Krebssymbol - pixabay
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Neue Methode kann Nebenwirkungen von Krebsmedikamenten vorhersagen

9. Oktober 2014 Detlef Hoewing 0

Jedes neue Krebsmedikament kann die Überlebenschancen von Patienten erhöhen. Leider bringen diese Medikamente manchmal jedoch schwere Nebenwirkungen mit sich, deren Ursachen bisher selten entschlüsselt werden konnten. Einem internationalen Wissenschaftlerteam aus München, Heidelberg, Schweden und Singapur ist es nun gelungen, eine neue Methode zu entwickeln, mit der sie Nebenwirkungen auf Zellebene erklären und sogar vorhersagen können. Krebsmedikamente rufen neben der erhofften Wirkung auf Krebszellen oft schwerwiegende, teilweise schmerzhafte Nebenwirkungen hervor. Zu den bekannteren Nebenwirkungen gehören Haarausfall, Übelkeit und Immunschwäche. Viele Patienten leiden darüber hinaus an Kribbeln in den Händen bis hin zu schweren Nervenstörungen wie dem Verlust des Tastsinns oder klagen über Lichtempfindlichkeit, was die Lebensqualität erheblich einschränkt. Ein Grund dafür liegt in der Wirkungsweise der Medikamente: Viele greifen nicht nur die gewünschten Ziele, bestimmte Proteine in den Krebszellen, an, sondern auch andere Proteine in gesunden Zellen. Das kann in manchen Fällen die gewünschte Wirkung sogar noch steigern, sorgt in den meisten Fällen jedoch vorrangig für Nebenwirkungen. Ließen sich diese „falschen“ Ziele eines neuen Medikaments vorab erfassen, könnten seine Nebenwirkungen vorhergesagt werden. Man wüsste, ob, warum und vor allem wie ein Medikament Nebenwirkungen hervorruft. Mit einem einfachen aber ausgeklügelten Verfahren ist dies Wissenschaftlern von Cellzome in Heidelberg und dem Karolinska Institut […mehr lesen]

Hodgkin/Reed-Sternberg (HRS)-Zellen - Quelle: nature com
Lymphome

Neue Therapien für Hodgkin-Patienten

2. Oktober 2013 Detlef Hoewing 0

Kongress diskutiert Ergebnisse zu neuen Krebsmedikamenten

Vom 12.-15. Oktober 2013 findet das 9. Internationale Hodgkin Symposium im Kölner Gürzenich statt. Rund 1.000 Ärzte und Wissenschaftler aus aller Welt diskutieren aktuelle Erkenntnisse zum Hodgkin Lymphom – einer Krebserkrankung des lymphatischen Systems, von der in Deutschland jedes Jahr rund 2.000 zumeist junge Menschen betroffen sind. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen aktuelle Studienergebnisse zu neuen Wirkstoffen, von denen erwartet wird, dass sie mittelfristig die Chemo- und Strahlentherapien bei dieser Tumorerkrankung ersetzen können. Veranstalter ist die Deutsche Hodgkin Studiengruppe (GHSG) unter der Leitung von Prof. Dr. med. Andreas Engert (Uniklinik Köln).

Unbehandelt führt das Hodgkin Lymphom zum Tod. Doch durch stetig verbesserte Therapieregime, bei denen mehrere chemotherapeutische Substanzen kombiniert und gegebenenfalls durch eine strahlentherapeutischen Behandlung ergänzt werden, können inzwischen über 80 Prozent der Erkrankten geheilt werden. In den vergangenen Jahren war es das Ziel der Ärzte und Wissenschaftler, die Aggressivität der Therapien zu verringern. Mit Spannung wird auf dem Kongress deshalb die Endauswertung der HD13-Studie der Kölner Hodgkin Studiengruppe erwartet, die möglicherweise den bislang geltenden Therapiestandard für Hodgkin- Patienten in frühen Stadien in Frage stellen und eine weitere Therapiereduzierung für diese Patientengruppe nahe legen wird.

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Der HDAC-Inhibitor verstärkt deutlich die Wirkung eines Chemotherapeutikums in Prostatakrebszellen. - Quelle: Prof. James Beck, Universitätsklinikum Jena
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Wirkungsweise von Krebsmedikament entschlüsselt

13. Mai 2013 Detlef Hoewing 0

Eine Gruppe von Krebsmedikamenten, die HDAC-Inhibitoren, wirkt in präklinischen Studien auch gegen das bösartige Neuroblastom, eine aggressive Krebserkrankung des Kindesalters. Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum und vom Universitätsklinikum Heidelberg fanden nun heraus, dass die Medikamente in den Tumorzellen die Produktion eines krebshemmenden RNA-Moleküls ankurbeln und so das bösartige Wachstum der Tumorzellen bremsen.

Neuroblastome, Tumoren des Kindesalters, entstehen aus Zellen des embryonalen Nervensystems. Die Erkrankungen verlaufen extrem unterschiedlich, sie können sich spontan zurückbilden, aber auch einen tödlichem Ausgang nehmen. Die besonders aggressiven Tumoren sind durch eine bis zu hundertfache Vervielfältigung des Krebsgens MYCN gekennzeichnet.

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Leukämiezellen
Leukämie

Versorgung der Bevölkerung mit essenziellen Krebsmedikamenten sicherstellen:

22. August 2012 Detlef Hoewing 0

Berlin, 22. August 2012 – Am 14. August 2012 meldete die Europäische Zulassungsbehörde EMA, dass Genzyme, eine Tochterfirma von Sanofi- Aventis, das Krebsmittel Alemtuzumab aus kommerziellen Gründen vom Markt nimmt. Der monoklonale Antikörper Alemtuzumab (Mabcampath®) ist eines der wirksamsten Medikamente für Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL), der häufigsten Leukämieform in Deutschland. Alemtuzumab gehört zum aktuellen Therapiestandard und ist essenziell für Patienten mit einer besonders aggressiven Verlaufsform dieser Leukämie.

DGHO fordert wirksame gesetzliche Eingriffsmöglichkeiten

Die DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie e.V. beobachtet mit großer Sorge eine internationale Tendenz zu Versorgungsengpässen mit essenziellen Medikamenten vor allem bei seltenen Krebserkrankungen. Dies war Thema einer eigenen Sitzung des Amerikanischen Onkologenkongresses ASCO im Juni dieses Jahres. Ergebnis war, dass die Engpässe in den meisten Fällen kommerzielle Gründe haben. Die Einstellung der Vermarktung von Alemtuzumab ordnet sich in diese Entwicklung ein. Ein gesetzlicher Regelungsrahmen zur Sicherstellung der Versorgung mit essenziellen Medikamenten für schwere Erkrankungen ist deshalb dringend erforderlich. Eine solche Regelung war im Gesetzentwurf für die jüngste Novelle des Arzneimittelgesetzes enthalten. Eine Ergänzung des § 52b sollte es den Behörden ermöglichen, zur Behebung eines „erheblichen Versorgungsmangels“ bei Medikamenten für schwerwiegende Erkrankungen „die notwendigen Anordnungen treffen, um eine bedarfsgerechte und kontinuierliche Bereitstellung des Arzneimittels sicherzustellen.“

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Bei akuter myeloischer Leukämie vermehren sich unreife Blutzellen ungezügelt im Knochenmark. Foto: Andreas Neubauer
Forschung

Jedem Krebspatienten seine individuelle Therapie

4. September 2008 Detlef Hoewing 0

Bei akuter myeloischer Leukämie vermehren sich unreife Blutzellen ungezügelt im Knochenmark. Foto: Andreas NeubauerMarburger Mediziner haben eine neue Klinische Forschergruppe etabliert, um Gene zu untersuchen, die Tumorzellen resistent gegenüber Krebsmedikamenten machen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert sieben Teilprojekte mit 2,3 Millionen Euro für die kommenden drei Jahre, die Universität steuert dieselbe Summe bei. In naher Zukunft wird Krebs vermutlich die Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Todesursache Nummer eins ablösen, wie es sich aktuell bereits in den Vereinigten Staaten und in China abzeichnet. „Eines der größten Probleme bei Krebs sind Resistenzen gegenüber Chemotherapeutika“, erläutert Professor Dr. Andreas Neubauer, der Sprecher der Forschergruppe KFO 210 „Genetics of drug resistance in cancer“.

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