Wissenschaftler untersuchen, wie Antikörper gesundes Gewebe von Leukämiepatienten am besten schützen können. © Dirk Mahler/Fraunhofer
Leukämie

Neue Strategie zur Zelltodinduktion bei der akuten lymphatischen Leukämie

6. November 2013 Detlef Hoewing 0

Die akute lymphatische Leukämie ist die häufigste Krebserkrankung im Kindesalter. Da die Prognose für Patienten der Hochrisikogruppe oder im Rezidiv weiterhin schlecht ist, sind neue Strategien notwendig, um Therapieresistenzen zu überwinden. Die Arbeitsgruppe von Professorin Simone Fulda vom Institut für experimentelle Tumorforschung in der Pädiatrie des Universitätsklinikums Frankfurt versucht mit einem neuen experimentellen Ansatz in Leukämiezellen eine alternative Form des Zelltods – die sogenannte Nekroptose – auszulösen. Die Wirkung der meisten Therapieverfahren in der Krebsmedizin wird durch das Auslösen des programmierten Zelltods (Apoptose) in Krebszellen verursacht. Apoptose ist ein genetisches Programm, das jeder Zelle innewohnt und dazu dient, entartete, schlecht funktionierende oder überalterte Zellen gezielt zu entfernen. Dieses Selbstmordprogramm ist typischerweise in Krebszellen gestört oder gar vollständig ausgeschaltet, so dass die Tumorzellen nicht mehr auf eine Chemo- oder Strahlentherapie ansprechen. Im aktuell geförderten Projekt soll eine neue Strategie entwickelt werden, um in akuten Leukämiezellen Nekroptose auszulösen. Die Nekroptose wurde kürzlich als eine alternative Form des programmierten Zelltods identifiziert, die insbesondere bei Apoptoseresistenz neue Perspektiven zur Induktion von Zelltod eröffnen könnte. Ziel des Projektes ist es, mit Hilfe verschiedener Signaltransduktionsmodulatoren gezielt in Leukämiezellen Nekroptose auszulösen und auf diese Weise die Apoptoseresistenz zu durchbrechen. Die Arbeitsgruppe von Professorin Simone Fulda untersucht seit […mehr lesen]