Bei akuter myeloischer Leukämie vermehren sich unreife Blutzellen ungezügelt im Knochenmark. Foto: Andreas Neubauer
Leukämie

Deutschlandweite Leukämie-Studie gestartet

7. Oktober 2015 Detlef Hoewing 0

Leukämie-Studie: Ärztinnen und Ärzte an 25 deutschen Kliniken untersuchen nun im Rahmen der sogenannten „BLAST“-Studie ein neues Medikament, das gezielt die Leukämiezellen und Leukämie-Stammzellen angreift. Die Leitung der Studie hat Professor Dr. Carsten Müller-Tidow, Direktor der Klinik für Innere Medizin IV und Leiter des Landeszentrums für Zell- und Gentherapie am Universitätsklinikum Halle (Saale), inne. Die akute myeloische Leukämie (AML) ist nach wie vor eine schwierig zu behandelnde, bösartige Krebserkrankung des blutbildenden Systems. Viele Patienten sprechen zunächst gut auf die Therapie an, erleiden dann aber einen Rückfall und bedürfen weiterer intensiver Therapie oder einer Stammzelltransplantation, um die Chancen auf Heilung zu erhöhen. Hervorgerufen wird dieser Rückfall von Leukämiestammzellen, die sich im Knochenmark in einer Nische verstecken können und gegen die erste Chemotherapie resistent waren. In der Studie wird die Standardbehandlung der AML-Patienten um ein neues Medikament erweitert, das die Leukämiezellen aus dem Knochenmark herauslöst und sie auf diese Weise besser für die Chemotherapie angreifbar macht. Untersucht werden soll, ob mit der erweiterten Therapie tatsächlich mehr Patienten geheilt werden können. Dazu werden im Rahmen der „BLAST“-Studie deutschlandweit insgesamt 196 Patienten behandelt. „Dieses neue Medikament könnte eine große Chance für Patienten mit akuter myeloischer Leukämie sein, weil es einen neuen Wirkungsmechanismus hat. Die […mehr lesen]

Molekülmodell des neu identifizierten Wirkstoffs (gelb), gebunden an ein epigenetisches Leseprotein aus der BET-Familie (grau). Der Wirkstoff verhindert die Bindung des Leseproteins an ein Histonprotein (türkis). Quelle: AG Pharmazeutische Bioinformatik
Leukämie

Neuer Wirkstoff gegen Krebszellen

26. November 2013 Detlef Hoewing 0

Freiburger Wissenschaftler haben eine Substanz entdeckt, die Leukämiezellen an der ungebremsten Zellteilung hindert

Molekülmodell des neu identifizierten Wirkstoffs (gelb), gebunden an ein epigenetisches Leseprotein aus der BET-Familie (grau). Der Wirkstoff verhindert die Bindung des Leseproteins an ein Histonprotein (türkis). Quelle: AG Pharmazeutische BioinformatikWissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Albert-Ludwigs-Universität und des Universitätsklinikums Freiburg aus dem Sonderforschungsbereich Medizinische Epigenetik (SFB 992) haben einen neuen Wirkstoff entdeckt, der die Zellteilung von Leukämiezellen unterdrückt und bei der Bekämpfung von Krebs eine wichtige Rolle spielen könnte. Juniorprofessor Dr. Stefan Günther leitete das Forschungsprojekt, außerdem sind die Arbeitsgruppen um Prof. Dr. Manfred Jung vom Institut für Pharmazeutische Wissenschaften, Prof. Dr. Oliver Einsle vom Institut für Biochemie sowie um Prof. Dr. Roland Schüle vom Universitätsklinikum Freiburg im Rahmen des SFB 992 Medizinische Epigenetik daran beteiligt. Die Ergebnisse hat das Team in der Fachzeitschrift „Angewandte Chemie International Edition“ veröffentlicht.

Der Wirkstoff XD14 blockiert die Funktion einiger Proteine aus der BET- Familie, die auch als epigenetische Leseproteine bezeichnet werden: Sie erkennen epigenetische Veränderungen an sogenannten Histonproteinen und geben dieses Signal weiter, um zum Beispiel eine Zellteilung auszulösen. Im Falle von Leukämie kann es durch genetische Mutationen zu einer Störung in der Signalkette kommen: Die Zellen teilen sich ungebremst weiter und schädigen so den gesamten Organismus.

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Ein 'Labor' kleiner als eine 1-Euromünze: Der Mikrochip, den die Hochschule Hamm-Lippstadt gemeinsam mit der iX-factory GmbH in einem neu gestarteten Forschungsprojekt entwickelt, um Leukämiediagnostik zukünftig in der Praxis zu ermöglichen. - Copyright: Hochschule Hamm-Lippstadt
Leukämie

Müllentsorgung in Leukämiezellen

8. Oktober 2013 Detlef Hoewing 0

MHH-Forscher legen die Autophagie lahm / Neuer Ansatz für Therapien

Wissenschaftlern der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ist es gelungen, neue therapeutische Angriffspunkte für Leukämien zu identifizieren. In Zusammenarbeit mit Forschern aus Deutschland, der Schweiz und den USA beschäftigten sich die Arbeitsgruppen von Dr. Jan Henning Klusmann, Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie und Professor Dr. Georg Behrens, Klinik für Immunologie und Rheumatologie, mit den Wirkmechanismen von Histondeacetylase-Inhibitoren (HDACi).

„Diese Substanzen wecken große Erwartungen im Kampf gegen Krebserkrankungen. Einige Medikamente sind schon zugelassen“, erklärt Dr. Klusmann. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass HDACi unerwartete Wirkungen in Leukämiezellen haben.“

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Leukämiezellen
Leukämie

Neues Medikament gegen CLL – Uniklinik Köln sucht Studienteilnehmer

7. Mai 2013 Detlef Hoewing 0

Die chronische lymphatische Leukämie (CLL) ist eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems und stellt in Europa und Nordamerika die häufigste Leukämieform dar. Für einige Patienten besteht an der Uniklinik nun die Möglichkeit, an einer Studie mit einem neuartigen Medikament teilzunehmen. Die Studie läuft aufgrund der weltweit großen Nachfrage nur kurze Zeit und wird dann geschlossen.

Da der Verlauf der CLL sehr individuell ausfällt, ist vor der Therapieentscheidung eine genetische Untersuchung notwendig. Patienten, in deren Leukämiezellen auf dem sogenannten p-Arm des Chromosoms 17 ein Stück fehlt (kurz: 17p Deletion), sprechen in der Regel schlecht auf eine Chemotherapie an. Dementsprechend fällt eine Chemotherapie als Behandlungsoption aus. Die Prognose ist in diesen Fällen deutlich schlechter als bei den meisten anderen Patienten, die diese Veränderung nicht haben.

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In Leukämiezellen (hier lila) wird durch das neue Medikament der Signalweg zum natürlichen Absterben wieder freigemacht. Foto: Universitätsklinikum Ulm
Leukämie

Bildliche Darstellung der Aktivität von Leukämiezellen im Körper

26. August 2009 Detlef Hoewing 0

Prof. Dr. Sven Norbert Reske - Bild: UK UlmEin Team von Ärzten und Wissenschaftlern aus Ulm und Iowa City (USA) hat gezeigt, wie sich die Aktivität von Leukämiezellen im Körper mithilfe eines besonderen Markerstoffs und verschiedener Verfahren bildlich darstellen lassen. Diese Publikation ist nun vom Journal of Nuclear Medicine, der international führenden Fachzeitschrift im Bereich der Nuklearmedizin, als eine der drei besten des Jahres 2008 mit dem Editors‘ Choice Award ausgezeichnet worden.

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cd137 - Quelle: nature . com
Leukämie

Leukämiezellen entkommen der Immunüberwachung

17. März 2008 Detlef Hoewing 0

Das Immunsystem spielt eine wichtige Rolle bei der Verhinderung von malignen Erkrankungen. Mittlerweile ist klar, dass eine Krebserkrankung nur dann entsteht, wenn es entarteten Zellen gelingt, der Überwachung durch das Immunsystem zu entkommen. Insbesondere bei der Entstehung bzw. Verhinderung von Leukämien spielen, neben anderen Komponenten des Immunsystems, die Natürlichen Killerzellen (NK Zellen) des Organismus eine zentrale Rolle.

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Leukämiezellen
Leukämie

Leukämie besser im Griff

13. März 2006 Detlef Hoewing 0

Blutkrebs lässt sich durch kombinierte Therapie effizienter behandeln – Marburger Forscher verhindern Resistenz von Leukämiezellen gegenüber Standardmedikament – Veröffentlichungsserie in Blood und Leukemia. Trotz verbesserter Behandlungsmethoden stirbt derzeit eines von vier leukämiekranken Kindern. Bei Erwachsenen ist die Prognose noch schlechter: Drei von fünf erkrankten Erwachsenen überleben die Blutkrankheit nicht. Den derzeit wirksamsten Ansatzpunkt für neue Behandlungsmethoden bilden die genetischen Ursachen der Krankheit.

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