Maligne Lymphome: Aktualisierte Broschüre informiert über laufende Studien zur Therapieoptimierung
Lymphome

Nebenwirkungen bei möglicher Anti-Krebs-Strategie gegen Lymphome entdeckt

17. November 2014 Detlef Hoewing 0

Das Protein Malt1 ist eine der wichtigsten Schaltzentralen in menschlichen Immunzellen und ein echtes Multitalent. Treten genetische Fehler darin auf, kann das zur Entstehung von Lymphdrüsenkrebs (Lymphomen) führen. Als möglicher Therapieansatz gilt deshalb, bestimmte Funktionen von Malt1 gezielt zu blockieren und so die Krebszellen zu zerstören. Im Mausmodell zeigten Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) jetzt aber, dass eine solche Blockade schwere Nebenwirkungen hervorrufen kann. Das Protein Malt1 übernimmt in Immunzellen, so genannten Lymphozyten, viele unterschiedliche Aufgaben. Es wirkt unter anderem als Enzym, als so gennannte Protease, die Botenstoffe abbaut und so deren Menge kontrolliert. Welche Bedeutung die spezielle Protease-Funktion für die Entwicklung von Immunzellen hat, war bisher nicht bekannt. Vor einigen Jahren rückte sie in den Fokus von Prof. Jürgen Ruland und seinem Team vom Klinikum rechts der Isar der TUM. Blockade als Therapieansatz Anhand von Zellkulturexperimenten konnten die Wissenschaftler in früheren Studien zeigen, dass eine Blockade der Protease-Funktion von Malt1 Lymphdrüsenkrebszellen absterben ließ. Eine Idee war deshalb, diese Strategie gegen Lymphome einzusetzen, in denen Malt1 häufig aufgrund eines genetischen Defekt übermäßig aktiv war. „Es gilt als vielversprechender Therapieansatz, Substanzen zu entwickeln, die gezielt die Protease-Funktion von Malt1 hemmen.“, erklärt Andreas Gewies, Erstautor der Studie. Der nächste Schritt war […mehr lesen]

Krebssymbol - pixabay
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Neue Methode kann Nebenwirkungen von Krebsmedikamenten vorhersagen

9. Oktober 2014 Detlef Hoewing 0

Jedes neue Krebsmedikament kann die Überlebenschancen von Patienten erhöhen. Leider bringen diese Medikamente manchmal jedoch schwere Nebenwirkungen mit sich, deren Ursachen bisher selten entschlüsselt werden konnten. Einem internationalen Wissenschaftlerteam aus München, Heidelberg, Schweden und Singapur ist es nun gelungen, eine neue Methode zu entwickeln, mit der sie Nebenwirkungen auf Zellebene erklären und sogar vorhersagen können. Krebsmedikamente rufen neben der erhofften Wirkung auf Krebszellen oft schwerwiegende, teilweise schmerzhafte Nebenwirkungen hervor. Zu den bekannteren Nebenwirkungen gehören Haarausfall, Übelkeit und Immunschwäche. Viele Patienten leiden darüber hinaus an Kribbeln in den Händen bis hin zu schweren Nervenstörungen wie dem Verlust des Tastsinns oder klagen über Lichtempfindlichkeit, was die Lebensqualität erheblich einschränkt. Ein Grund dafür liegt in der Wirkungsweise der Medikamente: Viele greifen nicht nur die gewünschten Ziele, bestimmte Proteine in den Krebszellen, an, sondern auch andere Proteine in gesunden Zellen. Das kann in manchen Fällen die gewünschte Wirkung sogar noch steigern, sorgt in den meisten Fällen jedoch vorrangig für Nebenwirkungen. Ließen sich diese „falschen“ Ziele eines neuen Medikaments vorab erfassen, könnten seine Nebenwirkungen vorhergesagt werden. Man wüsste, ob, warum und vor allem wie ein Medikament Nebenwirkungen hervorruft. Mit einem einfachen aber ausgeklügelten Verfahren ist dies Wissenschaftlern von Cellzome in Heidelberg und dem Karolinska Institut […mehr lesen]

Leukämiezellen
Leukämie

Nutzen, Nebenwirkungen und Kosten – den Umgang mit der gezielten Krebstherapie lernen

15. November 2013 Detlef Hoewing 0

Berlin, 15. November 2013 – Heute wurde die Marktrücknahme des gezielten Medikamentes Bosutinib (Bosulif®) für die Behandlung von Patienten mit Chronischer Myeloischer Leukämie (CML) angekündigt. Nach den Verhandlungen mit den Krankenkassen entspricht der in Deutschland zu erzielende Preis nicht den Erwartungen des Herstellers. Bereits im Oktober hatten die Zulassungsbehörden in Europa und den USA vor schweren Nebenwirkungen von Ponatinib (Iclusig®), einem anderen und gezielten Medikament für Patienten mit CML, gewarnt.

Nach Ansicht der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V. geben die beiden Ereignisse Gelegenheit, konstruktiv kritisch den Umgang mit den neuen gezielten Krebsmedikamenten zu reflektieren. Die DGHO fordert:

  • sorgfältige und langfristige ärztliche Überwachung aller Patienten bei der Behandlung mit den neuen Medikamenten, auch und gerade bei seltenen Erkrankungen
  • Transparenz aller Schritte der Nutzenbewertung nach dem AMNOG, einschließlich der Rabattverhandlungen
  • flexible Anpassung der Medikamentenpreise, orientiert am Bedarf und den Entwicklungskosten
  • Förderung der Entwicklung weiterer gezielter Medikamente vor allem für Erkrankungen, die bisher nicht wirksam behandelt werden können.

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Winter - pixabay
Deutsche Krebshilfe

Wie Ingwer Krebspatienten hilft

15. Juli 2013 Detlef Hoewing 0

Forscher enträtseln, warum die Wurzel gegen Übelkeit hilft

Heidelberg (gb) – Viele Krebspatienten leiden unter den Nebenwirkungen einer Chemotherapie: Übelkeit und Erbrechen. Heute gibt es wirkungsvolle Medikamente dagegen, aber viele Betroffene vertrauen zusätzlich auf die magenberuhigende Wirkung der Ingwerwurzel. Bis jetzt war unklar, wie Ingwer eigentlich wirkt. Wissenschaftler aus Heidelberg konnten das Rätsel nun lösen: Die Inhaltsstoffe des Ingwer hemmen bestimmte Botenstoffe des Brechzentrums im Gehirn. Diese Erkenntnisse ermöglichen der Ingwerwurzel den Einsatz in der klinischen Praxis. Die Deutsche Krebshilfe hat das Projekt mit 208.000 Euro unterstützt.

Wem übel ist, der mag nichts essen. Für Krebspatienten kann das gefährlich werden. Nichts oder wenig zu essen, schwächt die ohnehin schon durch die Erkrankung mitgenommenen Patienten noch zusätzlich. In schweren Fällen muss der behandelnde Arzt sogar die Therapie abbrechen – selbst wenn der Tumor eigentlich auf die Medikamente anspricht. Für die Betroffenen ist dies eine besonders schwerwiegende Situation.

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Immunzellen in einem Dickdarmtumor (Gewebepräparat). T-Helfer-Zellen (rot) liegen zwischen den Drüsenstrukturen der Tumorzellen (Zellkerne blau gefärbt). - Quelle: Klaus-Peter Janssen
Krebsthemen

Integrative Medizin in der Onkologie

3. September 2012 Detlef Hoewing 0

Vor allem in der Behandlung von Nebenwirkungen und bei der Tumornachsorge gibt es Potenzial für komplementäre Methoden und Naturheilkunde. So lautet das Fazit einer Fachtagung über integrative Onkologie am Tempelhofer Darmzentrum, St. Joseph Krankenhaus Berlin, gefördert von der Karl und Veronica Carstens-Stiftung.

Die Akutbehandlung von Krebserkrankungen des Dickdarms hat inzwischen ein erstklassiges Niveau erreicht. Doch eine Krankengeschichte ist mit Operation und Krankenhausaufenthalt nicht zu Ende. „Wir stellen immer wieder fest, dass bei vielen Patienten im ersten oder zweiten Jahr nach der Operation Beschwerden auftreten“, sagt Prof. Dr. Reiner Kunz, Leiter des Tempelhofer Darmzentrums.

Die Symptome werden dabei in den meisten Fällen nicht vom Tumor verursacht, sondern sind Folge der Nebenwirkungen oder psychisch bedingt – eine somatische Therapie greift daher nicht. Der Patient hat häufig das Vertrauen in seinen Körper verloren, empfindet die Erkrankung möglicherweise als soziales Stigma und verliert seine Zukunftsperspektive.

„Eine Depression erhöht die Mortalitätsrate bei Krebspatienten um bis zu 40 Prozent“, so Andreas Michalsen, Professor für klinische Naturheilkunde an der Charité und Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin. Die psychoonkologische Betreuung während und nach der Akutphase sei zentral für den Behandlungserfolg. Vier von zehn Patienten benötigen eine solche Unterstützung.

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Stammzell-Therapie - Quelle: Bayern Innovativ, co.don AG
Medizin

DFG fördert Projekt zur verbesserten Tumortherapie

18. Mai 2012 Detlef Hoewing 0

Wenn pharmazeutische Wirkstoffe sich unspezifisch im Körper verteilen, geht das für den Patienten oft mit unerwünschten Nebenwirkungen einher. Häufig müssen Krebstherapien aufgrund zu starker Nebenwirkungen abgebrochen werden. Eine zielgerichtete Verteilung und spezifische Aktivierung von Wirkstoffen zu erreichen und dabei gleichzeitig die Wirksamkeit und Sicherheit der Wirkstoffe zu erhöhen, ist Ziel eines Projekts an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU). Das Vorhaben wird die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in den nächsten drei Jahren mit knapp 400 000 Euro fördern.

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Zwei Melanomzellen, die grün markiert wurden. - Foto: Dr. Robert Besch, LMU München
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Gene und Krebs

29. Mai 2009 Detlef Hoewing 0

Die Gene können nicht nur die Krebsentstehung, sondern auch den Krankheitsverlauf und den Erfolg einer Therapie beeinflussen. Selbst die Nebenwirkungen bei einer Bestrahlung sind abhängig vom Erbgut des Patienten, wie Forscher im Deutschen Krebsforschungszentrum aus ihren Untersuchungen wissen. Insgesamt sieben Beiträge im neuen „einblick“ befassen sich mit unserem Erbgut und damit, welche Rolle es bei Tumorerkrankungen spielt.

Die neue Ausgabe des Magazins „einblick“ ist erschienen

Krebs ist eine Krankheit der Gene. Doch welche Erbanlagen in einer Krebszelle verändert sind, unterscheidet sich nicht nur von Krebsart zu Krebsart, sondern auch von Patient zu Patient. Im internationalen Krebsgenomprojekt wollen Forscher die genetischen Veränderungen der 50 häufigsten Krebsarten unter die Lupe nehmen. Professor Peter Lichter koordiniert den deutschen Beitrag hierzu. Im „einblick“-Interview spricht er über die Idee und die Ziele des gigantischen Forschungsvorhabens.

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BU: Computergenerierte Darstellung eines Parvovirus H1, Antonio Marchini, Deutsches Krebsforschungszentrum
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Virustherapie gegen hormonunabhängigen Prostatakrebs

16. Mai 2009 Detlef Hoewing 0

Wachsen Prostatakrebszellen trotz des Entzugs männlicher Geschlechtshormone, so ist die Erkrankung nur noch schlecht unter Kontrolle zu halten. In der aktuellen Ausgabe des International Journal of Cancer (IJC) beschreiben japanische Forscher eine Virustherapie als mögliche Behandlungsoption für dieses Krebsstadium. Weitere Themen im aktuellen Heft: neu entdeckte Erbgutveränderungen beim Lynch-Syndrom sowie der Einfluss des Wachstumsfaktors PDGF bei der Entstehung von Hirntumoren. Die Druckversion des IJC 124 (10) erschien am 15. Mai.

Die neue Ausgabe des International Journal of Cancer

Prostatakrebs spricht zu Beginn fast immer gut auf Entzug der männlichen Geschlechtshormone (Androgene) an. Mit der Zeit jedoch beginnt ein Teil der Tumorzellen, trotz der Androgenblockade zu wachsen. Damit verliert eine der wichtigsten Behandlungsmöglichkeiten ihre Wirksamkeit.

An der Universität Osaka ließen Yoshifumi Kawaguchi und Kollegen hormonunabhängig wachsende Prostatakrebs-Zelllinien des Menschen in Mäusen zu Tumoren heranwachsen. In diese Tumoren injizierten die Forscher das Sendaivirus HVJ-E. Die Viren regten in den Krebszellen die Bildung des Immunbotenstoffs Interferon an, wodurch die Krebszellen in den programmierten Zelltod (Apoptose) getrieben wurden. Nach dieser Behandlung waren 85 Prozent der Mäuse tumorfrei. Die Autoren zeigten, dass das Virus HVJ-E bevorzugt hormonunabhängig wachsende Prostatakrebszellen infiziert, Zellen aus gesundem Prostatagewebe werden durch die Behandlung kaum geschädigt. Die Forscher planen nun klinische Studien, um die Methode genauer zu prüfen.

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