Lebenserwartung

Querschnittlähmung als Risikofaktor für Harnblasenkrebs

Die Lebenserwartung von Menschen mit Querschnittlähmung ist in den vergangenen Jahrzehnten gestiegen. Betroffene können annähernd so alt werden wie nichtbehinderte Menschen. Mit zunehmender Lebenserwartung rücken aber weitere Erkrankungen ins Blickfeld der Mediziner, wie zum Beispiel der Harnblasenkrebs. Urologen des Berufsgenossenschaftlichen Klinikums Hamburg haben gemeinsam mit weiteren auf diesem Gebiet erfahrenen…

< >

Prostatakrebs: Strahlentherapie oder Operation?

Langzeitstudie vergleicht Therapien auf Vorteile für Patienten

Berlin – In Deutschland ist Prostatakrebs unter Männern die häufigste Krebserkrankung. Jedes Jahr werden nach Angaben des Robert Koch-Instituts etwa 63 400 Neuerkrankungen diagnostiziert. Ein Prostatakrebs kann heute im Frühstadium durch eine Operation oder eine Strahlentherapie geheilt werden. Beide Behandlungen haben jedoch unterschiedliche Auswirkungen auf die Lebensqualität, die nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) bei der Therapiewahl berücksichtigt werden sollten. Eine Langzeitstudie, die nach der Therapie die körperliche Funktion der Blase, des Darms sowie Potenzstörungen untersuchte, liefert hierfür nun wichtige neue Erkenntnisse.

Prostatakrebs ist heilbar, und betroffene Männer haben nach der Diagnose eine Lebenserwartung von 15 Jahren oder länger. Während dieser Zeit müssen die Patienten mit den Folgen der Therapie leben, die bei Operation und Radiotherapie zunächst unterschiedlich sind. „Nach der Operation, bei der die Prostata komplett entfernt wird, kommt es häufig zur Harninkontinenz und zu Potenzstörungen“, erklärt DEGRO-Präsident Professor Dr. med. Jürgen Dunst, Direktor der Klinik für Strahlentherapie an der Universität Lübeck. Für den Alltag heißt das nicht nur, dass einige Männer Einlagen tragen müssen, sondern auch, dass die Erektionsfähigkeit verloren gehen kann. Die Strahlentherapie sei hier im Vorteil, so Dunst. Viele Patienten, die vor der Behandlung diesbezüglich keine Probleme hatten, bleiben nach der Bestrahlung ebenfalls beschwerdefrei. Es könne jedoch zu Störungen der Darmfunktion kommen, wenn die Strahlung die an die Prostata angrenzende Darmschleimhaut schädigt. Eine mögliche Folge seien schmerzhafte Stuhlgänge: „Hier zeigt die Erfahrung jedoch, dass Patienten mit einer zuvor guten Darmfunktion nach der Radiotherapie seltener Probleme bekommen“, ergänzt der DEGRO-Präsident.


Priorisierung und Forschungsförderung in Deutschland

Pressekonferenz über die Priorisierung und Forschungsförderung

Medizinischer Fortschritt und gestiegene Lebenserwartung verknappen die Ressourcen im Gesundheitswesen. Es ist absehbar, dass nicht mehr alle bisherigen Leistungen für alle Versicherten gleichermaßen finanziert werden können. Die gerechte Zuteilung von Mitteln ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Die Priorisierung medizinischer Leistungen ist dabei ein neues Reizwort in der Gesundheitspolitik, das sehr kontrovers diskutiert wird und viele Fragen aufwirft. Gemeint ist die Notwendigkeit, Gesundheitsgüter und Versorgungsziele in eine mehrstufige Rangreihe zu stellen, um dadurch trotzdem eine umfassende und gerechte Versorgung aufrecht erhalten zu können.


Kommunikation mit Krebspatienten

Im Mittelalter hatten Boten mit schlechten Nachrichten keine hohe Lebenserwartung. Obwohl die Zeiten ruhiger geworden sind, ist es immer noch keine einfache Aufgabe, der Überbringer schlechter Neuigkeiten zu sein. Das betrifft besonders Ärzte, die ihren Patienten mitteilen müssen, dass sie bei ihnen Krebs diagnostiziert haben. In dieser Situation kann eine professionelle Kommunikation für Arzt und Patient ein Rettungsanker sein. Aber auch in der Therapiephase bleibt die Kommunikation mit Krebspatienten eine Herausforderung. Entsprechende Weiterbildung ist notwendig und wird onkologisch tätigen Urologen auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) vom 24. bis 27. September 2008 in Stuttgart erstmals angeboten.