Krebsregister

Fortschritte für die Krebsbekämpfung

Fortschritte für die Krebsbekämpfung

Zu dem heute beschlossenen Entwurf eines Gesetzes zur Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung und zur Qualitätssicherung durch klinische Krebsregister (Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz) erklärt Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr: „Mit den vorgelegten Regelungen werden richtungweisende strukturelle Maßnahmen zur Verbesserung der Krebsfrüherkennung und der Qualität in der onkologischen Versorgung auf den Weg gebracht. Diese Schritte sind notwendig, da Deutschland wie vergleichbare Industrienationen angesichts des demographischen Wandels vor wachsenden Herausforderungen in der Krebsbekämpfung steht. Eine Krebsfrüherkennung, die dem wissenschaftlichen Erkenntnisstand entspricht, und eine Qualitätssicherung der onkologischen Versorgung durch klinische Krebsregister sind deshalb unverzichtbar, um bei der Bekämpfung von Krebserkrankungen weitere Fortschritte zu erzielen.“

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Krebsforschung braucht bundesweit einheitliche Daten

Die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (GEKID) sorgt für Einheitlichkeit bei den Daten der elf deutschen Landeskrebsregister. Nur so lassen sich deutschlandweite Aussagen zu Krebsneuerkrankungen und Krebssterblichkeit treffen und die Qualität von Krebsprävention und Krebsmedizin im internationalen Vergleich beurteilen. GEKID tagt derzeit beim epidemiologischen Krebsregister Baden-Württemberg im Deutschen Krebsforschungszentrum, um gemeinsame Forschungsprojekte auf den Weg zu bringen.

Bei Fragen nach der Häufigkeit oder der Altersverteilung bestimmter Krebsarten in Deutschland standen Wissenschaftler bis vor kurzem hauptsächlich die Daten des Saarländischen Krebsregisters zur Verfügung. Diese Daten repräsentieren zwar nur etwa 1,3 Prozent der Bundesbürger, wurden aber auf ganz Deutschland hochgerechnet. Inzwischen sind in allen deutschen Bundesländern Krebsregister etabliert. Die Landesregister arbeiten in der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (GEKID) zusammen. „Vorrangiges Ziel von GEKID ist es, trotz unterschiedlicher landesgesetzlicher Regelungen bundesweit einheitliche methodische und inhaltliche Standards zu erreichen. Nur so sind die Ergebnisse der Krebsregister untereinander vergleichbar“, sagt Professor Nikolaus Becker vom Deutschen Krebsforschungszentrum, der das epidemiologische Krebsregister Baden Württemberg leitet.


Erhöhung der Überlebensrate und Sicherung der Behandlungsqualität

Prof. Dr. med Ferdinand Hofstätter bei der Pressekonferenz des DKK2012Krebsregister erfassen die Häufigkeit, die Eigenschaft, die Diagnose und Behandlung und den Verlauf aller Krebserkrankungen. Epidemiologische Krebsregistrierung konzentriert dabei sich auf Häufigkeit und Tumoreigenschaften, klinische Registrierung auf spezifische Diagnose- und Therapieverfahren und den Verlauf der Erkrankung (Heilung, Rückfall, Tod). Zwischen beiden Registerformen besteht ein enger Zusammenhang in den verwendeten Methoden, aber auch in der Datengewinnung (möglichst einheitliche und abgestimmte Datenwege im Sinne der Datensparsamkeit). Leitlinien stellen das kontinuierlich aktualisierte medizinische Wissen dar, das Diagnose- und Therapieverfahren bestimmt und leitet. Die Daten dafür stammen im Wesentlichen aus hochwertigen klinischen Studien. Die Leitlinien liefern damit wiederum das Grundgerüst für definierte Versorgungsstrukturen, wie sie die zertifizierten Zentren der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe mit ihren angeschlossenen Netzwerken darstellen.


Europas größtes Krebsregister ab 1. Mai in NRW

Gesundheitsministerium und Deutsche Krebshilfe informieren. In Nordrhein-Westfalen werden Krebserkrankungen ab dem 1. Mai 2005 in einem landesweiten Krebsregister erfasst. Der nordrhein-westfälische Landtag hat einem entsprechenden Gesetzentwurf von NRW-Gesundheitsministerin Birgit Fischer am 17. März 2005 zugestimmt. Das flächendeckende, bevölkerungsbezogene Krebsregister wird das europaweit größte Register dieser Art sein und in den Anfangsjahren maßgeblich durch die Deutsche Krebshilfe mitfinanziert.