Links: CT-Aufnahme, rechts: PET, Mitte: Kombination; Patient mit Lungentumor vor (oben) und nach (unten) Hochpräzisionsbestrahlung.Der Tumor hat sich bei erhaltener Lunge komplett zurückgebildet. Universitätsklinikum Freiburg
Forschung

Lungenkrebs: Stereotaktische Bestrahlung auch im Frühstadium eine Alternative zur Operation

30. Juli 2015 Detlef Hoewing 0

Berlin – Die stereotaktische ablative Radiotherapie hat in ersten klinischen Studien bei Lungenkrebs im Frühstadium bessere Ergebnisse erzielt als eine Operation. Dabei handelt es sich um eine relativ neue Technik, die eine millimetergenaue Bestrahlung von Tumoren ermöglicht. Die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) sieht die Behandlung als eine schonende Alternative zur Operation, fordert allerdings weitere Studien, um den genauen Stellenwert zu ermitteln. Die Zahl der Lungenkrebs-Neuerkrankungen liegt laut Krebsregistern in Deutschland für das Jahr 2014 bei insgesamt rund 55 600. Da Lungenkrebs anfangs keine Beschwerden verursacht, entdecken Ärzte und Betroffene die Erkrankung in vielen Fällen erst spät. Dann ist die Aussicht auf Heilung nicht gut. Das Lungenkarzinom ist daher die mit Abstand häufigste Krebstodesursache bei Männern (mit einem Anteil von 25 Prozent) und die dritthäufigste bei Frauen (14 Prozent). Ein Lungenkrebs im Frühstadium kann jedoch häufig geheilt werden. Die Standardtherapie ist derzeit eine sogenannte Lobektomie: Die Chirurgen entfernen dabei den gesamten Lungenlappen, in dem sich der Tumor befindet, sowie die benachbarten Lymphknoten. „Die Heilungschancen wurden als höher eingestuft als bei einer Radiotherapie, bei der nicht geprüft werden kann, ob alle Krebszellen durch die Strahlung abgetötet wurden“, erläutert Professor Dr. med. Michael Flentje, Direktor der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie am Universitätsklinikum […mehr lesen]

Dickdarm Aquarell Quelle: dkfz
Darmkrebs

Kleine Darmtumoren ohne Operation entfernen

13. Oktober 2014 Detlef Hoewing 0

Berlin – Kleine Darmtumoren könnten künftig mit einem neuartigen Gerät schon während einer Darmspiegelung entfernt werden. Mithilfe des „Full-Thickness Resection Device“ (FTRD, zu deutsch „Gerät zur Vollwandentfernung“) gelang es Spezialisten am Klinikum Ludwigsburg erstmals, flache Adenome aus der Darmwand ihrer Patienten minimalinvasiv, mittels eines Endoskops, zu entfernen. In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Gastroenterology“ berichten die Experten über die neue Methode, die sie gemeinsam mit dem Tübinger Unternehmen OVESCO entwickelt haben. Mit der Technik könnte vielen Patienten die Risiken und Unannehmlichkeiten einer Operation erspart und Kosten im Gesundheitssystem reduziert werden, so die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Adenome sind Gewebsveränderungen der Darmschleimhaut, aus denen sich Darmkrebs entwickeln kann. Die meisten Adenome ragen mit einem „Stiel“ in das Innere des Dickdarms hinein. Ärzte können sie bei der Darmspiegelung problemlos entfernen. Sie verwenden dabei ein Endoskop, ein flexibles, röhrenförmiges Untersuchungsinstrument, um kleinere Eingriffe von Innen heraus vorzunehmen. Schwieriger wird dies bei flachen Adenomen, die sich nicht von der Darmwand abheben lassen. Für deren Entfernung müssen Betroffene sich bislang einer Bauchoperation unterziehen. Ein neues Spezialgerät könnte einigen Patienten diesen Eingriff künftig ersparen. Bei dem „Full-Thickness Resection Device“ (FTRD) handelt es sich um eine Kappe, die auf die Spitze des herkömmlichen […mehr lesen]

Prostatakrebs

Innovative Therapie bei Prostatakrebs

12. August 2014 Detlef Hoewing 0

Offenbacher Spezialisten weltweit führend Offenbach am Main, 11. August 2014 – Prostatakrebs wird auch heute noch meist durch Operation und Bestrahlung behandelt, wie eine aktuelle Studie zeigt. Trotz der damit verbundenen erheblichen Nebenwirkungen wie Impotenz und Inkontinenz. Ein Aspekt, der dringend neu bewertet werden muss. Schließlich erkranken zunehmend auch jüngere Männer unter 50 Jahren an Prostatakrebs. Innovative Therapien wie die Irreversible Elektoporation (IRE, NanoKnife®-Therapie) bieten hier eine wirksame Alternative – ohne gravierende Langzeitschäden zu verursachen. Die Ergebnisse der Studie zwingen jedoch auch aus einem anderen Grund zum Nachdenken: Sie zeigen, dass die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Therapie oftmals weniger von einer medizinisch-objektiven Rationale getragen wird, sondern in erster Linie davon abhängt, welcher Arzt konsultiert wurde.1 Ein Umstand, der dem Ausmaß, den eine Therapieentscheidung für das Leben des Betroffenen hat, in keiner Weise gerecht wird. Eine präzise Diagnose ist das A und O „Bei Verdacht auf Prostatakrebs ist die Magnet-Resonanz-Therapie, kurz MRT, für eine präzise Diagnose unverzichtbar“, so die Aussage von Prof. Dr. Michael K. Stehling, Leiter des Prostata-Centers in Offenbach am Main und einer der wenigen international renommierten Experten für Prostata-MRT. Die MRT-Technologie ist mit einer Nachweisempfindlichkeit von über 85 % für Karzinome das beste bildgebende Verfahren.3 Und […mehr lesen]

Bilder aus zwei unterschiedlichen Verfahren werden digital miteinander verschmolzen – Ultraschall-Aufnahmen und Daten aus dem MRT, dem Magnetresonanztomografen. Uniklinikum Tübingen
Brustkrebs

Verbesserte OP-Planung mittels Ultraschall bei Brustkrebs

22. März 2013 Detlef Hoewing 0

Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin:

Berlin, 21. März 2013 – Bis zu 60 000 Frauen in Deutschland erkranken jährlich neu an Brustkrebs. Zur Therapie gehört in vielen Fällen eine Operation. Wie eine aktuelle Studie zeigt, verbessert sich das chirurgische Ergebnis für die Patientinnen, wenn behandelnde Ärzte den Tumor mittels Ultraschall vermessen. In der Studie entfernten die Operateure ein Drittel weniger Brustgewebe als Kollegen, die sich anhand ihres Tastsinns orientierten. Zudem brauchten ihre Patientinnen seltener eine Nachbehandlung. Über die Vorteile der „Mammasonografie“ bei Früherkennung, Therapie und Nachkontrolle von Brustkrebs informieren Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) heute auf der Pressekonferenz in Berlin.

Um bei einer Operation die Ausdehnung des Tumors zu erkennen, waren die Operateure lange Zeit auf ihre Sicht und auf ihren Tastsinn angewiesen. Die Abgrenzung vom gesunden Gewebe ist jedoch schwierig und es besteht die Gefahr, dass mehr Gewebe als nötig – oder zu wenig – entfernt wird. Im ersten Fall wird das Erscheinungsbild der Brust stärker beeinträchtigt als notwendig, was für die Betroffenen eine zusätzliche psychische Belastung darstellen kann. Im zweiten Fall wird eine weitere Operation notwendig, wenn in der feingeweblichen Untersuchung unter dem Mikroskop Krebszellen am Schnittrand gefunden werden. Besonders schwierig ist die Situation bei Brustkrebs.

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Unter dem Rasterelektronenmikroskop: Hydrogel mit hoher Porendichte als mögliche Basis eines Prostata-Modells (Aufnahme: Dr. Friederike J. Gruhl, KIT)
Prostatakrebs

Prostatakrebs: Strahlentherapie oder Operation?

11. März 2013 Detlef Hoewing 0

Langzeitstudie vergleicht Therapien auf Vorteile für Patienten

Berlin – In Deutschland ist Prostatakrebs unter Männern die häufigste Krebserkrankung. Jedes Jahr werden nach Angaben des Robert Koch-Instituts etwa 63 400 Neuerkrankungen diagnostiziert. Ein Prostatakrebs kann heute im Frühstadium durch eine Operation oder eine Strahlentherapie geheilt werden. Beide Behandlungen haben jedoch unterschiedliche Auswirkungen auf die Lebensqualität, die nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) bei der Therapiewahl berücksichtigt werden sollten. Eine Langzeitstudie, die nach der Therapie die körperliche Funktion der Blase, des Darms sowie Potenzstörungen untersuchte, liefert hierfür nun wichtige neue Erkenntnisse.

Prostatakrebs ist heilbar, und betroffene Männer haben nach der Diagnose eine Lebenserwartung von 15 Jahren oder länger. Während dieser Zeit müssen die Patienten mit den Folgen der Therapie leben, die bei Operation und Radiotherapie zunächst unterschiedlich sind. „Nach der Operation, bei der die Prostata komplett entfernt wird, kommt es häufig zur Harninkontinenz und zu Potenzstörungen“, erklärt DEGRO-Präsident Professor Dr. med. Jürgen Dunst, Direktor der Klinik für Strahlentherapie an der Universität Lübeck. Für den Alltag heißt das nicht nur, dass einige Männer Einlagen tragen müssen, sondern auch, dass die Erektionsfähigkeit verloren gehen kann. Die Strahlentherapie sei hier im Vorteil, so Dunst. Viele Patienten, die vor der Behandlung diesbezüglich keine Probleme hatten, bleiben nach der Bestrahlung ebenfalls beschwerdefrei. Es könne jedoch zu Störungen der Darmfunktion kommen, wenn die Strahlung die an die Prostata angrenzende Darmschleimhaut schädigt. Eine mögliche Folge seien schmerzhafte Stuhlgänge: „Hier zeigt die Erfahrung jedoch, dass Patienten mit einer zuvor guten Darmfunktion nach der Radiotherapie seltener Probleme bekommen“, ergänzt der DEGRO-Präsident.

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Die Bildfolge zeigt die Isolierung einer Brustkrebszelle (kleiner Kreis links und Mitte) und rechts einen Ausschnitt aus ihrem »molekularen Porträt«. - © Fraunhofer ITEM
Brustkrebs

Nach der Brustkrebs-OP: Ästhetik beeinflusst Lebensqualität

24. Januar 2013 Detlef Hoewing 0

Fragebogen und Software erfassen ästhetisches Ergebnis der Operation / Beide Messinstrumente unterstützen Vergleich verschiedener Operationsverfahren / Heidelberger Gynäkologe mit Quality of Life-Preis der Lilly Deutschland GmbH ausgezeichnet

Brustkrebspatientinnen nach erfolgreicher brusterhaltender Operation schätzen ihre Lebensqualität umso höher ein, je zufriedener sie mit dem ästhetischen Ergebnis der Operation sind. Das hat Privatdozent Dr. Jörg Heil, Oberarzt an der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg, im Rahmen einer Studie mit rund 1.000 Patientinnen belegt. Er zeigte außerdem: Mit Hilfe eines Fragebogens und einer Software lässt sich dieses subjektive Behandlungsergebnis systematisch erfassen. Auf dieser Grundlage könnten in Zukunft verschiedene brusterhaltende Therapiekonzepte in Bezug auf das ästhetische Ergebnis und die damit verknüpfte Lebensqualität der Patientinnen verglichen werden. Dafür ist der Mediziner nun mit dem Quality of Life-Preis des Pharmaunternehmens Lilly Deutschland GmbH ausgezeichnet worden. Den mit 10.000 Euro dotierten Preis teilt er sich zu gleichen Teilen mit Professor Dr. Silke Schmidt, Universität Greifswald.

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Chemotherapie nach Operation verbessert die Prognose - Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg
Bauchspeicheldrüsenkrebs

Chemotherapie nach Operation verbessert die Prognose

11. Juli 2012 Detlef Hoewing 0

Chemotherapie nach Operation verbessert die Prognose - Quelle: Universitätsklinikum HeidelbergPatienten mit „peri-ampullärem“ Krebs nahe der Bauchspeicheldrüse profitieren von zusätzlicher Behandlung / Studie unter Federführung von Heidelberg/Liverpool in „JAMA“ veröffentlicht

Chemotherapie kann die Lebenserwartung von Patienten verbessern, die an einem bösartigen Tumor nahe der Bauchspeicheldrüse, dem sogenannten peri- ampullären Karzinom, leiden. Sie profitieren ebenso wie die Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs von einer zusätzlichen Behandlung mit Krebsmedikamenten nach der Operation, wenn auch in geringerem Umfang. Dies hat eine Studie der „European Study Group for Pancreatic Cancer“ gezeigt, die von den Zentren in Heidelberg und Liverpool geleitet wird und in der aktuellen Ausgabe des „Journal of the American Medical Association“ JAMA erschienen ist.

Das peri-ampulläre Karzinom geht vom Endabschnitt des Gallengangs aus, der sich kurz vor seiner Einmündung in den Zwölffingerdarm (Duodenum) mit dem Pankreasgang vereinigt, bevor er im Duodenum in der sogenannten Ampulle endet (s. Grafik). „Mit der Studie ist erstmals wissenschaftlich belegt worden, dass auch bei dieser Tumorerkrankung die Chemotherapie dem Patienten zusätzliche Lebenszeit bringen kann“, erklärt Professor Dr. Markus W. Büchler, Geschäftsführender Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg und Senior-Autor des Artikels in „JAMA“.

Das peri-ampulläre Karzinom hat eine bessere Prognose als die bösartigen Tumoren der Bauchspeicheldrüse, da es bei 80 Prozent der Patienten entfernt werden kann; bei etwa 30 Prozent finden sich Absiedlungen in Lymphknoten oder anderen Organen. Nach fünf Jahren leben im Durchschnitt noch ca. 40 Prozent der Patienten, während es beim Pankreaskarzinom nur etwa 20 Prozent sind.

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Prof. Dr. Hans J. Schlitt, Direktor der Klinik und Poliklinik für Chirurgie - Quelle: UKR
Leberkrebs

Durchbruch bei Operation großer Lebertumore

13. März 2012 Detlef Hoewing 0

Prof. Dr. Hans J. Schlitt, Direktor der Klinik und Poliklinik für Chirurgie - Quelle: UKRFachzeitschrift bescheinigt Regensburger Chirurgen „einen der erfolgversprechendsten Fortschritte bislang“. Prof. Dr. Hans J. Schlitt, Direktor der Klinik und Poliklinik für Chirurgie, und seine Arbeitsgruppe haben eine Methode entwickelt, mit der sich bisher nicht operable sehr große Lebertumore oder mehrere verteilte Tumorknoten erstmals operativ entfernen lassen.

Dem Universitätsklinikum Regensburg ist ein Durchbruch bei der Behandlung von Lebertumoren gelungen. Prof. Dr. Hans J. Schlitt, Direktor der Klinik und Poliklinik für Chirurgie, und seine Arbeitsgruppe haben eine Methode entwickelt, mit der sich bisher nicht operable sehr große Lebertumore oder mehrere verteilte Tumorknoten erstmals operativ entfernen lassen. In der M ärz-Ausgabe der wichtigsten chirurgischen Fachzeitschrift „Annals of Surgery“ wird dieses Verfahren erstmals beschrieben. Die Herausgeber bezeichnen die Methode als „einen der erfolgversprechendsten Fortschritte in der onkologischen Leberchirurgie bislang“.

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molekular-genetische Untersuchung
Brustkrebs

Brustkrebs: Gentest soll Therapie erleichtern

30. Juli 2009 Detlef Hoewing 0

Mönchengladbach (jt) – Etwa 57.000 Frauen erkranken jährlich in Deutschland an Brustkrebs. Damit ist dies die häufigste Krebsart bei Frauen. Um eventuell noch im Körper vorhandene Tumorzellen zu zerstören, bekommen viele Patientinnen nach der Operation eine Chemotherapie. Eine wissenschaftliche Arbeitsgruppe vom Brustzentrum Niederrhein in Mönchengladbach prüft nun, ob man Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium diese belastende Therapie durch einen Gentest ersparen kann, ohne die Heilungschancen der Patientinnen zu verringern. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt diese so genannte MINDACT-Studie, die auf zehn Jahre angelegt ist, mit über einer Million Euro.

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Graphik 3: Die radioaktiven Mikrokügelchen geben ihre Strahlung ab und zerstören den Tumor von innen heraus. - Quelle: Expertengruppe Selektive Interne Radiotherapie 2012
Darmkrebs

Mastdarmkrebs schon vor der Operation bestrahlen

8. Juni 2009 Detlef Hoewing 0

Berlin – Werden Patienten mit fortgeschrittenem Mastdarmkrebs vor der Operation bestrahlt, so verringert sich die Wahrscheinlichkeit, dass der Tumor nach einigen Jahren zurückkehrt. Dies gilt auch – und sogar in besonderem Maße – bei einer optimalen Operation. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) anlässlich einer kürzlich in der Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlichten Studie hin. Nach Ansicht der Fachgesellschaft sollte die Strahlentherapie deshalb ein fester Bestandteil der Behandlung aller Betroffenen sein.

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