Elektronenmikroskopische Aufnahme der Interaktion von Lymphomzellen mit Epithelzellen der Blutgefäße. Foto: Wilting
Allgemein

Lymphdrüsenkrebs: Krebsforscher der UMG entdecken neuen Ansatzpunkt für eine Behandlung

22. November 2016 Detlef Hoewing 0

Spezieller Signalweg reguliert Wanderung und Ausbreitung von Krebszellen bei Lymphdrüsenkrebs. Veröffentlichung in Oncogene und Leukemia (umg) Bisherige Standardtherapien zur Behandlung von Lymphdrüsenkrebs (Morbus Hodgkin, Hodgkin Lymphom) bringen jüngeren Patienten gute Heilungschancen. Doch bei älteren Patienten wirken die Therapien oftmals nicht so gut. Nach wie vor stellt für den behandelnden Arzt eine große Herausforderung dar, dass die Ausbreitung des Lymphoms sich nicht kontrollieren lässt. Ein interdisziplinäres Forscherteam der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) unter Leitung der Klinik für Hämatologie und Medizinische Onkologie, hat in Kooperation mit Kollegen aus Brno (Tschechische Republik) jetzt einen molekularen Faktor gefunden, der das gerichtete Wanderungsverhalten von Hodgkin Lymphomzellen reguliert und somit für die Ausbreitung der Tumorzellen von großer Bedeutung zu sein scheint. Die Ergebnisse der Forscher zeigen, dass das Molekül WNT5A ein Netzwerk von Faktoren reguliert, die die zielgerichtete Wanderung der Lymphomzellen in Richtung auf das Gefäßsystem koordinieren. Diese neuen Erkenntnisse können dazu beitragen, Behandlungskonzepte zu entwickeln, welche die Ausbreitung des Lymphoms behindern und zudem die Nebenwirkungen von aktuellen Therapien bei Lymphdrüsenkrebs verringern. Die Forschungsergebnisse sind veröffentlicht in Oncogene und Leukemia (NPG). ORIGINALVERÖFFENTLICHUNGEN Linke F, Zaunig S, Nietert MM, von Bonin F, Lutz S, Dullin C, Janovská P, Beissbarth T, Alves F, Klapper W, Bryja V, Pukrop T, […mehr lesen]

Professor Dr. Micheal Manns (links) und Professor Dr. Frank Wacker (rechts) bei einer Fallbesprechung. - "Foto: MHH/Kaiser"
Krebsthemen

Doppelter Lymphdrüsenkrebs – Mediziner untersuchen Genveränderungen

14. Mai 2016 Detlef Hoewing 0

Essen, 13.05.2016 – Die Diagnose ist doppelt schlimm: Sehr selten treten bei einem Patienten zwei Formen von Lymphdrüsenkrebs gleichzeitig auf. Wissenschaftler des Universitätsklinikums Essen der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) untersuchen gemeinsam mit Kollegen in Frankfurt/Main die Genveränderungen solcher ungewöhnlichen Erkrankungen. Sie erforschen, wie sich schrittweise eine normale Blutzelle verändert. Die Deutsche Krebshilfe fördert das dreijährige Projekt mit rund 370.000 Euro. Lymphome (Lymphdrüsenkrebs) sind Krebsformen von Lymphozyten, einer Unterart der weißen Blutzellen. Normale Lymphozyten spielen eine wichtige Rolle im Immunsystem. Es gibt über 30 verschiedene Formen von Lymphomen – diese unterscheiden sich nicht nur im Erscheinungsbild, in der zellulären Herkunft und den Genveränderungen, sondern auch in ihrem klinischen Verhalten. Selten gibt es zwei unterschiedliche Lymphome zugleich, was als Kombinationslymphom bezeichnet wird. Die Krebszellen der beiden Lymphome stammen meist von einer gemeinsamen Ursprungszelle ab. Erst mehrere Genmutationen bewirken, dass aus einer normalen weißen Blutzelle ein Lymphom wird. „Daher wird vermutet, dass die gemeinsame Vorläuferzelle bereits Mutationen getragen hat, und dann in Tochterzellen unterschiedliche Genveränderungen hinzugekommen sind“, erklärt Prof. Dr. Ralf Küppers vom UDE-Institut für Zellbiologie (Tumorforschung), der das Projekt gemeinsam mit Prof. Martin-Leo Hansmann aus Frankfurt am Main leiten wird. Die Wissenschaftler versuchen nun, die krebsverursachenden Genschäden aufzudecken. Sie isolieren […mehr lesen]

Auf weißen Blutkörperchen von Patienten mit Chronischer Lymphatischer Leukämie docken zwei Rezeptoren an der Außenseite der Zelle aneinander (oben, blau dargestellt) und lösen über Bausteine an der Innenseite der Zelle (unten) eine Signalkaskade aus. Diese ist ein wichtiger Bestandteil der Umwandlung der Immunzelle in eine sich unkontrolliert vermehrende Krebszelle. Gafik: Dühren-von Minden
Lymphome

Studie am UKSH untersucht neuartigen Antikörper zur Therapie von Lymphdrüsenkrebs

1. August 2014 Detlef Hoewing 0

Als eines von weltweit drei Medizinischen Zentren ist die Klinik für Innere Medizin II – Hämatologie, Onkologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) für die wissenschaftliche Prüfung eines neuartigen Wirkstoffs zur Behandlung des Malignen B-Zell-Lymphom Lymphdrüsenkrebs ausgewählt worden. Es handelt sich um eine Phase-I-Studie zur Behandlung von Patienten mit hochmalignem oder niedrigmalignem B-NHL (speziell follikuläres NHL) im Rezidiv. Ziel des Einsatzes des neuartigen Antikörpers zur Immuntherapie ist zum einen eine verbesserte Wirksamkeit, zum anderen die Verringerung der Nebenwirkungen. Aufgabe der Wissenschaftler der Klinik für Innere Medizin II (Direktor: Prof. Dr. Dr. Michael Kneba) ist die Prüfung der Verträglichkeit der Substanz, die Erfassung des Nebenwirkungsprofils, die Bestimmung der optimalen Dosierung sowie die Überprüfung der Wirksamkeit des neuen Therapeutikums. „Der einzige vergleichbare Antikörper hat in lymphatischen Leukämien, die auf alle bekannten Therapien nicht angesprochen hatten, langfristige Remissionen – also einen Rückgang der Erkrankung – erzielt, so dass das Wirkprinzip überzeugend scheint“, sagt Dr. Matthias Ritgen, Oberarzt an der Klinik für Innere Medizin II, der die Studie betreut. „Sollte bei Studienteilnehmern ein Ansprechen gezeigt werden können, ist es möglich, die Therapie auch über das Studienende hinaus weiterzuführen.“ Die Studie wurde von der Ethik-Kommission der Christian-Albrechts- Universität zu Kiel geprüft und zustimmend bewertet. Eine Phase-I-Studie ist […mehr lesen]

Links: Intakter Zellkern, rechts: Zerfall des Zellkerns unter radioaktiver Bestrahlung - Bild: UK Ulm
Krebsthemen

Studie bestätigt bessere Ergebnisse durch ergänzende Strahlentherapie bei ausgedehnten Tumoren

13. März 2014 Detlef Hoewing 0

Berlin – Besonders aggressive B-Zell-Lymphome, eine Krebserkrankung des Lymphsystems, die vor allem bei älteren Menschen auftritt, wurden lange Zeit mit einer Kombination aus Chemo- und Strahlentherapie behandelt. In letzter Zeit wurde auf die Radiotherapie allerdings immer häufiger verzichtet, stattdessen setzten Ärzte vielversprechende neue Medikamente ein. Zwar konnten die sogenannten monoklonalen Antikörper, die diese Krebszellen gezielt angreifen, die Therapieergebnisse verbessern. Jedoch wurde in einer aktuellen Studie gezeigt, dass vor allem bei ausgedehnten Tumoren die Langzeiterfolge durch eine zusätzliche Strahlentherapie noch weiter optimiert werden können, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO).

B-Zell-Lymphome gehören zu den Non-Hodgkin-Lymphomen, die wiederum eine Untergruppe des Lymphdrüsenkrebses sind. B-Zell-Lymphome bestehen aus Zellen des Immunsystems, die normalerweise Antikörper produzieren. Bei aggressiven Varianten des B-Zell-Lymphoms kommt es häufig zu einem ausgedehnten Befall der Lymphdrüsen, bei dem die Tumorgröße einen Durchmesser von mehr als 7,5 cm hat und der auch als „bulky disease“ bezeichnet wird. Bei diesen Patienten hat der Tumor häufig die Grenzen der Lymphdrüsen überschritten. Die Therapie bestand lange Zeit in einer Chemotherapie, die nach den Anfangsbuchstaben der vier eingesetzten Medikamente als CHOP bezeichnet wird. Patienten mit „bulky disease“ erhielten außerdem teilweise eine Bestrahlung.

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Nachweis der genetischen Veränderung 17p13-Deletion in Leukämiezellen - Foto: UK Ulm
Krebsthemen

Neue Hoffnung jenseits der Chemotherapie

11. Oktober 2013 Detlef Hoewing 0

Gezielte Behandlungsansätze für Patienten mit Leukämien und Lymphdrüsenkrebs

Nachweis der genetischen Veränderung 17p13-Deletion in Leukämiezellen  - Foto: UK UlmEin Team von Ärzten des Universitätsklinikums Ulm hat zur Entwicklung einer neuartigen Behandlung bei der häufigsten Leukämieerkrankung (chronische lymphatische Leukämie) und einer besonderen Form des Lymphdrüsenkrebs (Mantelzelllymphom) beigetragen. Sie waren an einer klinischen Studie beteiligt, in der die Wirkung eines neuen Medikaments, Ibrutinib, geprüft wurde, das anders als eine herkömmliche Chemotherapie gezielt an bestimmten biologischen Eigenschaften der Krebszellen ansetzt. Dabei zeigte sich unter anderem, dass Patienten, bei denen eine Chemotherapie nicht wirksam war, erfolgreich behandelt werden konnten. Die chronische lymphatische Leukämie und das Mantelzelllymphom sind lebensbedrohliche Krankheiten, die bis heute bei Erwachsenen nicht heilbar, sondern im besten Falle kontrollierbar sind.

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Gewebe- Dünnschnitt eines kutanen T-Zell-Lymphoms. Die Zellkerne sind blau gefärbt, PP4R1 braun. Die unter der Haut liegenden T-Zellen weisen keine braune Färbung und somit kein PP4R1 auf. - Quelle: Dr. Marco Herling, Universität Köln
dkfz

Molekularer Schalter für Lymphdrüsenkrebs entdeckt

7. Dezember 2012 Detlef Hoewing 0

Gewebe- Dünnschnitt eines kutanen T-Zell-Lymphoms. Die Zellkerne sind blau gefärbt, PP4R1 braun. Die unter der Haut liegenden T-Zellen weisen keine braune Färbung und somit kein PP4R1 auf. - Quelle: Dr. Marco Herling, Universität Köln Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben einen molekularen Schalter entdeckt, der an der Entstehung von Lymphdrüsenkrebs beteiligt ist: Fehlt das Protein PP4R1, können sich T-Zellen unkontrolliert teilen, im Körper umher wandern und schließlich Tumoren in der Haut bilden. Ihre Ergebnisse haben die Forscher in der Fachzeitschrift „Immunity“ veröffentlicht.

Die Immunzellen des Körpers bekämpfen Eindringlinge wie Bakterien oder Viren und schützen so vor Krankheiten. In seltenen Fällen sind es jedoch die Immunzellen selbst, die den Körper schädigen – zum Beispiel, wenn sie sich unkontrolliert teilen und Tumoren bilden. Genau das passiert beim kutanen T-Zell-Lymphom, einer Form von Lymphdrüsenkrebs. Hier geraten die sogenannten T-Lymphozyten, eine besondere Art von Immunzellen, außer Kontrolle.

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Strahlentherapie eines Patienten in der Charité Berlin
Lymphome

Krebszellen werden gezielt zerstört

15. September 2005 Detlef Hoewing 0

Berlin-Buch, 14.09.2005. Zur Therapie einer bestimmten Form von „Lymphdrüsenkrebs“ (B-Zell-Non-Hodgin-Lymphom, follikulärer Typ) setzt die Klinik für Nuklearmedizin des HELIOS Klinikums Berlin-Buch mit der Radioimmuntherapie ein innovatives Verfahren ein. „Die Therapie ist sehr Erfolg versprechend“, berichtet Privatdozent Dr. med. Stefan Dresel, Chefarzt der Klinik für Nuklearmedizin, der eng mit dem Internisten und o­nkologen Prof. Dr. med. Wolf-Dieter Ludwig (Robert-R össle-Klinik des HELIOS Klinikums Berlin-Buch) kooperiert. Die erste Patientin, die in Berlin-Buch von dem neuen Therapieansatz profitiert, ist eine 75-jährige Frau. Die Radioimmuntherapie wird bisher nur von wenigen deutschen Krankenhäusern – insbesondere von Universitätskliniken – angeboten.

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