et al., 2013, Nature 494: 361-365Gut 40 Jahre nachdem der ehemalige US-Präsident Richard Nixon den „War on cancer“ ausgerufen hatte, stellen neueste Forschungsergebnisse den klassischen Ansatz der Krebsbekämpfung, der exklusiv auf Zerstörung beruht, in Frage. Dem Forscherteam um Professor Martin Röcken der Universitäts-Hautklinik Tübingen gelang es, mit Hilfe von Immunantworten Krebszellen so in einen Dauerschlaf zu versetzen, dass sie in ihrem Wachstum vollständig angehalten wurden. Dieser Zustand des Wachstumsarrestes wird wissenschaftlich Seneszenz genannt und domestiziert den Krebs, ohne die Tumorzellen aktiv zerstören zu müssen. Dies ebnet so langfristig den Weg zu einer nebenwirkungsarmen Krebstherapie.

Hunderte von Milliarden wurden in den letzten Jahrzehnten in Programmorientierte Forschung (POF) investiert mit dem Ziel in kurzer Zeit den Krebs durch das Zerstören von Tumorzellen zu besiegen. „Zahlreiche sehr wichtige, teils geniale Erfolge verbesserten das Verständnis für die Entstehung und die Diagnostik von Krebs. Erstaunlicherweise stammen viele der wichtigsten Erfolge jedoch nicht aus der POF. Die wichtigsten Ergebnisse sind die Folge einer kompetitiven Einzelförderung – wie sie die Wilhelm Sander-Stiftung gewährt“, zieht Professor Röcken Bilanz. Zwar habe die POF einige wichtige Aspekte vieler Krebserkrankungen zu Tage gebracht, doch der eigentliche durch die POF versprochene Sieg gegen den Krebs sei ausgeblieben. „Das POF-Ziel der einseitig auf Zerstörung ausgerichteten Strategie des ‚War on Cancer’ wird damit zunehmend in Frage gestellt“, so Professor Röcken.


Killerzellen auf Tumoren lenken

Forscher entwickeln Immuntherapie für Darmkrebspatienten Bonn (gb) – Darmtumoren sondern ein spezielles Eiweiß ab, das sie für das körpereigene Abwehrsystem unangreifbar macht. Dies haben Forscher des Universitätsklinikums Bonn herausgefunden. Nun wollen sie dem Immunsystem seine Kraft zurückgeben: Eine neue Immuntherapie soll den Abwehrmechanismus der Tumoren aushebeln und die Killerzellen des…


Im Blickpunkt: bedeutende Entwicklungen und Durchbrüche in der Onkologie

Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) lädt ein zum 30. Heidelberger Frühjahrssymposium

Unter dem Motto „Highlights in der Onkologie“ steht am 2. Februar das Heidelberger Frühjahrssymposium des NCT. Die wissenschaftliche Konferenz behandelt bedeutende Entwicklungen und Erfolge der Krebsforschung und -therapie. Die Veranstaltung ist die 30. ihrer Art und wird daher als Jubiläum begangen. Veranstaltungsort ist das Kommunikationszentrum des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), Im Neuenheimer Feld 280, in Heidelberg.

„Highlights in der Onkologie“ – das sind für Ärzte und Wissenschaftler Fortschritte und Erfolge in der Krebsforschung und -medizin, die zu einer signifikanten Verbesserung von Diagnostik und Therapie von Tumorerkrankungen geführt haben. Inwieweit haben molekulare und immunologische Diagnostik individueller Tumorerkrankungen zu einer spezifischeren und wirksameren Therapie beigetragen? Welche Maßnahmen sind wirksam in der Prävention von Krebserkrankungen? Wo geht die Entwicklung in der Onkologie hin? Diese und andere Fragen werden im Rahmen dieses Jubiläumssymposiums diskutiert.


Einer erfolgreichen Therapie des malignen Melanoms auf der Spur

Ein auf Krebsforschung spezialisiertes Wissenschaftlerteam des französischen Instituts für Gesundheitswesen und medizinische Forschung (Inserm), des französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung (CNRS), des Curie-Instituts und der Universität Paris-Süd hat die Entwicklung der pigmentbildenden Hautzellen (Melanozyten) untersucht.

Durch genetische Manipulationen von schwarzen Mäusen konnten die Forscher zwei Schlüsselelemente identifizieren: die Proteine B-RAF und C-RAF. Beide Proteine sind für die Aufrechterhaltung des Zellzyklus der Melanozyten- Stammzellen und somit für die richtige Pigmentfärbung unerlässlich. Ohne diese beiden Proteine wäre das Fell der Mäuse weiß [1].

Dieses Ergebnis könnte den Weg für eine künftige Behandlung des malignen Melanoms ebnen, der bösartigsten Form von Hautkrebs, die auf eine Funktionsstörung der Melanozyten zurückzuführen ist. Bislang wurde die Krankheit mit der Verabreichung eines Kinase-Inhibitors behandelt, der die mutierte Kinase B-RAF-Variante hemmt. Bei vielen Patienten bildeten sich jedoch nach einiger Zeit erneut Krebszellen. Aus diesem Grund unterdrückten die Forscher bei schwarzen Mäusen nicht nur die Expression des B-RAF-Proteins, sondern auch des C-RAF-Proteins.