Identifizierte Mutationsmuster im Primärtumor und den Metastasen
dkfz

Nierenkrebs: Gezielt gegensteuern, wenn der Tumor die Richtung ändert

1. Juli 2017 Detlef Hoewing 0

Nierenkrebs lässt sich in vielen Fällen mit zielgerichteten Medikamenten gut behandeln, selbst wenn bereits Therapieresistenzen aufgetreten sind. Die Wahl des richtigen Medikaments ist dann allerdings entscheidend, um die Krebszellen erneut unter Kontrolle zu bringen. Wissenschaftler des Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung (DKTK), des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) analysierten in einer laufenden klinischen Studie bei Patienten mit fortgeschrittenem Nierenkrebs erstmals die Mutationsmuster vom Primärtumor und den Metastasen. Die identifizierten Muster sollen helfen, für jeden Patienten auch im fortgeschrittenen Stadium das richtige Mittel für die weitere Behandlung empfehlen zu können. In Deutschland erkrankten im Jahr 2012 etwa 5.530 Frauen und 9.500 Männer an Nierenkrebs. Gefährlich ist die Krebsart vor allem, weil häufig Metastasen entstehen: Die Nieren gehören zu den Organen, die am besten durchblutet sind. Wuchernde Krebszellen verbreiten sich daher schnell über die Blut- und Lymphgefäße. „Metastasierter Nierenkrebs lässt sich heute bei vielen Patienten länger als bisher kontrollieren“, erklärt Holger Sültmann, der mit seinen Mitarbeitern die genetischen Veränderungen in Krebszellen im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg und am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) erforscht. „Auch wenn Resistenzen entstehen – was leider bei den meisten Patienten nach einer gewissen Zeit der […mehr lesen]

Die Stachelzellkrebszellen (grün) dringen in die Haut ein. - Quelle: Venugopal Rao Mittapalli
Hautkrebs

Lauschangriff auf den Tumor

15. Oktober 2013 Detlef Hoewing 0

Für eine bestimmte Gruppe von Patienten, die an Hautkrebs erkranken, gibt es seit kurzem ein wirksames Medikament. Allerdings werden die Tumorzellen nach einiger Zeit resistent gegen das Mittel. Wie sie das schaffen, untersuchen Wissenschaftler der Uni Würzburg in einem neuen Forschungsprojekt.

„Seit wenigen Tagen ist in Deutschland ein vielversprechender Wirkstoff zugelassen: Vemurafenib hält das äußerst bösartige maligne Melanom in Schach und verlängert das Leben der Patienten, die an schwarzem Hautkrebs leiden.“ Mit dieser Meldung hat das Nachrichtenmagazin Focus vor etwas über einem Jahr bei vielen Patienten, die an Hautkrebs erkrankt waren, Hoffnungen geweckt. Der Artikel stand unter der Überschrift „Therapie- Durchbruch gegen schwarzen Hautkrebs.“

Allerdings war das nur die halbe Wahrheit: „Leider kommt es unter dieser zielgerichteten Therapie bei nahezu allen behandelten Patienten zu einer Resistenzentwicklung der Tumorzellen gegen das Medikament und im Folgenden zum Fortschreiten der Erkrankung“, berichtet der Dermatologe Dr. Sebastian Haferkamp von der Universitäts-Hautklinik Würzburg.

[…mehr lesen]

BU: Computergenerierte Darstellung eines Parvovirus H1, Antonio Marchini, Deutsches Krebsforschungszentrum
dkfz

Medikament aktiviert Virus gegen Krebs

15. Oktober 2013 Detlef Hoewing 0

BU: Computergenerierte Darstellung eines Parvovirus H1, Antonio Marchini, Deutsches KrebsforschungszentrumWissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum entdeckten, dass das Medikament Valproinsäure die Wirksamkeit von Parvoviren gegen Krebs verbessert. Auf Ratten übertragene Bauchspeicheldrüsen- und Gebärmutterhalstumoren bildeten sich nach einer Behandlung mit Virus und Wirkstoff zum Teil vollständig zurück. Das Medikament bewirkt, dass sich die Viren schneller vermehren und Krebszellen besser abtöten können.

Parvoviren verursachen beim Menschen keine Krankheitssymptome, können aber Krebszellen befallen und abtöten. Seit 1992 erforschen Wissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum diese Viren mit dem Ziel, eine Virustherapie gegen Glioblastome, aggressive wachsende Hirntumoren, zu entwickeln. Seit 2011 läuft in der Neurochirurgischen Universitätsklinik Heidelberg eine klinische Studie, die erstmals die Sicherheit einer Behandlung mit dem Parvovirus H1 erprobt.

[…mehr lesen]

Leukämiezellen
Leukämie

Neues Medikament gegen CLL – Uniklinik Köln sucht Studienteilnehmer

7. Mai 2013 Detlef Hoewing 0

Die chronische lymphatische Leukämie (CLL) ist eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems und stellt in Europa und Nordamerika die häufigste Leukämieform dar. Für einige Patienten besteht an der Uniklinik nun die Möglichkeit, an einer Studie mit einem neuartigen Medikament teilzunehmen. Die Studie läuft aufgrund der weltweit großen Nachfrage nur kurze Zeit und wird dann geschlossen.

Da der Verlauf der CLL sehr individuell ausfällt, ist vor der Therapieentscheidung eine genetische Untersuchung notwendig. Patienten, in deren Leukämiezellen auf dem sogenannten p-Arm des Chromosoms 17 ein Stück fehlt (kurz: 17p Deletion), sprechen in der Regel schlecht auf eine Chemotherapie an. Dementsprechend fällt eine Chemotherapie als Behandlungsoption aus. Die Prognose ist in diesen Fällen deutlich schlechter als bei den meisten anderen Patienten, die diese Veränderung nicht haben.

[…mehr lesen]

Archiv - pixabay
Krebsthemen

Lieferengpass für Krebsmedikament Xeloda® – Capecitabin

23. Februar 2013 Detlef Hoewing 0

Die DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V. wurde durch Roche Pharma AG informiert, dass voraussichtlich bis Mitte 2013 ein Lieferengpass für das Krebsmedikament Xeloda® – Wirkstoff Capecitabin besteht. Capecitabin findet eine breite Anwendung bei Darmkrebs und wird auch bei anderen Tumoren des Magen-Darm-Traktes und beim Brustkrebs eingesetzt. Es ist als Tablette verfügbar. Die Substanz wird im Körper zu dem breit wirksamen Wirkstoff 5-Fluoruracil umgesetzt. Für die Substanz 5-Fluorouracil besteht zurzeit ebenfalls eine Verknappung auf dem Weltmarkt mit Lieferengpässen.

Zurzeit wird das Medikament Xeloda® von der Roche Pharma AG nur rationiert an den Großhandel abgegeben. Apotheken können bei Engpässen das Medikament beim Hersteller beziehen.

Die DGHO hofft, dass es zu keinem realen Lieferausfall bei Patienten kommt.

[…mehr lesen]

Themenfoto Darmkrebs - Foto: Bayer Vital gmbH
Darmkrebs

Abhilfe bei schwerer Nebenwirkung von Krebsmedikament

12. November 2012 Detlef Hoewing 0

Krebspatienten, die bei einer Chemotherapie das Medikament Oxaliplatin erhalten, leiden häufig unter schmerzhaften Nervenstörungen. Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und der Ludwigs- Maximilians-Universität München haben nun den Grund für diese gravierende Nebenwirkung herausgefunden. Ihre Ergebnisse haben sie kürzlich in der Fachzeitschrift PNAS veröffentlicht und die Deutsche Schmerzgesellschaft zeichnete sie zudem mit dem ersten Preis im Bereich Grundlagenforschung aus.

Oxaliplatin ist ein Medikament, das unter anderem zur Behandlung von Darmkrebs eingesetzt wird. Eine häufige Nebenwirkung ist eine akute sowie chronische Form von Nervenschädigung, die sogar dazu führen kann, dass die Therapie abgebrochen werden muss. Diese äußerst unangenehmen Muskelkrämpfe und Missempfindungen – eine Art Kribbeln – treten auf, sobald die Patienten einen kalten Gegenstand berühren, wie beispielsweise eine Cola- Dose. Dies führt dazu, dass die Patienten kalte Getränke oder niedrige Zimmertemperaturen meiden, da die Effekte, die am ganzen Körper auftreten können, unerträglich sind. In der Studie zeigten die FAU-Wissenschaftlerin PD Dr. Angelika Lampert, Institut für Physiologie und Pathophysiologie, und ihre Münchner Kollegin Dr. Ruth Sittl mit ihren Teams, welcher Baustein der Nervenzellen dafür verantwortlich ist.

[…mehr lesen]

Ultralange Fäden des Blutgerinnungsstoffs „Von-Willebrand-Faktor“ auf einem durch Melanomzellen aktivierten Endothel, das das Innere von Blutgefäßen auskleidet. - UMM
Hautkrebs

Neues Medikament lässt Gehirntumore bei Melanompatienten schrumpfen

31. Mai 2012 Detlef Hoewing 0

Australische Wissenschaftler berichten über viel versprechende Wirkungen eines neuen Medikaments, das Gehirntumore bei Melanompatienten schrumpfen lässt. Die Untersuchungsergebnisse des Forscherteams wurden diesen Monat in der medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht.

Laut Forschern der University of Sydney, des Melonama Intitute Australia, des Sydney´s Westmead Hospital und des Westmead Millennium Institute kann das neue Medikament, das getestet wurde, um bösartigen schwarzen Hautkrebs zu behandeln, auch Metastasen (Tochtergeschwülste) im Gehirn von Patienten mit fortgeschrittenem Krankheitsstadium schrumpfen lassen. Sie gehen davon aus, dass das neue Medikament die Lebenserwartung von Patienten, deren Melanom bereits in das Gehirn gestreut hat, um einige Monate verlängern kann. Die meisten Patienten mit Hirnmetastasen sterben innerhalb von vier Monaten. Die Studie zeigte jedoch, dass die Gehirntumore bei neun von zehn Patienten innerhalb der ersten sechs Wochen schrumpften. Die Lebenserwartung erhöhte sich bei allen zehn Patienten auf mehr als fünf Monate, zwei Patienten überlebten mehr als 12 Monate, ein weiterer Patient ist nach 19 Monaten noch am Leben.

[…mehr lesen]

Verkürztes Chromosom 5 (blaue Pfeile) und zusätzliche komplexe Veränderungen (weiße Pfeile) bei einer Patientin, die während der Behandlung eine Leukämie entwickelte. - Foto: Prof. Dr. B. Schlegelberger
Forschung

MHH-Forscherinnen auf der Spur des Blutkrebses

10. September 2010 Detlef Hoewing 0

Verkürztes Chromosom 5 (blaue Pfeile) und zusätzliche komplexe Veränderungen (weiße Pfeile) bei einer Patientin, die während der Behandlung eine Leukämie entwickelte. - Foto: Prof. Dr. B. SchlegelbergerSeit wenigen Jahren steht das Medikament Lenalidomid® zur Verfügung mit dem eine Form der Leukämie – das Myelodysplastische Syndrom (MDS) – gezielt therapiert werden kann. Forscherinnen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) halfen nun bei der Aufklärung, warum bei einigen Patienten, die an dieser speziellen Blutstammzellerkrankung erkrankt sind, trotz der neuartigen Behandlung eine aggressive Form der Leukämie entsteht. Gemeinsam mit Dr. Sten Jacobsen aus Oxford, Kollegen aus Schweden sowie den USA berichten die Forscherinnen des MHH-Instituts für Zell- und Molekularpathologie, dass die unreifen Knochenmark-Stammzellen – anders als die Masse der reiferen Vorläuferzellen – durch das Medikament nicht beseitigt werden. „Tatsächlich entwickelten sich bei einigen Patienten aggressive Leukämien, die in den meisten Fällen nach wenigen Monaten zum Tod führten“, berichtet Professorin Dr. Brigitte Schlegelberger, Direktorin des MHH-Instituts für Zell- und Molekularpathologie. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher nun in der neusten Ausgabe des renommierten Fachmagazins New England Journal of Medicine.

[…mehr lesen]

Von einem Tumor in das Patientenblut ausgeschwemmte Tumorzelle - Quelle: SIMFO Spezielle Immunologie Forschung + Entwicklung GmbH
Medizin

Nebenwirkung Sterberisiko

12. Mai 2009 Detlef Hoewing 0

Veröffentlichung neuer Studienergebnisse unter Beteiligung von Forschern der Uniklinik Köln in The Lancet bestätigen den Verdacht eines erhöhten Sterberisikos künstlicher Erythropoetinen, die vor allem in der Krebstherapie begleitend eingesetzt werden.

[…mehr lesen]

Hirntumor - Quelle: NGFN
Hirntumoren

Aktivierung des Immunsystems hemmt Wachstum bösartiger Hirntumoren

30. November 2004 Detlef Hoewing 0

Operation, Strahlen- und Chemotherapie sind bei der Behandlung von bösartigen Hirntumoren meist wenig erfolgreich. Deshalb verfolgt die Arbeitsgruppe Neuroonkologie um Prof. Michael Weller aus der Neurologischen Universitätsklinik Tübingen seit mehreren Jahren auch alternative Konzepte zu deren Therapie. Maligne Hirntumorzellen haben die besondere Eigenschaft, das Immunsystem betroffener Patienten zu schwächen. Dadurch entziehen sich die Tumorzellen einer wirksamen Immunabwehr.

[…mehr lesen]