Kein Bild
Forschung

Neue Krebstherapie aus alten Medikamenten

28. März 2017 Detlef Hoewing 0

Eine akademische Arbeitsgruppe am Kantonsspital St. Gallen fand ein altes, nicht mehr gebräuchliches HIV-Medikament, dessen Einsatz in der Therapie bestimmter Tumorerkrankungen Ansprechraten erzielt, die über denen der neuesten speziell entwickelten Krebsmedikamente liegt – bei deutlich geringeren Medikamentenkosten. Nun soll der molekulare Mechanismus dieser Wirkung ergründet werden. Finanziert wird das Forschungsprojekt durch Erträge aus einer Zustiftung der verstorbenen Geschwister Dr. Monika und Dr. Isabel Baumann an die Wilhelm Sander-Stiftung. Geringe Heilungschancen bei resistenten Zellen Das Multiple Myelom ist eine der häufigsten bösartigen Erkrankungen des Blut- und Lymphsystems. Aktuell sind ca. 2000 Patienten in der Schweiz daran erkrankt. Trotz großer Fortschritte in der Myelomtherapie in den vergangenen Jahren kann die Krankheit meist nicht geheilt werden, auch wenn sie in der Regel im Anfangsstadium durch moderne Therapeutika recht gut beherrscht werden kann. Die überwiegende Mehrzahl der Myelompatienten verstirbt jedoch nach einigen Jahren nach verschiedenen medikamentösen Therapien, sobald die Erkrankung nicht mehr auf die verfügbaren Medikamente anspricht. Die Lage ist besonders prekär, wenn die Zellen resistent gegenüber sogenannten „Proteasom-Inhibitoren“ werden, einer seit zehn Jahren verfügbaren Medikamentenklasse mit besonders guter Wirksamkeit beim Multiplen Myelom. In dieser Situation beträgt die zu erwartende durchschnittliche weitere Lebensdauer weniger als ein Jahr. Die verfügbare medikamentöse Standardtherapie kostet monatlich mehr […mehr lesen]

Nachweis von Cisplatin-Vernetzungsstellen. (c) Wiley-VCH
Allgemein

Wo bindet Cisplatin?

22. Oktober 2016 Detlef Hoewing 0

Genomweiter basengenauer Nachweis der Cisplatin-Vernetzungsstellen von DNA Cisplatin gehört zu den am häufigsten verwendeten Medikamenten in der Krebstherapie. Es wirkt durch Quervernetzung von DNA, die den Zelltod auslösen kann. Wo aber im Genom greift Cisplatin vorwiegend an, wo weniger? Chinesische Wissenschaftler haben jetzt ein universelles Testsystem entwickelt, um das gesamte Genom auf Cisplatin-Vernetzungsstellen zu untersuchen. In der Zeitschrift Angewandte Chemie stellen sie den Test vor und präsentieren erste Ergebnisse. Ihre Befunde unterstützen die bisherige Vermutung, dass das mitochondriale Genom von der Cisplatin-Vernetzung am stärksten betroffen ist. Krebszellen sind außergewöhnlich aktiv und haben eine rasche DNA-Replikationsrate. Viele Krebsmedikamente sind daher zum Angriff auf die DNA-Replikation konzipiert, und Cisplatin gehört zu den effektivsten DNA-schädigenden Wirkstoffen. Es wirkt, indem ein Platinatom an zwei benachbarte Guanin-DNA-Nucleobasen bindet und sie vernetzt. Diese Veränderung öffnet und erweitert den DNA-Doppelstrang an dieser Stelle. Kann die DNA-Reparatur-Maschinerie die geschädigten Postitionen nicht alle ausschneiden und wieder auffüllen, programmiert sich die Zelle auf Zelltod um. Trotz dieses ziemlich eindeutigen Wirkprinzips, konnte bisher nur indirekt nachgewiesen werden, an welchem Teil des Genoms das Cisplatin bevorzugt angreift. In einer interdisziplinären Zusammenarbeit haben nun Chengqi Yi von der Peking University und Chuan He von der Peking University, University of Chicago und dem Howard […mehr lesen]

Krankenkassen - pixabay
Krankenkassen

Ersatzkassen weiten Versorgung mit innovativer Krebstherapie aus

27. April 2016 Detlef Hoewing 0

Vereinbarung zur Protonentherapie mit Uniklinik Carl Gustav Carus Dresden geschlossen Berlin – Versicherte der Ersatzkassen Techniker Krankenkasse (TK), BARMER GEK, DAK-Gesundheit, KKH Kaufmännische Krankenkasse und Handelskrankenkasse (hkk) können sich ab sofort bei bestimmten schweren Krebserkrankungen auch in Sachsen mit Protonentherapie behandeln lassen. Dies regelt ein Vertrag des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek) mit dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden. Die neuartige Strahlenbehandlung kommt insbesondere Patienten mit Tumoren in empfindlichen Geweberegionen zugute, wie zum Beispiel Kopf, Becken oder Wirbelsäule. Profitieren können von der Behandlung vor allem Betroffene, deren Erkrankung anderweitig nur schwer therapierbar ist. Auch für Kinder mit seltenen Krebserkrankungen kann die Bestrahlung mit Protonen eine Therapiealternative darstellen. „Den Versicherten der Ersatzkassen neue, innovative aber auch sichere Behandlungsmethoden anzubieten, ist uns ein besonders wichtiges Anliegen. Wir sind froh, mit dem neuen Vertrag unser Angebot in diesem fortschrittlichen Verfahren ausweiten zu können“, sagte Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des vdek. Die Behandlungen erfolgen in Studien unter Beteiligung interdisziplinär besetzter Tumorboards. Auf diese Weise kann eine höchstmögliche Qualität bei der Therapie sichergestellt werden. Die Protonenstrahlung kann auch tief im Körper liegende Tumore mit einer ausreichend hohen Strahlendosis erreichen. Zudem können Protonenstrahlen höchst präzise auf den Tumor gelenkt werden, wodurch das umliegende Gewebe geschont wird. […mehr lesen]

Legende: Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme einer Lungenmetastase: Tumorzellen (grün) formen solide Tumorknoten, die in engem Kontakt mit umgebenden Kapillaren (rot) stehen. Die wechselseitige Kommunikation zwischen Tumorzellen und Endothelzellen ermöglicht das Wachstum von Metastasen. Endothelzellen können das Tumorwachstum dabei aktiv fördern. - Quelle: Oliver Meckes (Eye of Science) / H. Augustin (DKFZ)
Krebsthemen

Größter Endoskopie-Kongress der Welt in Hamburg zeigt schonende Krebstherapie

5. November 2014 Detlef Hoewing 0

An diesem Wochenende ist Hamburg wieder Nabel der Endoskopie-Welt: 2.500 Experten aus mehr als 20 Ländern treffen sich am 7. und 8. November zum 22. Endo Club Nord – dem weltweit größten Endoskopie-Livekongress. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr die endoskopische Entfernung früher bösartiger Tumore des Magen-Darm-Traktes: Diese minimalinvasiven, schonenden Verfahren ersparen Patienten häufig eine große Operation und erleichtern den Genesungsprozess. Den Kern des Endo Club Nord bilden Live-Untersuchungen, übertragen aus den Asklepios Kliniken Barmbek und Altona sowie dem Universitätsklinikum Eppendorf. In den drei Kliniken sind bekannte Untersucher aus der ganzen Welt zu Gast. Gemeinsam mit den jeweiligen Endoskopieteams demonstrieren sie innovative, besonders aufwändige aber auch etablierte endoskopische Verfahren, die bei verschiedensten Krankheiten von der Speiseröhre bis zum Enddarm zum Einsatz kommen. „Wir wollen den Teilnehmern mit insgesamt 40 Live-Fällen zeigen, was heute mit endoskopischen Techniken minimal invasiv alles möglich ist. Durch die Live-Übertagungen sind die teilnehmenden Kollegen im CCH in den kompletten Ablauf der Untersuchung eingebunden“, erläutert Privatdozent Dr. Siegbert Faiss den Nutzen der aufwändigen HD-Übertragung aus den Kliniken auf eine mehr als 30 Meter breite Leinwand. Faiss ist Chefarzt der Gastroenterologie & Interventionellen Endoskopie der Asklepios Klinik Barmbek und diesjähriger Kongresspräsident. Japanischer Endoskopie-Pionier zu Gast Gemeinsam mit seinen […mehr lesen]

Biopsie-Gerät Quelle: NCT Heidelberg
Forschung

Nationales Centrum für Tumorerkrankungen

31. Oktober 2014 Detlef Hoewing 0

Ausbau zu einem internationalen Spitzenzentrum der individualisierten Krebstherapie NCT 3.0 „Der Ausbau zum NCT 3.0 stärkt Heidelbergs Position in der Spitzengruppe der internationalen Krebsforschung und -medizin; mit neuen Möglichkeiten bei der Erfassung der genetischen Grundlagen von Krebs sowie gezielten neuen Therapien für die Patienten“, sagt Wissenschaftsministerin Theresia Bauer Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg soll zu einem internationalen Spitzenzentrum der individualisierten Krebstherapie (NCT 3.0) ausgebaut werden. Diese Entscheidung von Bundes- und Landesregierung verkündeten Bundesforschungsministerin Johanna Wanka und Wissenschaftsministerin Theresia Bauer anlässlich des Festakts zum 50jährigen Bestehen des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) am Freitag in Heidelberg. „Das NCT ist schon heute ein internationaler Vorreiter der umfassenden Erbgutanalyse von Tumorgewebe. Entscheidend hierfür ist die enge Zusammenarbeit von Spitzenforschung am DKFZ sowie innovativer Krebsmedizin an NCT und Universitätsklinikum Heidelberg. Der Ausbau zum NCT 3.0 stärkt Heidelbergs Position in der Spitzengruppe der internationalen Krebsforschung und -medizin. Wir schaffen damit neue Möglichkeiten bei der Erfassung der genetischen Grundlagen von Krebs sowie individualisierten, also maßgeschneiderten neuen Therapien für die Patienten“, sagte Ministerin Bauer. Das NCT ist eine vom DKFZ und dem Universitätsklinikum Heidelberg gemeinsam getragene Einrichtung. Für das Land sei das NCT 3.0 wissenschaftspolitisch wie auch in der Patientenversorgung von großer Bedeutung, so Bauer. Aufbauend […mehr lesen]

Brustkrebszellen - Quelle: Dr. Lutz Langbein, Deutsches Krebsforschungszentrum
Brustkrebs

Brustkrebs: Kritik an teuren Antikörpern berechtigt?

8. Oktober 2014 Detlef Hoewing 0

Kronberg – Sie sind die Hoffnungsträger der modernen Krebstherapie: die Antikörper. Durch aufwendige Grundlagenforschungen sind Zielstrukturen an der Oberfläche von Krebszellen bekannt, die als Angriffspunkte für therapeutische Antikörper genutzt werden können. Im Labor werden dazu Eiweißbausteine entwickelt, die speziell auf diese Zielstrukturen passen. Zunächst wird ein Wirkstoff an künstlichen Zelllinien, dann im Tierexperiment und schließlich, bei Erfolg, in verschiedenen Phasen bei betroffenen Patientinnen getestet. Die Testung durchläuft im Anschluss daran drei klinische Untersuchungsphasen, die dann, sollte sich der Erfolg weiter bestätigen, zu einer Zulassung des Medikaments führen. In den vergangenen Jahrzehnten wurde eine Reihe sehr wirkungsvoller Antikörper für die Therapie von Brustkrebs zugelassen, zumeist höchst effektiv bei überschaubaren Nebenwirkungen. Obwohl die Entwicklung dieser Antikörper als großer Fortschritt in der Krebstherapie gesehen werden muss, werden häufig die hohen Kosten dieser Therapien kritisiert. „In der Tat werden hohe finanzielle Ressourcen bei der Entwicklung von neuen Wirkstoffen aufgewendet, welche häufig im dreistelligen Millionenbereich liegen“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Janni, Ärztlicher Direktor der Frauenklinik am Universitätsklinikum Ulm, in der aktuellen Ausgabe des Brustkrebsmagazins Mamma Mia!. „Allerdings ist die Entwicklung der Sterblichkeit durch Brustkrebs, die sich seit den 90er Jahren drastisch reduziert hat, ein guter Beweis dafür, dass sich dieses finanzielle Investment für unsere Patientinnen […mehr lesen]

Das DNA-Molekül ist um eine Spule aus Histon-Proteinen geschlungen. Bild: Emw, Wikimedia Commons
Lungenkrebs

Krebstherapie: Selbst bei weit fortgeschrittenem Lungenkrebs verlängert die Strahlentherapie das Überleben

25. April 2014 Detlef Hoewing 0

Berlin – Mehr als 50.000 Menschen in Deutschland erkranken pro Jahr an Lungenkrebs. Eine Strahlentherapie kann fortgeschrittenen Lungenkrebs zwar häufig nicht mehr heilen, den Tumor aber oft zumindest vorübergehend zurückdrängen. Dies gelang in einer aktuellen Studie aus Norwegen, ohne die Lebensqualität der Patienten wesentlich zu beeinträchtigen. Ob eine Bestrahlung für einen Patienten in Frage kommt und ihm hilft, muss jedoch in jedem einzelnen Fall ein Experte beurteilen, so die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO). Lungenkrebs wird oft erst entdeckt, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist. Von einer Operation sehen Ärzte dann häufig ab, weil die Operation sehr riskant ist. „Bei diesen Patienten können wir versuchen, den Tumor durch eine Strahlentherapie zu verkleinern und durch Chemotherapie die Bildung von Metastasen zu verzögern“, sagt DEGRO-Präsident Professor Dr. med. Michael Baumann, Direktor der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Universitätsklinikums Dresden. Den Wert der Chemotherapie belegen bereits jüngere Studien. Der Nutzen einer zusätzlichen Bestrahlung wurde jetzt erstmals in einer größeren Studie untersucht. In Norwegen prüften Ärzte das Verfahren an 191 Patienten mit einem nicht operablen nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom, der häufigsten Lungenkrebsvariante. Alle Patienten erhielten eine Chemotherapie. Bei der Hälfte wurde zusätzlich eine Strahlentherapie durchgeführt. „Die Entscheidung dafür fiel per […mehr lesen]

Pressekonferenz des Deutschen Krebskongress 2012 - Sport unterstuetzt Krebstherapie
Krebskongress 2014

Sport unterstützt Krebstherapie

21. Februar 2014 Detlef Hoewing 0

Wissenschaftlich untersucht: körperliche Aktivität regt Tumorabwehr an

Pressekonferenz des Deutschen Krebskongress 2012 - Sport unterstuetzt KrebstherapieBerlin, 19. Februar 2014 (ws) – Wissenschaftler der Deutschen Sporthochschule Köln und der Uniklinik Köln im Centrum für Integrierte Onkologie CIO Köln/Bonn haben neue wichtige Hinweise zum Effekt von körperlich anstrengender Aktivität auf das Immunsystem von Krebspatienten gewonnen. Im Rahmen einer Studie bereiteten sie 15 Krebspatienten in der Nachsorge auf einen Halbmarathon vor und untersuchten vor und nach dem Lauf deren Immunstatus. Das Ergebnis: Intensive Ausdauerbelastung wirkt sich bei Krebspatienten positiv auf die körpereigene Tumorabwehr aus. Die Studienergebnisse wurden am 21. Februar 2014 erstmals im Rahmen des 31. Deutschen Krebskongresses der Deutschen Krebshilfe und der Deutschen Krebsgesellschaft vorgestellt.

Während der präventive Einfluss von körperlicher Aktivität auf die Krebsentstehung bei einigen Tumorerkrankungen unter Forschern vielfach akzeptiert ist, hielten sie die Kombination von Bewegung und Sport bei Krebs lange für risikoreich. Inzwischen zeigen Studien, dass Bewegung den Patienten nicht schadet, sondern hilft und sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirkt. Weitgehend ungeklärt ist jedoch die notwendige Höhe der Bewegungsdosis. „Aus wissenschaftlicher Sicht liegen uns noch zu wenig Kenntnisse zur optimalen Trainingssteuerung und -intensität vor“, erläutert Dr. Freerk T. Baumann vom Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln, einer der Studienleiter. „Daher sind Erkenntnisse sehr wichtig, die uns zeigen, wie das Immunsystem krebskranker Menschen auf körperliche Aktivität reagiert“. An der Studie nahmen insgesamt 30 Probanden im Alter zwischen 40 und 67 Jahren teil: 15 Patienten mit Brust-, Darm- oder Prostatakrebs, deren Therapie mindestens ein Jahr zurück lag, und 15 gesunde Kontrollpersonen.

[…mehr lesen]

Links: Intakter Zellkern, rechts: Zerfall des Zellkerns unter radioaktiver Bestrahlung - Bild: UK Ulm
Brustkrebs

Brustkrebspatientinnen profitieren von einmaliger Bestrahlung während der OP

21. Dezember 2013 Detlef Hoewing 0

Ergebnisse der Langzeitbeobachtung im Rahmen der TARGIT-Studie in The Lancet veröffentlicht

Eine gezielte einmalige Strahlenbehandlung direkt im Anschluss an die chirurgische Entfernung eines Tumors kann eine echte Alternative zum gängigen Verfahren bei der brusterhaltenden Krebstherapie sein, bei dem sich die betroffenen Frauen nach der Operation über Wochen täglich einer Bestrahlung der Brust unterziehen müssen. Das bestätigen die Daten der Langzeitbeobachtung von Patientinnen, die im Rahmen der internationalen TARGIT-Studie (TARGeted Intraoperative Radiation Therapy) behandelt worden sind.

Die TARGIT-Studie vergleicht zwei strahlentherapeutische Verfahren, die die Entfernung des Tumors bei der brusterhaltenden Krebstherapie ergänzen: die Intraoperative Radiotherapie (IORT) und die klassische Bestrahlung der Brust von außen (external beam radiotherapy, EBRT). Die 5-Jahres- Ergebnisse der Studie, bezogen auf den lokalen Rückfall und die Überlebensrate, wurden jetzt erstmals im renommierten Fachjournal The Lancet öffentlich gemacht.

[…mehr lesen]

Immunzellen in einem Dickdarmtumor (Gewebepräparat). T-Helfer-Zellen (rot) liegen zwischen den Drüsenstrukturen der Tumorzellen (Zellkerne blau gefärbt). - Quelle: Klaus-Peter Janssen
Krebsthemen

Tumorzellen auf Wanderschaft

19. November 2013 Detlef Hoewing 0

Leibniz-Institut für Arbeitsforschung entdeckt neuen Ansatzpunkt zur Krebstherapie

„Sabine arbeitet in der Druckindustrie und muss dabei jeden Tag mit gefährlichen Substanzen umgehen, die zu schweren Erkrankungen wie Krebs führen können. Auf die Verwendung von Chemikalien kann aber in der modernen Arbeitswelt nicht verzichtet werden. Deshalb ist die Erforschung der zellulären Hintergründe solcher Erkrankungen eine wichtige Aufgabe des Arbeitsschutzes. Am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung konnte das Enzym EDI3 als Ursache für krankhafte Veränderungen des Zellstoffwechsels identifiziert werden.“

Das Hauptproblem bei Krebserkrankungen ist das Streuen von Tumorzellen, die sogenannte Metastasierung. Dabei verlassen Zellen ihren ursprünglichen Platz im Primärtumor und wandern über die Blut- oder Lymphbahnen in weiter entfernte Gewebe und Organe. Dort können sie sich ansiedeln und Tochtergeschwülste bilden. Diese Fähigkeit zur Bildung von Metastasen ist ein charakteristisches Merkmal von „bösartigen“ Krebserkrankungen und somit ein zentraler Ansatzpunkt für die Suche nach effektiveren Therapien.

[…mehr lesen]

1 2 3 4