Zell-Ernte: Angezüchtete Zellen werden vom Boden einer Nährplatte abgeschabt, um an ihnen die zelleigene Tumorkontrolle zu untersuchen - Foto: Forschungszentrum Karlsruhe
Krebs bei Kindern

Die Gene spielen eine Rolle

13. März 2015 Detlef Hoewing 0

MHH-Wissenschaftler konnten zeigen, dass Kinder mit RASopathien ein etwa zehnfach erhöhtes Krebsrisiko haben / Veröffentlichung im British Journal of Cancer Obwohl in der Behandlung von Kindern mit Krebserkrankungen große Fortschritte gemacht wurden, ist erst wenig über die Ursachen von Krebs im Kindesalter bekannt. Eine Ausnahme sind einige Erberkrankungen, die das Krebsrisiko bereits bei Kindern erhöhen. Nun haben Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) bewiesen, dass Kinder mit sogenannten RASopathien, einer Gruppe von erblichen Erkrankungen, ein zehnfach erhöhtes Krebsrisiko haben. Das renommierte British Journal of Cancer – das die Nature Publishing Group herausgibt – veröffentlichte die Ergebnisse der Forschergruppe um Professor Dr. Christian Kratz, Leiter der MHH-Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie. Er wird vom Verein für krebskranke Kinder Hannover e.V. unterstützt. Die Wissenschaftler haben erstmals das mit RASopathien verbundene Krebsrisiko im Kindesalter quantitativ nachweisen können: Sie haben festgestellt, dass von insgesamt 735 Kindern und Jugendlichen mit RASopathien zwölf an Krebs erkrankten. Im Durchschnitt der Gesamtbevölkerung tritt in einer Gruppe einer solchen Größe im Schnitt nur eine Krebserkrankung auf. Die Daten stammen aus den 25 Laboren, in denen in Deutschland die Erkrankung diagnostiziert werden kann. Zu den untersuchten Erkrankungen gehört das „Noonan-Syndrom“. Einer von 3000 Menschen wird damit geboren. Es umfasst […mehr lesen]

Winter - pixabay
Krebsthemen

Neue Studie bestätigt Krebsrisiko – Selen und Vitamin E nur bei Mangelzuständen einnehmen

30. April 2014 Detlef Hoewing 0

Bochum – Vitamine und Spurenelemente sind für den menschlichen Körper unerlässlich, doch eine Überversorgung kann der Gesundheit schaden und sogar das Risiko für eine Krebserkrankung erhöhen. Eine Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ist nur bei Mangelzuständen sinnvoll und soll nur auf medizinischen Rat hin erfolgen, rät die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) anlässlich einer neu erschienenen Studie zu Selen und Vitamin E. Vitamin E ist ein Zellschutzvitamin und spielt eine Rolle beim Verhindern von Ablagerungen in den Gefäßen. Es kommt gehäuft in pflanzlichen Ölen wie Weizenkeim- oder Olivenöl vor. Von Selen ist bekannt, dass es im Körper verschiedene wichtige Aufgaben erfüllt. Beispielsweise ist es am Stoffwechsel der Schilddrüsenhormone beteiligt. Viel Selen findet sich in Fisch, Meeresfrüchten, Milch und Gemüse. Beiden Substanzen sagte man eine schützende Wirkung in Bezug auf Krebserkrankungen nach. Das vom US-National Cancer Institute finanzierte „Selenium and Vitamin E Cancer Prevention Trial“ (SELECT), ging dieser Vermutung nach. Es war die größte jemals zur Vorbeugung von Prostatakrebs durchgeführte Studie. Professor Dr. med. Axel Heidenreich, Direktor der Urologischen Klinik am Universitätsklinikum Aachen erläutert: „Vor sechs Jahren wurde sie abgebrochen, als eine Zwischenauswertung ergab, dass Vitamin E nicht vor Krebs schützt, sondern das Krebsrisiko sogar erhöht.“ Kürzlich zeigte sich in einer weiteren Auswertung, dass […mehr lesen]

Ein 'Labor' kleiner als eine 1-Euromünze: Der Mikrochip, den die Hochschule Hamm-Lippstadt gemeinsam mit der iX-factory GmbH in einem neu gestarteten Forschungsprojekt entwickelt, um Leukämiediagnostik zukünftig in der Praxis zu ermöglichen. - Copyright: Hochschule Hamm-Lippstadt
Krebsthemen

Krebsrisiko bei Diabetes Typ 2 erhöht

10. Mai 2012 Detlef Hoewing 0

Berlin – Diabetes Typ 2 erhöht das Risiko, an Krebs zu erkranken und daran zu versterben. Aber auch die Diabetestherapie selbst hat Einfluss auf die Entstehung von Krebs, wie eine neue Übersichtsarbeit von Professor Dr. med. Norbert Stefan und Kollegen aus dem Universitätsklinikum Tübingen in der Zeitschrift DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift zeigt. „Die Daten sprechen dafür, dass Metformin im Gegensatz zu anderen Therapieformen vor Krebs schützt“, resümiert Professor Dr. med. Stephan Matthaei, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Dies stellt einen weiteren Grund dar, Patienten mit Typ 2 Diabetes mit Metformin zu behandeln, wie die Leitlinie der DDG empfiehlt. Denn Metformin wirkt sich auch günstig auf die Blutzucker-Stoffwechseleinstellung und das Körpergewicht aus und vermindert Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt. „Darüber hinaus ist natürlich eine gesunde Ernährung sowie ausreichende körperliche Aktivität die Grundlage jeder Therapie“, betont der Leiter des Diabetes-Zentrums am Christlichen Krankenhaus in Quakenbrück. Vor dem Hintergrund des erhöhten Krebsrisikos sollten Menschen mit Diabetes zudem regelmäßig an der Krebsvorsorge teilnehmen.

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Das Deutsche Krebsforschungszentrum - dkfz - in Heidelberg
dkfz

Krebsrisiko aus Grill und Pfanne

2. Mai 2009 Detlef Hoewing 0

Rechtzeitig zum Start der Grillsaison bestätigen Wissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum die Warnung: Finger weg von scharf angebratenen Steaks und angekohlten Würstchen, denn die beim Grillen oder Braten entstehenden heterozyklischen aromatischen Amine steigern erheblich das Risiko, bestimmte Gewebeveränderungen im Dickdarm zu entwickeln. Diese als Adenome bezeichneten Polypen sind häufig Vorstufen für Dickdarmkrebs.

Ob auf dem Grill oder in der Pfanne: Werden Fleisch, Fleischprodukte oder Fisch starker Hitze ausgesetzt, löst dies eine Vielzahl chemischer Reaktionen aus. Dabei entstehen Substanzen, die nichts Gutes verheißen: polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe oder die heterozyklischen aromatischen Amine, die sich vor allem dann bilden, wenn Fleisch und Fisch lange scharf angebraten oder gegrillt werden.

Heterozyklische aromatische Amine stehen schon lange im Verdacht, die Entstehung von Adenomen im Darm zu fördern – zu Recht, wie Dr. Sabine Rohrmann und Kollegen aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum mit einer aktuellen Untersuchung bestätigen.

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Das Deutsche Krebsforschungszentrum - dkfz - in Heidelberg
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Neurotransmitter soll Krebsrisiko senken

19. August 2008 Detlef Hoewing 0

Japanische Wissenschaftler bestätigen, dass eine erhöhte Dopaminkonzentration das Tumorwachstum bei Mäusen hemmt. Dies erklärt die Beobachtungen, dass Schizophreniepatienten seltener an Krebs erkranken als die übrige Bevölkerung. Ein weiterer Beitrag der neuen Ausgabe des International Journal of Cancer beschreibt die Wechselwirkung eines Tumorsuppressors mit Proteinen, die am Umbau des Zellskeletts beteiligt sind. Die neue Ausgabe des IJC erscheint am 01.08.2008.

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