Die Stachelzellkrebszellen (grün) dringen in die Haut ein. - Quelle: Venugopal Rao Mittapalli
Kongresse

Phänomen Krebszellen – Experten beraten bei Weltkonferenz Physics of Cancer

26. September 2014 Detlef Hoewing 0

Krebszellen metastasieren umso aggressiver, je härter ihr Untergrund ist. Sie können sich versteifen oder weicher werden. Die Ursache für diese Phänomene ist bisher noch unklar. Die Erforschung der biomechanischen Eigenschaften von Krebszellen gewinnt im Kampf gegen diese Krankheit eine wachsende Bedeutung. Etwa 120 renommierte Biologen, Physiker und Mediziner aus aller Welt treffen sich vom 2. bis 5. Oktober an der Universität Leipzig zur Konferenz „Physics of Cancer“, um sich über ihre neuesten Forschungen zur physikalischen Onkologie auszutauschen. „Sie findet mittlerweile zum fünften Mal in Leipzig statt und hat sich als die Weltkonferenz zu den biomechanischen Eigenschaften von Krebszellen entwickelt“, sagt Mitorganisator Prof. Dr. Josef A. Käs, Biophysiker an der Universität Leipzig. Das hätten die Deutsche Krebsgesellschaft und auch das renommierte National Cancer Institute in den USA anerkannt. Neu im Organisationskomitee der Konferenz ist in diesem Jahr der Biomechanik- Ingenieur Prof. Paul Janmey von der University of Pennsylvania. Er wird in seinem Referat beschreiben, wie Krebszellen ihre Umgebung mechanisch erfühlen. „Wenn man Krebszellen auf einen harten Untergrund setzt, vermehren sie sich noch schneller“, erklärt Käs, der sich mit seinem Team in der Zellbiomechanik eine Führungsrolle erarbeitet hat. Die Leipziger Forscher um Käs haben herausgefunden, dass sich genetisch völlig identische Krebszellen in […mehr lesen]

Die Proteinsignaturen zeigen, wie empfindlich die untersuchten Tumor-Zelllinien (Kästchen von links nach rechts) auf zwei Wirkstoffe reagieren: auf das Chemotherapeutikum Taxol (oben) und auf den Kinase-Inhibitor Dasatinib (unterhalb der grauen Linie). Die erste Zeile zeigt die Reaktion – von blau nach rot: wenig bis sehr empfindlich; Zeilen darunter: Vorkommen der verschiedenen Proteine in den Zellinien: blau geringes, rot hohes Vorkommen. Quelle: A. Gholami/TUM
Forschung

Typisches Proteinprofil von Tumorzellen entschlüsselt

9. August 2013 Detlef Hoewing 0

Wie wird aus einer unauffälligen Körperzelle eine Krebszelle? Welche Unterschiede sind dafür verantwortlich, dass sich Tumorzellen unkontrolliert teilen? Bisher interessierten sich Forscher vor allem für Veränderungen in der DNA, dem Bauplan für die Proteine. Da es aber letztlich Proteine sind, die Körperzellen zu Tumorzellen umfunktionieren, haben Wissenschaftler jetzt das Proteom von 59 Tumorzelllinien entschlüsselt – und neue Erklärungsmöglichkeiten gefunden, warum Krebsmedikamente nicht bei allen Patienten gleich gut anschlagen.

In der bislang größten Studie dieser Art identifizierten Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) über 10.000 verschiedene Proteine in Krebszellen. „Nahezu alle Tumormedikamente richten sich gegen zelluläre Proteine“, sagt Prof. Bernhard Küster, Leiter des TUM-Lehrstuhls für Proteomik und Bioanalytik. „Wenn das Proteom, also das Proteinportfolio von Tumorzellen bekannt ist, steigen die Chancen, neue Angriffspunkte für Medikamente zu finden.“

[…mehr lesen]

MRT-Thermoeffekt während der Laserung einer Lebermetastase, gekühlter Applikator, 23 Watt (Prof. Vogl, Frankfurt a.M.)
dkfz

„Networking“ in der Krebszelle

7. Mai 2013 Detlef Hoewing 0

Heidelberger Wissenschaftler entwickelten ein Verfahren, um die Wechselwirkung aller Gene einer Krebszelle im großen Maßstab zu untersuchen. Die genaue Kenntnis dieses Zusammenspiels soll dabei helfen, wirksamere Kombinationen von Medikamenten zu identifizieren. Die Ergebnisse sind in der neuesten Ausgabe von Nature Methods veröffentlicht.

Krebs ist eine Erkrankung der Gene. In Tumorzellen sind jedoch nicht nur einzelne Krebsgene verändert, sondern es liegt meist eine Vielzahl an Mutationen vor. Die jeweilige Kombination der Mutationen bestimmt das Verhalten der Zellen, etwa ihr Wachstum und auch das Ansprechen auf Therapien. Genau dies lässt sich jedoch oft nicht vorhersagen. Um Therapien, die sich gezielt gegen einzelne Veränderungen der Krebszelle richten, sinnvoll kombinieren zu können, müssen Wissenschaftler zunächst verstehen, wie sich die veränderten Gene gegenseitig beeinflussen.

[…mehr lesen]