Querschnitt durch eine Gewebeprobe eines Gebärmutterhalstumors. Die Krebszellen enthalten hohe Mengen an LEDGF-Protein (braune Färbung). Quelle: Miriam Reuschenbach, Universitätsklinikum Heidelberg
Gebärmutterhalskrebs

Wie Krebsviren ihre Wirtszellen gegen Tumortherapien schützen

15. April 2014 Detlef Hoewing 0

Bestimmte Typen von humanen Papillomviren (HPV) verursachen Gebärmutterhalskrebs, indem sie sich in eine Körperzelle einnisten und diese zu unkontrolliertem Teilen anregen. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben nun einen Mechanismus entdeckt, mit dem HPV die Tumorzellen vor DNA-Schäden durch Krebstherapien und damit vor dem Absterben schützen. Chemotherapeutika und Bestrahlungen schädigen die DNA von Krebszellen. Dadurch wird der sogenannte programmierte Zelltod aktiviert und die Tumorzellen sterben ab. Humane Papillomviren, die sich in Zellen des Gebärmutterhalses eingenistet haben, schützen ihre Wirtszellen vor diesem Schicksal und steigern damit ihre Resistenz gegen Krebstherapien. Wissenschaftler vermuteten schon seit Langem, dass die beiden viruseigenen Gene E6 und E7 an diesem Prozess beteiligt sind. „Um herauszufinden, wie HPV ihre Wirtszellen vor DNA-Schäden schützen, haben wir die beiden Gene E6 und E7 in HPV-positiven Tumorzellen blockiert“, erklärt Jenny Leitz, die Erstautorin der Studie. Das Ergebnis: Ein Protein namens LEDGF, das Krebszellen vor DNA-Schäden schützen kann, wird ohne E6 und E7 kaum noch produziert. Doch können die beiden HPV-Gene die Produktion von LEDGF auch aktivieren? Um diese Frage zu klären, schleusten die Forscher eines der beiden oder beide Virusgene in menschliche Hautzellen ein. „Tatsächlich hat sich die Menge an LEDGF in diesen Zellen deutlich erhöht“, sagt Jenny Leitz. „Dabei […mehr lesen]