Langendorff-Symposium

Neue Ära in der Strahlenheilkunde

Beim Langendorff-Symposium am 26. und 27. April stellen die Forscher des Universitätsklinikums Freiburg neue Therapiemöglichkeiten vor

Seepferdchen sind wunderschöne, aber auch empfindliche Tiere – sie gelten als Indikatoren für die Wasserqualität. In der Tiefe unseres menschlichen Gehirns befindet sich eine Struktur, die nach den Seepferdchen „Hippocampus“ benannt ist. Diese ist ähnlich empfindlich wie die Tiere und zwar in Bezug auf unsere Gedächtnisfunktion, für die sie eine entscheidende Rolle spielt. Lange Zeit gab es keine Möglichkeit, den Hippocampus zu schonen, wenn wegen eines Hirntumors oder Fernmetastasen im Gehirn eine Strahlentherapie in dieser Region nötig wurde. Er wurde einfach mitbehandelt.

Dies ist nun vorbei: Mit modernster Behandlungstechnik und innovativen Studien untersucht das Team um Professor Dr. Anca-Ligia Grosu, Ärztliche Direktorin der Klinik für Strahlenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg, schonende Methoden für die empfindliche Struktur des Hippocampus. Dies ist nur eines von vielen Beispielen, die zeigen, dass in der Strahlentherapie eine neue Ära angebrochen ist: An der Klinik wurde kürzlich ein neuer Teilchenbeschleuniger in Betrieb genommen, der die Strahlentherapie hochpräzise auf den Tumor richten kann und dabei gleichzeitig empfindliche Nachbarorgane schont. Fast zeitgleich ging eine neue „Röhre“, ein 4D-Computertomograph, in Betrieb, der die Atembewegungen der Tumoren und der Organe aufzeichnet, so dass sie für die Behandlung millimetergenau berücksichtigt werden können. Dies ist ein weiterer Schritt zur gesteigerten Präzision der Strahlentherapie, einer Behandlung, die bei nahezu jedem zweiten Patienten mit einem Organtumor zum Einsatz kommt.

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