Kurzfristiger Ausfall: Nach dem Rückruf zu MCP-Tropfen müssen sich die Apotheker umstellen. - Foto: Elke Hinkelbein
Medizin

Magenmittel MCP verschwindet

17. April 2014 Detlef Hoewing 0

Berlin – In den Apotheken werden heute die meisten Medikamente mit dem Wirkstoff Metoclopramid (MCP) aus dem Regal genommen und an die Hersteller zurückgeschickt. Denn die Arzneimittelbehörde BfArM hat die Zulassung für die Magentropfen in der bislang üblichen Dosierung widerrufen. Bis es Nachfolgepräparate mit geringerer Wirkstoffmenge gibt, werden Ärzte und Patienten auf andere Medikamente ausweichen müssen. Hunderttausende Patienten sind betroffen. MCP wird jährlich 5,7 Millionen Mal von Ärzten auf Kassenrezept verordnet. Das Medikament gehört zur Gruppe der Antiemetika und wird eingesetzt bei Störungen des oberen Magen-Darm-Traktes. Der Wirkstoff vermindert Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen unter anderem bei Migräne, Leber- und Nierenerkrankungen, Schädel- und Hirnverletzungen und Arzneimittelunverträglichkeiten. Ein weiteres Einsatzgebiet sind Verdauungsstörungen bei Diabetikern. Wegen der seit Jahren bekannten neurologischen Nebenwirkungen hatte die europäische Arzneimittelagentur EMA den Wirkstoff untersucht und war zu dem Ergebnis gekommen, dass bei hoher Dosis und langer Behandlungsdauer die Risiken den Nutzen überwiegen. Deshalb müssen jetzt alle Tropfen mit mehr als 1 Milligramm Wirkstoff pro Milliliter vom Markt. Bei der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) kann man die Entscheidung nachvollziehen: In der Vergangenheit sei der Wirkstoff allzu leichtfertig verordnet worden, sagt AkdÄ-Vorstandsmitglied Professor Dr. Bernd Mühlbauer. „Die Zulassungseinschränkung wäre nicht nötig gewesen, wenn die Ärzte mit MCP stringenter […mehr lesen]