Brustkrebszellen - Quelle: Dr. Lutz Langbein, Deutsches Krebsforschungszentrum
Brustkrebs

Brustkrebs: Kritik an teuren Antikörpern berechtigt?

8. Oktober 2014 Detlef Hoewing 0

Kronberg – Sie sind die Hoffnungsträger der modernen Krebstherapie: die Antikörper. Durch aufwendige Grundlagenforschungen sind Zielstrukturen an der Oberfläche von Krebszellen bekannt, die als Angriffspunkte für therapeutische Antikörper genutzt werden können. Im Labor werden dazu Eiweißbausteine entwickelt, die speziell auf diese Zielstrukturen passen. Zunächst wird ein Wirkstoff an künstlichen Zelllinien, dann im Tierexperiment und schließlich, bei Erfolg, in verschiedenen Phasen bei betroffenen Patientinnen getestet. Die Testung durchläuft im Anschluss daran drei klinische Untersuchungsphasen, die dann, sollte sich der Erfolg weiter bestätigen, zu einer Zulassung des Medikaments führen. In den vergangenen Jahrzehnten wurde eine Reihe sehr wirkungsvoller Antikörper für die Therapie von Brustkrebs zugelassen, zumeist höchst effektiv bei überschaubaren Nebenwirkungen. Obwohl die Entwicklung dieser Antikörper als großer Fortschritt in der Krebstherapie gesehen werden muss, werden häufig die hohen Kosten dieser Therapien kritisiert. „In der Tat werden hohe finanzielle Ressourcen bei der Entwicklung von neuen Wirkstoffen aufgewendet, welche häufig im dreistelligen Millionenbereich liegen“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Janni, Ärztlicher Direktor der Frauenklinik am Universitätsklinikum Ulm, in der aktuellen Ausgabe des Brustkrebsmagazins Mamma Mia!. „Allerdings ist die Entwicklung der Sterblichkeit durch Brustkrebs, die sich seit den 90er Jahren drastisch reduziert hat, ein guter Beweis dafür, dass sich dieses finanzielle Investment für unsere Patientinnen […mehr lesen]