Wissenschaftler untersuchen, wie Antikörper gesundes Gewebe von Leukämiepatienten am besten schützen können. © Dirk Mahler/Fraunhofer
Leukämie

Neuer Mechanismus in der Entstehung von Leukämien entdeckt

6. August 2014 Detlef Hoewing 0

Protein hebelt zellulären Schutzmechanismus aus Hamburg (05.08.2014) – Krebsgen aus dem „Molekülbaukasten“: Ein aus falsch zusammengesetzten DNA-Strängen entstandenes Kombi-Protein mit dem Namen PML-RAR-alpha lässt neue Krebszellen entstehen. Der PML-Teil des Proteins sorgt dafür, einen zellulären Schutzmechanismus zu hemmen, der RAR-alpha- Teil lässt die Zellen weiter wachsen. Beide Teile sind damit verantwortlich für die Entstehung der akuten Promyelozytenleukämie (APL). Das ist, stark verkürzt, das Ergebnis einer Studie, die Wissenschaftler des Forschungsinstituts Kinderkrebs-Zentrum Hamburg jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences U.S.A. (PNAS) veröffentlicht haben (1). Dr. Thomas Sternsdorf und Katharina Korf ist es mit ihrer Arbeitsgruppe gelungen nachzuweisen, dass die Entstehung der APL mit dem Verlust eines Schutzmechanismus, der so genannten zellulären Seneszenz, beginnt. „Wir sind überzeugt, dass wir nun auf einem interessanten Weg sind, weil uns diese Erkenntnisse nicht nur etwas über die Leukämieentstehung zeigen, sondern auch über andere Formen von Krebs, da Mutationen in Komponenten desselben Schutzmechanismus bei kindlichen Hirntumoren und neuroendokrinen Tumoren beschrieben wurden“, erläutert Thomas Sternsdorf die Bedeutung seiner Ergebnisse. Kommt es zu krebsauslösenden Mutationen, reagieren gesunde Zellen automatisch mit Seneszenz, einem dauerhaften Stopp des Zellwachstums. Der krebsauslösende Prozess kommt so zu einem vorzeitigen Ende, bevor echte Tumorzellen entstehen können. Wird dieser […mehr lesen]

Auf weißen Blutkörperchen von Patienten mit Chronischer Lymphatischer Leukämie docken zwei Rezeptoren an der Außenseite der Zelle aneinander (oben, blau dargestellt) und lösen über Bausteine an der Innenseite der Zelle (unten) eine Signalkaskade aus. Diese ist ein wichtiger Bestandteil der Umwandlung der Immunzelle in eine sich unkontrolliert vermehrende Krebszelle. Gafik: Dühren-von Minden
Forschung

Blutkrebszellen starten Signalkaskade

13. August 2012 Detlef Hoewing 0

Auf weißen Blutkörperchen von Patienten mit Chronischer Lymphatischer Leukämie docken zwei Rezeptoren an der Außenseite der Zelle aneinander (oben, blau dargestellt) und lösen über Bausteine an der Innenseite der Zelle (unten) eine Signalkaskade aus. Diese ist ein wichtiger Bestandteil der Umwandlung der Immunzelle in eine sich unkontrolliert vermehrende Krebszelle. Gafik: Dühren-von MindenWissenschaftlerinnen und Wissenschafter um Prof. Dr. Hassan Jumaa vom Zentrum für biologische Signalstudien (BIOSS) der Universität Freiburg, Lehrstuhl für Molekulare Immunologie, haben einen neuen Mechanismus entdeckt, der bewirkt, dass hilfreiche Immunzellen in bösartige Krebszellen umgewandelt werden. Bei der Chronischen Lymphatischen Leukämie (CLL), eine der häufigsten Blutkrebserkrankung in der westlichen Welt, tragen die Zellen den Schlüssel für die krankhaften Veränderungen in sich selbst, wie die Forscherinnen und Forscher in der Zeitschrift „Nature“ berichten. Das Verständnis dieser zugrunde liegenden Mechanismen könnte neue Therapien mit geringeren Nebenwirkungen ermöglichen.

Bei einem gesunden Menschen haben B-Lymphozyten, eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen, die Aufgabe, Antikörper zur Abwehr von Infektionen zu produzieren. Spezielle Rezeptormoleküle der B-Lymphozyten erkennen Krankheitserreger über das Schlüssel-Schloss-Prinzip und schalten daraufhin die Produktion von Antikörpern ein. Bei der CLL hingegen führen ungewöhnliche Formen dieser Rezeptoren dazu, dass sich die krankhaften B-Lymphozyten unkontrolliert vermehren und dadurch die gesunden Zellen des Immunsystems verdrängen.

Freiburger Forscher decken auf, wie krankhafte Zellen sich bei der Chronischen Lymphatischen Leukämie selbst aktivieren

„Bisher wurde vermutet, dass körpereigene Substanzen an diese Rezeptoren andocken und so die CLL-Lymphozyten aktivieren“, sagt Jumaa. „Wir konnten nun zeigen, dass interne Bausteine der Rezeptoren für die Entstehung von CLL verantwortlich sind.“ Bei B-Lymphozyten von CLL- 2

 

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