Links die normale Lage der Nebennieren (gelbe Pfeile) im Körper, rechts ein Nebennieren-karzinom in einer kernspintomographischen Darstellung. Bild: Medizinische Klinik
Nierenkrebs

Studie: Linsitinib hilft bei Nebennierenkrebs nur sehr wenigen Patienten, diesen jedoch extrem gut

19. März 2015 Detlef Hoewing 0

In einer vom Universitätsklinikum Würzburg und der University of Michigan in Ann Arbor/USA geleiteten Studie wurde das experimentelle Medikament Linsitinib bei 90 Patienten mit Nebennierenkrebs getestet. Nur vier der Patienten sprachen auf die Behandlung an – allerdings bemerkenswert gut. Das Nebennierenkarzinom ist eine bösartige und sehr aggressive Tumorerkrankung. Trotz einiger Fortschritte in den letzten Jahren stirbt weiterhin fast die Hälfte der Betroffenen innerhalb der ersten vier bis fünf Jahre nach der Erstdiagnose. In Deutschland erkranken pro Jahr zwischen 80 und 120 Menschen, was den Nebennierenkrebs zu einer seltenen Krankheit macht. Mit Ausnahme einer Kombinations-Chemotherapie, die maßgeblich von Krebsforschern des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) etabliert wurde, gibt es nur wenige gute Therapieoptionen. Internationale Studie mit 139 Teilnehmern Als neuen Behandlungsansatz erprobte eine internationale Phase III-Studie zwischen den Jahren 2009 und 2011 das experimentelle Medikament Linsitinib bei 90 Patienten. Als Kontrollgruppe erhielten 49 weitere Menschen mit Nebennierenkarzinom ein Placebo. Die Ergebnisse wurden jetzt auf der Homepage der renommierten britischen Fachzeitschrift „The Lancet Oncology“ veröffentlicht – und sind auf den ersten Blick ernüchternd: Bei 86 der 90 Studienteilnehmer zeigte sich im Überleben kein Unterschied zur Kontrollgruppe, was die Studie an sich zu einem Fehlschlag macht. Jedoch: Vier Patienten sprachen extrem gut auf das Medikament […mehr lesen]

Ergebnis der FIRM-ACT-Studie: Das Diagramm zeigt die Überlebenszeit von Patienten mit Nebennierenkarzinom ohne Fortschreiten der Erkrankung. In der Studie wurden zwei Chemotherapie-Kombinationen miteinander verglichen. Grafik: Martin Fassnacht
Nierenkrebs

Neuer Therapiestandard für Nebennierenkrebs

3. Mai 2012 Detlef Hoewing 0

Das Nebennierenkarzinom ist ein bösartiger Tumor, der im fortgeschrittenen Stadium schwierig zu beherrschen ist. Eine internationale Studie zeigt nun erstmals, mit welcher Chemotherapie sich dieser Tumor am besten behandeln lässt. Koordiniert wurde die Studie am Universitätsklinikum Würzburg.

Ergebnis der FIRM-ACT-Studie: Das Diagramm zeigt die Überlebenszeit von Patienten mit Nebennierenkarzinom ohne Fortschreiten der Erkrankung. In der Studie wurden zwei Chemotherapie-Kombinationen miteinander verglichen. Grafik: Martin FassnachtNebennierenkarzinome werden zu den seltenen Krankheiten gerechnet: In Deutschland treten pro Jahr „nur“ 80 bis 120 Fälle auf. Betroffen sind oft auch junge Menschen im Alter von 20 bis 40 Jahren. Die Aussichten auf Heilung stehen schlecht; mehr als die Hälfte der Patienten sterben in den ersten drei bis vier Jahren nach der Diagnosestellung.

Was ein Nebennierenkarzinom so gefährlich macht: Viele Patienten haben schon zu Beginn der Erkrankung Metastasen im Körper, meistens in Leber, Lunge und Knochen. Darum bricht der Krebs auch nach der operativen Entfernung des Tumors – sofern diese überhaupt möglich ist – häufig wieder aus.

[…mehr lesen]