magenkrebs

Magenkarzinom reagiert nicht zufriedenstellend auf neuen Immunstoff

In einer der weltweit größten Patientenstudien, die bei fortgeschrittenem Magenkrebs je durchgeführt wurde, zeigte eine zunächst viel versprechende Antikörpertherapie keine zufriedenstellende Wirksamkeit. Der bei anderen Krebsarten aktive Wirkstoff „Cetuximab“ ist deshalb kein Hoffnungsträger für die kombinierten Chemo- und Antikörperbehandlung bei Magenkarzinomen.

Bei Patienten mit einer fortgeschrittenen Magenkrebserkrankung ist die Notwendigkeit einer verbesserten Behandlung besonders hoch. In diesem Stadium ist der Tumor sehr aggressiv, hat ausgestreut und ist nicht mehr operabel. Die Patienten haben eine kurze Überlebenszeit und hohe Symptombelastung.. Bislang wird üblicher Weise viele Monate mit Chemotherapie behandelt, um die Symptome zu lindern und das Überleben zu verlängern.

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Magen- und Speiseröhrenkrebs: Neue Spezialsprechstunde am UKJ

Jena (ukj/dre). Rund 20.000 Menschen in Deutschland erkranken jährlich neu an Magenkrebs, über 5.000 Menschen an Speisenröhrenkrebs. Als erste Klinik in Thüringen hat nun das Universitätsklinikum Jena (UKJ) eine Spezialsprechstunde für diese Patienten etabliert. Angesiedelt ist die Sprechstunde in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie. Klinikdirektor Prof. Dr. Utz Settmacher: „Damit können wir die Beratung und die Nachsorge dieser Patienten noch individueller gestalten.“ Eine dauerhafte Heilung ist bei Magenkrebs nur möglich, wenn der Tumor vollständig durch eine Operation entfernt werden kann. Häufig ist dabei die komplette Entfernung des Magens notwendig. Für die Patienten bedeutet dies eine enorme Umstellung in ihrer Lebensführung. Ein Großteil der Patienten ist zwischen 50 und 70 Jahre alt.

„Nur in ausgewählten Fällen ist es möglich, einen Teil des Magens erhalten zu können. Nach einer kompletten Magenentfernung ist die Speiseröhre direkt mit dem Dünndarm verbunden. Für die Patienten bedeutet dies unter anderem, dass sie etwa sieben bis acht kleine Mahlzeiten täglich zu sich nehmen müssen, statt etwa zwei oder drei großer Mahlzeiten. Denn der Magen als Reservoir steht ihnen nicht mehr zur Verfügung. Diese Umstellung und natürlich die weitere Nachsorge begleiten wir intensiv im Rahmen der Sprechstunde“, erklärt Dr. Yves Dittmar, der zusammen mit Dr. Alexander Koch und Oberärztin Dr. Silke Schüle die Sprechstunde leitet. Bis zu 50 Patienten mit Magenkrebs werden jährlich am UKJ versorgt, beim Speisenröhrenkrebs sind es rund 30. Dr. Koch: „Bei der operativen Behandlung des Speiseröhrenkrebses muss in der Regel der größere Teil der Speiseröhre entfernt und durch einen sogenannten Schlauchmagen oder ein Darmsegment ersetzt werden. In ausgewählten Fällen ist auch eine Heilung durch Strahlentherapie möglich.“


Patientenratgeber zu Magenkrebs

Der Patientenratgeber „Magenkrebs“ steht ab sofort bis zum 28. November 2012 zur öffentlichen Konsultation bereit. Betroffene, Interessierte und Experten sind eingeladen, den Ratgeber kritisch zu lesen und Kommentare an die Redaktion zurückzumelden. Zeitgleich veröffentlicht das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) eine Kurzinformation zu Magenkrebs.

Etwa 16.000 Menschen erkranken jedes Jahr an Magenkrebs. Abhängig von Aggressivität, Ausbreitung und Größe des Tumors kommen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten in Betracht. Entscheidend sind dabei auch die Bedürfnisse der Betroffenen. Damit Patienten kompetent an ihrer Behandlung mitwirken können, ist jetzt der Ratgeber „Magenkrebs“ erarbeitet worden.


Der Therapie-Resistenz beim Magenkarzinom auf der Spur

Zwei Publikationen beschreiben verschiedene Strategien für ein gemeinsames Ziel: Überwindung der Chemotherapie-Resistenz beim Magenkarzinom

Das Magenkarzinom ist die zweithäufigste Krebserkrankung des Verdauungstraktes. Den Verlauf der Erkrankung bestimmt zum einen das Ausmaß an Metastasierung. Ein weiterer wichtiger Faktor, der zu einer schlechten Prognose dieser Erkrankung beitragen kann, ist die Ausbildung einer Resistenz gegen Zytostatika, die eine erfolgreiche Therapie des Magenkarzinoms verhindert. Zytostatika wirken, indem sie die Reparaturmechanismen des Körpers für Schäden an der Erbsubstanz (DNA) hemmen.

Die Prognose dieser Patienten könnte verbessert werden, wenn es gelänge, die Resistenz gegen Chemotherapeutika zu überwinden. Genau dieses Ziel hat sich Dr. rer. nat. Elke Burgermeister, Leiterin der Forschungsabteilung der II. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), gesetzt. Sie erforscht dazu die molekularen Mechanismen, die einer solchen Resistenz zugrunde liegen. Zwei Fragestellungen treiben sie dabei um: Warum sind manche Tumore gegen diese Chemotherapeutika resistent? Und: Wie kann man die Resistenzen überwinden?


Magenkrebs früher erkennen

Japanische Forscher untersuchen, ob eine Früherkennung von Magenkrebs durch den Nachweis von Helicobacter pylori und Pepsinogen möglich ist. Nach Beobachtungen der Autoren ist eine niedrige Konzentration von Pepsinogen und ein hoher H. pylori-Antikörperspiegel ein Hinweis auf ein erhöhtes Magenkrebsrisiko. Ein weiterer Bericht in der neuen Ausgabe des International Journal of Cancer beschreibt, wie der Tumorsuppressor p53 die Wirkung von Chemotherapeutika hemmt. Außerdem ist ein bestimmtes Monozyten-Antigen auf der Oberfläche von Brustkrebszellen mit kürzerem Überleben der Patientinnen assoziiert.