Nebenwirkungen

Nebenwirkungen bei möglicher Anti-Krebs-Strategie gegen Lymphome entdeckt

Das Protein Malt1 ist eine der wichtigsten Schaltzentralen in menschlichen Immunzellen und ein echtes Multitalent. Treten genetische Fehler darin auf, kann das zur Entstehung von Lymphdrüsenkrebs (Lymphomen) führen. Als möglicher Therapieansatz gilt deshalb, bestimmte Funktionen von Malt1 gezielt zu blockieren und so die Krebszellen zu zerstören. Im Mausmodell zeigten Wissenschaftler…

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Neue Methode kann Nebenwirkungen von Krebsmedikamenten vorhersagen

Jedes neue Krebsmedikament kann die Überlebenschancen von Patienten erhöhen. Leider bringen diese Medikamente manchmal jedoch schwere Nebenwirkungen mit sich, deren Ursachen bisher selten entschlüsselt werden konnten. Einem internationalen Wissenschaftlerteam aus München, Heidelberg, Schweden und Singapur ist es nun gelungen, eine neue Methode zu entwickeln, mit der sie Nebenwirkungen auf Zellebene…


Nutzen, Nebenwirkungen und Kosten – den Umgang mit der gezielten Krebstherapie lernen

Berlin, 15. November 2013 – Heute wurde die Marktrücknahme des gezielten Medikamentes Bosutinib (Bosulif®) für die Behandlung von Patienten mit Chronischer Myeloischer Leukämie (CML) angekündigt. Nach den Verhandlungen mit den Krankenkassen entspricht der in Deutschland zu erzielende Preis nicht den Erwartungen des Herstellers. Bereits im Oktober hatten die Zulassungsbehörden in Europa und den USA vor schweren Nebenwirkungen von Ponatinib (Iclusig®), einem anderen und gezielten Medikament für Patienten mit CML, gewarnt.

Nach Ansicht der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V. geben die beiden Ereignisse Gelegenheit, konstruktiv kritisch den Umgang mit den neuen gezielten Krebsmedikamenten zu reflektieren. Die DGHO fordert:

  • sorgfältige und langfristige ärztliche Überwachung aller Patienten bei der Behandlung mit den neuen Medikamenten, auch und gerade bei seltenen Erkrankungen
  • Transparenz aller Schritte der Nutzenbewertung nach dem AMNOG, einschließlich der Rabattverhandlungen
  • flexible Anpassung der Medikamentenpreise, orientiert am Bedarf und den Entwicklungskosten
  • Förderung der Entwicklung weiterer gezielter Medikamente vor allem für Erkrankungen, die bisher nicht wirksam behandelt werden können.

Wie Ingwer Krebspatienten hilft

Forscher enträtseln, warum die Wurzel gegen Übelkeit hilft

Heidelberg (gb) – Viele Krebspatienten leiden unter den Nebenwirkungen einer Chemotherapie: Übelkeit und Erbrechen. Heute gibt es wirkungsvolle Medikamente dagegen, aber viele Betroffene vertrauen zusätzlich auf die magenberuhigende Wirkung der Ingwerwurzel. Bis jetzt war unklar, wie Ingwer eigentlich wirkt. Wissenschaftler aus Heidelberg konnten das Rätsel nun lösen: Die Inhaltsstoffe des Ingwer hemmen bestimmte Botenstoffe des Brechzentrums im Gehirn. Diese Erkenntnisse ermöglichen der Ingwerwurzel den Einsatz in der klinischen Praxis. Die Deutsche Krebshilfe hat das Projekt mit 208.000 Euro unterstützt.

Wem übel ist, der mag nichts essen. Für Krebspatienten kann das gefährlich werden. Nichts oder wenig zu essen, schwächt die ohnehin schon durch die Erkrankung mitgenommenen Patienten noch zusätzlich. In schweren Fällen muss der behandelnde Arzt sogar die Therapie abbrechen – selbst wenn der Tumor eigentlich auf die Medikamente anspricht. Für die Betroffenen ist dies eine besonders schwerwiegende Situation.


Integrative Medizin in der Onkologie

Vor allem in der Behandlung von Nebenwirkungen und bei der Tumornachsorge gibt es Potenzial für komplementäre Methoden und Naturheilkunde. So lautet das Fazit einer Fachtagung über integrative Onkologie am Tempelhofer Darmzentrum, St. Joseph Krankenhaus Berlin, gefördert von der Karl und Veronica Carstens-Stiftung.

Die Akutbehandlung von Krebserkrankungen des Dickdarms hat inzwischen ein erstklassiges Niveau erreicht. Doch eine Krankengeschichte ist mit Operation und Krankenhausaufenthalt nicht zu Ende. „Wir stellen immer wieder fest, dass bei vielen Patienten im ersten oder zweiten Jahr nach der Operation Beschwerden auftreten“, sagt Prof. Dr. Reiner Kunz, Leiter des Tempelhofer Darmzentrums.

Die Symptome werden dabei in den meisten Fällen nicht vom Tumor verursacht, sondern sind Folge der Nebenwirkungen oder psychisch bedingt – eine somatische Therapie greift daher nicht. Der Patient hat häufig das Vertrauen in seinen Körper verloren, empfindet die Erkrankung möglicherweise als soziales Stigma und verliert seine Zukunftsperspektive.

„Eine Depression erhöht die Mortalitätsrate bei Krebspatienten um bis zu 40 Prozent“, so Andreas Michalsen, Professor für klinische Naturheilkunde an der Charité und Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin. Die psychoonkologische Betreuung während und nach der Akutphase sei zentral für den Behandlungserfolg. Vier von zehn Patienten benötigen eine solche Unterstützung.


DFG fördert Projekt zur verbesserten Tumortherapie

Wenn pharmazeutische Wirkstoffe sich unspezifisch im Körper verteilen, geht das für den Patienten oft mit unerwünschten Nebenwirkungen einher. Häufig müssen Krebstherapien aufgrund zu starker Nebenwirkungen abgebrochen werden. Eine zielgerichtete Verteilung und spezifische Aktivierung von Wirkstoffen zu erreichen und dabei gleichzeitig die Wirksamkeit und Sicherheit der Wirkstoffe zu erhöhen, ist Ziel eines Projekts an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU). Das Vorhaben wird die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in den nächsten drei Jahren mit knapp 400 000 Euro fördern.


Gene und Krebs

Die Gene können nicht nur die Krebsentstehung, sondern auch den Krankheitsverlauf und den Erfolg einer Therapie beeinflussen. Selbst die Nebenwirkungen bei einer Bestrahlung sind abhängig vom Erbgut des Patienten, wie Forscher im Deutschen Krebsforschungszentrum aus ihren Untersuchungen wissen. Insgesamt sieben Beiträge im neuen „einblick“ befassen sich mit unserem Erbgut und damit, welche Rolle es bei Tumorerkrankungen spielt.

Die neue Ausgabe des Magazins „einblick“ ist erschienen

Krebs ist eine Krankheit der Gene. Doch welche Erbanlagen in einer Krebszelle verändert sind, unterscheidet sich nicht nur von Krebsart zu Krebsart, sondern auch von Patient zu Patient. Im internationalen Krebsgenomprojekt wollen Forscher die genetischen Veränderungen der 50 häufigsten Krebsarten unter die Lupe nehmen. Professor Peter Lichter koordiniert den deutschen Beitrag hierzu. Im „einblick“-Interview spricht er über die Idee und die Ziele des gigantischen Forschungsvorhabens.


Virustherapie gegen hormonunabhängigen Prostatakrebs

Wachsen Prostatakrebszellen trotz des Entzugs männlicher Geschlechtshormone, so ist die Erkrankung nur noch schlecht unter Kontrolle zu halten. In der aktuellen Ausgabe des International Journal of Cancer (IJC) beschreiben japanische Forscher eine Virustherapie als mögliche Behandlungsoption für dieses Krebsstadium. Weitere Themen im aktuellen Heft: neu entdeckte Erbgutveränderungen beim Lynch-Syndrom sowie der Einfluss des Wachstumsfaktors PDGF bei der Entstehung von Hirntumoren. Die Druckversion des IJC 124 (10) erschien am 15. Mai.

Die neue Ausgabe des International Journal of Cancer

Prostatakrebs spricht zu Beginn fast immer gut auf Entzug der männlichen Geschlechtshormone (Androgene) an. Mit der Zeit jedoch beginnt ein Teil der Tumorzellen, trotz der Androgenblockade zu wachsen. Damit verliert eine der wichtigsten Behandlungsmöglichkeiten ihre Wirksamkeit.

An der Universität Osaka ließen Yoshifumi Kawaguchi und Kollegen hormonunabhängig wachsende Prostatakrebs-Zelllinien des Menschen in Mäusen zu Tumoren heranwachsen. In diese Tumoren injizierten die Forscher das Sendaivirus HVJ-E. Die Viren regten in den Krebszellen die Bildung des Immunbotenstoffs Interferon an, wodurch die Krebszellen in den programmierten Zelltod (Apoptose) getrieben wurden. Nach dieser Behandlung waren 85 Prozent der Mäuse tumorfrei. Die Autoren zeigten, dass das Virus HVJ-E bevorzugt hormonunabhängig wachsende Prostatakrebszellen infiziert, Zellen aus gesundem Prostatagewebe werden durch die Behandlung kaum geschädigt. Die Forscher planen nun klinische Studien, um die Methode genauer zu prüfen.