Hirntumor-Zellen (Meningeom-Zellen) unter dem Mikroskop Universitätsklinikum Heidelberg

Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung

25. April 2017

Methylierungsmuster als molekularer Fingerabdruck der Tumorzellen geben Hinweise darauf, wie aggressiv ein Meningeom ist und welche Therapie für den Patienten passt / Bisherige WHO-Klassifizierung kann präzisiert und Behandlung verbessert werden / Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums publizieren in der Fachzeitschrift „The Lancet Oncology“ Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Heidelberg gelang es, eine wesentlich genauere Einteilung der häufigsten Hirntumoren von Erwachsenen, der Meningeome, zu erarbeiten als es die aktuelle Klassifizierung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erlaubt. Das neue System unterscheidet somit sicherer zwischen gutartigen Tumoren, bei denen in der Regel eine Operation ausreicht, und solchen, bei denen die Patienten zusätzlich eine Bestrahlung benötigen. Basis ist der „molekulare Fingerabdruck“ der Tumorzellen, ihr sogenanntes Methylierungsmuster, also das Anheften kleiner biochemischer Gruppen an bestimmte Stellen der DNA. Diese Veränderungen können darüber entscheiden, ob ein Gen abgelesen wird oder nicht. Das Projekt unter Federführung von Dr. Felix Sahm, der eine Arbeitsgruppe der Abteilung Neuropathologie (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. A. von Deimling) am Universitätsklinikum Heidelberg und dem Deutschen Krebsforschungszentrum leitet, wird von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung mit insgesamt rund 470.000 Euro unterstützt. Die Folge ungenauer Klassifikationen sind vermeidbare Rückfälle bei zu harmlos eingestuften und daher fälschlicherweise nicht bestrahlten Tumoren oder unnötige Bestrahlungen im umgekehrten Fall. Die WHO-Einteilung beruht […mehr lesen]