Das HIV-Medikament Maraviroc blockiert das Oberflächeneiweiß CCR5. Dadurch werden die Makrophagen in der Leber aktiviert die Metastasen zu bekämpfen. Die Metastasen in der Leber (links) verschwanden nach Behandlung (rechts). Copyright: NCT Heidelberg
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Entzündungen als Brutstätte von Leberkrebs entdeckt

27. Oktober 2015 Detlef Hoewing 0

Forscher vom Deutschen Krebsforschungszentrum und der Hebrew University in Jerusalem entdeckten, dass Leberkrebs in entzündlichen Lymphknoten-artigen Strukturen entsteht. Im Inneren dieser aus Immunzellen bestehenden „Pseudo-Lymphknoten“ treiben wachstumsfördernde Proteine die Entwicklung der Krebsvorläuferzellen an. Von einem bestimmten Moment an versorgen sich die Leberkrebszellen selbst mit ihrem Treibstoff und wandern ins Lebergewebe aus, wo sie zu Tumoren auswachsen. Wirkstoffe gegen die wachstumsfördernden Proteine drosselten bei Mäusen die Krebsentstehung. Anhand einer spezifischen Gen-Signatur können die Forscher Personen mit einem hohen Risiko für Leberkrebs identifizieren. Die Ergebnisse sind nun in der Zeitschrift Nature Immunology erschienen. Bei Rheuma und Multipler Sklerose, bei Hepatitis C und Tuberkulose, auch bei Brust- und Darmkrebs treten sie auf: In den erkrankten Organen und Geweben bilden sich kleine Strukturen aus Zellen des Immunsystems, die in ihrem Aufbau und der Zellzusammensetzung an Lymphknoten erinnern. Wie und warum diese „Pseudo-Lymphknoten“ (ektope lymphoide Strukturen, kurz ELS) genau entstehen, wussten Wissenschaftler bislang nicht. Bei Darm-, Brust- und Lungenkrebs ist ihr Vorhandensein mit einem günstigeren Verlauf assoziiert. Dass dies für Leberkrebs nicht gilt, zeigte nun Mathias Heikenwälder vom Deutschen Krebsforschungszentrum gemeinsam mit Forschern von der Hebrew University in Jerusalem sowie mit weiteren Kollegen aus Deutschland, der Schweiz und den USA. Leberkrebs ist die zweithäufigste Krebstodesursache […mehr lesen]

Abb: Der Kalziumeinstrom in die Leberkarzinomzelle lässt sich nach Zugabe von Citronellal beobachten (dargestellt in Falschfarben). RUB, Lehrstuhl Hatt
Leberkrebs

Zitrusduft hemmt Leberkrebs

22. Januar 2015 Detlef Hoewing 0

Bochumer Forscher entschlüsseln Signalweg Duftrezeptor in Leberkrebszellen nachgewiesen Terpene als Hauptbestandteil ätherischer Öle können das Wachstum verschiedener Krebszellen hemmen. Wie genau sie das tun, haben Bochumer Forscher um Prof. Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt jetzt an Leberkrebszellen genau untersucht. Sie konnten die molekularen Mechanismen aufklären, die bei Anwendung von (-)-Citronellal zu einem Wachstumsstopp der Krebszellen führten und wiesen nach, dass der Duftrezeptor OR1A2 die entscheidende Schaltstelle dafür ist. Der Duftrezeptor könnte künftig als Ziel für Diagnostik und Therapie des Leberkrebses dienen. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher im Journal Archives of Biochemistry and Biophysics. Ätherische Öle schützen nicht nur vor Bakterien, Viren, Pilzen Ätherische Öle kommen in vielen Pflanzen vor und schützen sie durch ihre antibakteriellen, antiviralen und pilztötenden Eigenschaften. Seit einiger Zeit ist bekannt, dass Terpene, die Hauptbestandteile der Öle, auch verschiedene Krebszellen am Wachsen hindern können, darunter Leberkrebs. Was genau dabei passiert, war aber bislang unklar. Geruchsrezeptoren nicht nur in der Nase Terpene können Signalprozesse in Zellen anstoßen, indem sie Duft- Rezeptoren aktivieren. Diese kommen zwar vor allem in Riechzellen der Nase vor, aber nachweislich auch in allen anderen humanen Geweben, wie zum Beispiel Haut, Prostata oder Spermien. Bei der Krebsentstehung und seinem Wachstum spielen Terpene ebenfalls eine […mehr lesen]

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Leberkrebs – Artikelserie

18. November 2014 Detlef Hoewing 0

© 2013 von Detlef Höwing über Leberkrebs. Dieses Buch einer Artikelsammlung der Online-Zeitung Mensch & Krebs, www.krebszeitung.de ist frei verfügbar für den privaten Gebrauch. Alle Texte und Bilder dürfen nur dann weiter bearbeitet oder verwendet werden, wenn meine schriftliche Genehmigung dazu vorliegt. Eine kommerzielle Nutzung des Buches oder Texte oder Bilder sind untersagt. Alle Rechte liegen bei mir und den entsprechenden Autoren. Krebszeitung–Download Leberkrebs – Artikelserie als PDF-Datei —

Alkohol ist ein Leberzellgift und kann die Entwicklung von Leberkrebs in drei Stufen initiieren. Durch Teilung gesunder Leberzellen kann der Tod einzelner Leberzellen kompensiert werden. Ein kontinuierlicher Alkoholkonsum verursacht eine chronische alkoholische Leberschädigung mit starker Leberzellteilung. Dabei besteht das Risiko, dass sich einige Leberzellen in Tumorzellen (kleine Zellen) umwandeln und Leberkrebs verursachen.
Leberkrebs

Aachener Wissenschaftler untersuchen die Entstehung von Leberkrebs durch regelmäßigen Alkoholkonsum

2. Oktober 2013 Detlef Hoewing 0

Alkohol ist ein Leberzellgift und kann die Entwicklung von Leberkrebs in drei Stufen initiieren. Durch Teilung gesunder Leberzellen kann der Tod einzelner Leberzellen kompensiert werden. Ein kontinuierlicher Alkoholkonsum verursacht eine chronische alkoholische Leberschädigung mit starker Leberzellteilung. Dabei besteht das Risiko, dass sich einige Leberzellen in Tumorzellen (kleine Zellen) umwandeln und Leberkrebs verursachen.Das Hepatozelluläre Karzinom (HCC) ist eine Leberkrebserkrankung mit zunehmender Häufigkeit und sehr schlechten Heilungschancen. Regelmäßiger, starker Alkoholkonsum ist ein erwiesener Risikofaktor für die Entstehung von HCC. Obwohl dieser Zusammenhang schon sehr lange bekannt ist, sind die zugrunde liegenden Mechanismen kaum erforscht. Die Arbeitsgruppe um Dr. Yulia Nevzorova aus der Uniklinik der RWTH Aachen will nun die Mechanismen der alkoholbedingten Leberkrebsentstehung analysieren. Ziel des Projekts ist die Untersuchung der Leberzellteilung nach Alkoholkonsum. Die Wissenschaftler vermuten, dass ein gezielter Eingriff in den Zellteilungsprozess vor HCC schützen könnte.

Die unkontrollierte Teilung von Körperzellen führt häufig zu Tumorentstehung und Krebs. In der Leber ist eine präzise Kontrolle der Leberzellteilung besonders wichtig, weil Leberzellen (Hepatozyten) ohnehin ein besonders hohes Teilungspotential besitzen. Da die Leber für die Entgiftung des Körpers zuständig ist, sterben häufig Hepatozyten durch direkten Kontakt mit giftigen Substanzen. Normalerweise wird dieser Zellverlust durch die sogenannte Leberregeneration repariert. Dabei „merken“ gesunde Hepatozyten, dass ihre Nachbarzelle gestorben ist und aktivieren einen Prozess, der als Zellzyklus bezeichnet wird. Dabei verdoppeln die Zellen ihre Erbsubstanz und teilen sich anschließend, wodurch der ursprüngliche Zellverlust kompensiert wird. Bei einer chronischen Leberschädigung zum Beispiel durch regelmäßigen Alkoholkonsum – der sogenannten alkoholischen Lebererkrankung – kann es allerdings zu einer kontinuierlichen Leberzellteilung kommen, wodurch sich das Risiko für die Entstehung von Leberkrebs stark erhöht (siehe Abbildung).

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Alkohol ist ein Leberzellgift und kann die Entwicklung von Leberkrebs in drei Stufen initiieren. Durch Teilung gesunder Leberzellen kann der Tod einzelner Leberzellen kompensiert werden. Ein kontinuierlicher Alkoholkonsum verursacht eine chronische alkoholische Leberschädigung mit starker Leberzellteilung. Dabei besteht das Risiko, dass sich einige Leberzellen in Tumorzellen (kleine Zellen) umwandeln und Leberkrebs verursachen.
Leberkrebs

Anstieg von Leberkrebserkrankungen

11. September 2013 Detlef Hoewing 0

Forscher entwickeln neue Therapien mit Hochenergie-Strahlung und krebsfressenden Viren

Nürnberg – Das hepatozelluläre Karzinom, kurz Leberkrebs, gehört mittlerweile zu den häufigsten Tumoren weltweit. In Deutschland sind die Fallzahlen in den vergangenen zehn Jahren um ein Viertel angestiegen – vor allem durch Alkohol, Übergewicht und Hepatitis-Infektionen. Nur zwanzig Prozent der Patienten leben länger als fünf Jahre. Regelmäßige Ultraschall-untersuchungen bei Risikogruppen im Abstand von sechs Monaten können die Früherkennung – und somit letztendlich die Heilungschancen – deutlich verbessern, teilen Experten im Vorfeld des Kongresses Viszeralmedizin 2013 mit.

In Deutschland erkranken mittlerweile jedes Jahr rund 8500 Menschen an Leberkrebs. Die Zunahme ist unter anderem auf die steigende Zahl von Fettlebern infolge starken Übergewichts und die Zunahme von Hepatitis B- und C-Infektionen zurückzuführen. Diese Erkrankungen können sich langfristig zu Leberzirrhosen entwickeln. „Eine Leberzirrhose wiederum ist der mit Abstand größte Risikofaktor für die Entstehung von Leberkrebs“, sagt Professor Dr. med. Guido Gerken, Direktor der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie am Universitätsklinikum Essen und einer der Kongresspräsidenten der Viszeralmedizin 2013. „Deshalb sind regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen bei Risikogruppen – also Patienten, die an einer Leberzirrhose, an chronischer Hepatitis B und C oder einer Fettleberhepatitis leiden – besonders wichtig.“ Je früher Leberkrebs erkannt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten. Früherkennungsuntersuchungen mittels Ultraschall sollten etwa alle drei bis sechs Monate erfolgen.

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Apoptoseinduktion in Krebszellen: Erkennbar sind die typischen Veränderungen von apoptotischen Zellen wie die Kondensation und Fragmentierung des Zellkern (A) im Vergleich zu einer unbehandelten Krebszelle (B)
Leberkrebs

Leberkrebs durch chronische Entzündung:

2. September 2013 Detlef Hoewing 0

Tumorwachstum folgt dem programmierten Zelltod (Apoptose)

Neuherberg, 30.08.2013. Das Absterben zahlreicher, entzündlich veränderter Leberzellen durch Apoptose, eine Form des programmierten Zelltodes, kann die Entstehung von Tumorzellen in der Leber begünstigen. Diese Erkenntnis trägt wesentlich zum Verständnis zellulärer Prozesse der Leberkrebsentwicklung bei und eröffnet neue therapeutische Ansätze. Dies berichtet ein Wissenschaftlerteam unter Beteiligung des Helmholtz Zentrums München in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals ‚Cell Reports‘.

Leberkrebs (Hepatozelluläres Carcinom, HCC) entsteht meist infolge einer chronisch-entzündlichen Lebererkrankung. Die häufigsten Ursachen hierfür sind übermäßiger Alkoholkonsum sowie eine fettreiche Ernährung und chronische Infektionen mit Hepatitisviren (Hepatitis B und C). Im Rahmen des entzündlichen Geschehens kommt es gehäuft dazu, dass die Leberzellen durch programmierten Zelltod absterben. Die Reaktion darauf ist ein vermehrtes Zellwachstum, auch als kompensatorische Proliferation bezeichnet, das zu einer Tumorentstehung führen kann.

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Schematische Darstellung wie die Leber während der Behandlung vom restlichen Kreislauf abgekoppelt wird. - Quelle: Delcath
Leberkrebs

Mit Ultraschall gegen Lebertumoren

22. März 2013 Detlef Hoewing 0

Im Rahmen des EU-Projekts FUSIMO präsentiert Fraunhofer MEVIS vielversprechende Zwischenergebnisse

Mit Ultraschall lassen sich nicht nur Bilder aus dem Körper aufnehmen. Mittlerweile können ihn Mediziner auch nutzen, um Tumoren zu behandeln. Dazu zielen sie mit starken, gebündelten Ultraschallwellen so in den Körper des Patienten, dass dort die Krebszellen auf über 60 Grad Celsius erhitzt und zerstört werden. Das gesunde Gewebe dagegen bleibt weitgehend ungeschädigt. Bislang ist diese „fokussierte Ultraschalltherapie“ nur für wenige Erkrankungen zugelassen, etwa zur Behandlung von Prostatakrebs und bestimmten Gebärmutter-Tumoren. Im Rahmen des EU-Projekts FUSIMO arbeiten MEVIS-Forscher daran, das Einsatzfeld des Verfahrens auf Organe wie die Leber zu erweitern, die sich mit der Atmung im Bauchraum bewegen. Nun, zwei Jahre nach Projektstart, stellen sie erfolgversprechende Zwischenresultate vor.

Will man die Leber mit fokussiertem Ultraschall behandeln, stößt man auf ein gravierendes Problem: Das Organ bewegt sich mit der Atmung auf und ab – und damit auch der zu behandelnde Tumor. Dadurch steigt die Gefahr, dass der Ultraschallstrahl die Krebszellen verfehlt und das umgebende gesunde Gewebe zu stark erhitzt. Deshalb haben Forscher das Verfahren bislang nur bei Patienten unter Vollnarkose getestet: Um den Tumor zu beschallen, halten sie die Beatmungsmaschine für einige Sekunden an, damit der Patient in absoluter Ruhe verharrt. Allerdings stellt jede Vollnarkose ein Risiko dar und belastet den Patienten, was den großen Vorteil der fokussierten Ultraschalltherapie – die Nicht-Invasivität – schmälert.

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Der Weg des Katheters bei der Selektiven Internen Radiotherapie - Quelle: SIRT
Leberkrebs

Leberkrebs-Webportal jetzt auch für Österreich und die Schweiz

30. Januar 2013 Detlef Hoewing 0

Netzwerk der Expertengruppe Selektive Interne Radiotherapie nun im gesamten deutschsprachigen Raum verfügbar

Der Weg des Katheters bei der Selektiven Internen Radiotherapie - Quelle: SIRTBerlin, 29. Januar 2013. Seit einem Jahr informiert die Expertengruppe Selektive Interne Radiotherapie über die Behandlung von Tumoren und Metastasen in der Leber mit der SIRT. Bislang bündelte sie auf ihrer Webseite www.leberkrebstherapie.org vor allem Informationen für Patienten und Ärzte aus Deutschland. Ab heute stehen die Experten auch Ärzten und Patienten aus Österreich und der Schweiz für Fragen rund um die Selektive Interne Radiotherapie (SIRT) zur Verfügung. Unterstützung erhalten sie dabei vom Neu-Mitglied und Schweizer SIRT-Experten PD Dr. Niklaus Schäfer vom UniversitätsSpital Zürich.

Krebs in der Leber wird oftmals erst dann entdeckt, wenn er nicht mehr operativ entfernt werden kann. Viele Klinken setzen dann auf die Selektive Interne Radiotherapie (SIRT) – eine Behandlung, bei der winzige, radioaktive Kunstharzkügelchen den Tumor gezielt im Inneren des Körpers bestrahlen und ihn so stark verkleinern können.

Bislang waren präzise und zuverlässige Informationen zur Therapie für Patienten und zuweisende Ärzte schwer zu finden. Um dem abzuhelfen, hat die Expertengruppe Selektive Interne Radiotherapie im vergangenen Jahr das Webportal www.leberkrebstherapie.org ins Leben gerufen – bislang mit dem Schwerpunkt Deutschland.

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Chemosaturation-Kreislauf -Quelle: Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt a. M.
Chemotherapie

Chemo-Staubsauger bekämpft Leberkrebs

8. März 2012 Detlef Hoewing 0

Erstmalig in Deutschland wurde am Frankfurter Uniklinikum ein Verfahren eingesetzt, dass dank lokaler Chemotherapie die Nebenwirkungsbelastung weitgehend reduziert.
Chemosaturation-Kreislauf -Quelle: Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt a. M.Am Klinikum der J.W. Goethe-Universität sind Ende Februar zwei Patientinnen mit der Chemosaturation-Therapie behandelt worden. Die in den USA gemeinsam mit der Firma Delcath entwickelte Anwendung wurde zum ersten Mal in Deutschland und erst am zweiten Standort in Europa durchgeführt. Es handelt sich bei dem Verfahren um eine lokal begrenzte Chemotherapie. Das chemisch behandelte Blut der Leber wird über ein Kathetersystem abgesaugt, in einem Filter außerhalb des Körpers gereinigt und dann der Leber wieder zugeführt. Durch diese Vorgehensweise kann die Chemotherapie sehr hoch dosiert eingesetzt werden. Weil die Chemikalien jedoch nicht in andere Organe gelangen, treten maximal minimierte Nebenwirkungen auf. Die medizinische Betreuung der beiden Patientinnen mit Krebs in fortgeschrittenem Stadium ist erfolgreich verlaufen. Sie konnten nach kurzer Zeit das Krankenhaus verlassen und stehen unter engmaschiger Beobachtung.

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