Brustkrebsrisiko - © dkfz.de
Brustkrebs

Brustkrebsangst: Vorbeugend operieren oder nicht?

9. Oktober 2014 Detlef Hoewing 0

Online-Umfrage „Entscheidungsfindung bei familiärer Belastung für Brust- und Eierstockkrebs Welche Gründe bewegen eine Frau, ihre gesunde Brust operativ abnehmen zu lassen? Die vorbeugende Entfernung der Brust als Vorsorgeoption bei erblichem Brustkrebs ist bekannt und wird nicht nur in Medizinerkreisen kontrovers diskutiert. Die betroffenen Frauen müssen sich über sehr komplexe medizinische Zusammenhänge informieren, um eine solch schwierige Entscheidung treffen zu können. Aber was geschieht wirklich? Reichen die Beratungen der Fachleute aus, welche Rolle spielen psychische Faktoren oder auch die finanzielle Belastungen? Ob und wie Frauen ausreichend Informationen bekommen, will eine Umfrage klären, die sich auf der Homepage des BRCA Netzwerkes abrufen lässt. Befragt werden gesunde oder bereits erkrankte Frauen, die eine familiäre Belastung für Brust- und Eierstockkrebs haben, einen Gentest durchführen ließen und sich für oder gegen eine Operation entschieden haben. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit sollen Parameter entwickelt werden, die künftige Betroffene bei ihrer Entscheidung über eine mögliche, tiefgreifende operative Veränderung ihres Körpers begleiten können. Eine erbliche Ursache wird für mindestens 25 Prozent der 72.000 Neuerkrankungen an Brustkrebs vermutet. Für eine vorbeugende Mastektomie entscheiden sich aktuell rund 30 Prozent der Frauen mit einer familiären Belastung für Brustkrebs. Zur Umfrage geht es hier: http://www.brca-netzwerk.de Das BRCA-Netzwerk – Hilfe bei familiärem Brust- […mehr lesen]

Krebssymbol - pixabay
Lungenkrebs

Mit Lungenkrebs in die Spezialklinik

19. April 2013 Detlef Hoewing 0

Sterblichkeit nach Eingriff in OP-Zentren halb so groß

München – In Kliniken, die jährlich mehr als 100 Patienten mit Lungenkrebs operieren, ist die Sterberate nahezu um die Hälfte geringer. Dies zeigen Daten des Statistischen Bundesamts. Lungenkrebs operativ zu entfernen ist häufig die einzige Chance, die Patienten zu heilen. Die aktuellen Ergebnisse belegen, dass die hochkomplexen Operationen an spezialisierten Behandlungszentren besser gelingen. Die Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT) fordert daher, die Eingriffe ausschließlich in dafür geeigneten Krankenhäusern durchzuführen. Deren Präsident erläutert auf einer Pressekonferenz im Rahmen des Chirurgenkongresses am 2. Mai 2013 in München die aktuellen Daten zu Lungenkrebsoperationen. Während des Kongresses diskutieren Chirurgen aller Fächer, inwiefern Mindestoperationszahlen die Versorgungsqualität verbessern.

In der Bundesrepublik Deutschland erkranken jährlich mehr als 45 000 Patienten neu an einem Lungentumor. Im Jahr 2010 haben Chirurgen mehr als 10 400 Lungenoperationen durchgeführt. „Eine Operation ist nur bei etwa 30 bis 40 Prozent der Patienten mit Lungenkrebs möglich“, erläutert Professor Dr. med. Bernward Passlick, der an der Universität Freiburg eine der größten Spezialkliniken für Thoraxchirurgie in Deutschland leitet. Wenn ein Eingriff möglich ist, sind die Behandlungschancen gut. „Etwa 70 bis 80 Prozent der Patienten, die wir im Frühstadium operieren, können geheilt werden“, sagt Passlick im Vorfeld der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) in München.

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Studienleiter Dr. Siegfried Shah (links) bei der Bildauswertung: Potenziell befallene Lymphknoten werden während der Operation mit einem Farbstoff und einer Spezialkamera sichtbar gemacht - © V. Daum / Bergmannsheil
Darmkrebs

Fortgeschrittenen Darmkrebs vor der Chemotherapie operieren? Chirurgen starten großangelegte Studie

20. April 2012 Detlef Hoewing 0

Berlin – Krebs des Dick- und Enddarms – das sogenannte kolorektale Karzinom – ist die zweithäufigste Krebserkrankung in den westlichen Ländern. Jährlich erkranken in Europa etwa 430 000 Menschen, und rund 200 000 sterben daran. Bis heute gibt es weltweit keine große Versorgungsstudie, die mögliche Vorteile der chirurgischen Therapie im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung untersucht. Diese Wissenslücke will das Studienzentrum der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (SDGC) mit der kürzlich gestarteten multizentrischen, klinischen SYNCHRONOUS- Studie schließen. Klinische Studien und Forschung in der Chirurgie sind ein Schwerpunktthema des 129. Chirurgenkongresses am 24.4.2012.

Die SYNCHRONOUS-Studie untersucht, ob das chirurgische Entfernen des Darmtumors vor einer Chemotherapie den Krankheitsverlauf günstig beeinflusst. Sie schließt Patienten mit fortgeschrittenem, unheilbarem Darmkrebs im Stadium IV ein, deren Darmgeschwulst bisher keine lokalen Komplikationen, wie etwa Darmverschluss oder Blutungen, verursacht. Unbehandelt beträgt die Lebenserwartung dieser Patienten im Schnitt zwölf Monate, mit einer medikamentösen Chemotherapie etwa 24 Monate. Es gibt Hinweise auf einen positiven Effekt, wenn der Tumor vor der Chemotherapie entfernt wird. Demgegenüber steht das Risiko von OP-Komplikationen. Außerdem verzögert sich durch den Eingriff der Beginn der Chemotherapie. An der Versorgungsstudie nehmen 80 Kliniken in ganz Deutschland teil. Die Patienten werden nach dem Zufallsprinzip einer der beiden Behandlungsgruppen zugeteilt. „Diese `Randomisierung´ ist notwendig, um eine möglichst hohe wissenschaftliche Aussagekraft der Studie zu garantieren“, so Professor. Dr. med. Jürgen Weitz, Studienleiter und leitender Oberarzt an der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg. Sie sei nur deshalb ethisch vertretbar, weil Ärzte keine Daten darüber hätten, welche Behandlungsstrategie wirksamer sei. Den Patienten der Gruppe I wird vor der Chemotherapie der Darmtumor entfernt, die Patienten der Gruppe II erhalten sofort die Chemotherapie. Die Patienten werden drei Jahre lang betreut und regelmäßig zu ihrem Gesundheitszustand und ihrer Lebensqualität befragt.

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Schematische Darstellung wie die Leber während der Behandlung vom restlichen Kreislauf abgekoppelt wird. - Quelle: Delcath
Forschung

Diagnose Lebertumor: Stammzellen verkürzen Wartezeit bis zur Leberresektion

29. Februar 2012 Detlef Hoewing 0

Sind Patienten an bösartigen Lebertumoren oder Lebermetastasen erkrankt, ist eine Leberresektion die derzeit einzig mögliche kurative Therapie. Oft jedoch ist das geplant verbleibende Leberrestvolumen zu klein, um den Patienten sofort operieren zu können. In solchen Fällen ist eine spezielle Vorbehandlung über mehrere Wochen nötig, mit der die verbleibende Restleber zum Wachstum angeregt wird. Einem Forscherteam um Prof. Dr. Jan Schulte am Esch und Prof. Dr. Wolfram Trudo Knoefel vom Universitätsklinikum Düsseldorf ist es nun erstmals gelungen, diese Wachstumszeit mit Hilfe von Stammzellen um die Hälfte zu verkürzen. Ihre Studie, an der auch Dr. Moritz Schmelzle, welcher inzwischen am Translationszentrum für Regenerative Medizin (TRM) Leipzig sowie am Universitätsklinikum Leipzig tätig ist, mitgewirkt hat, liefert die weltweit ersten Langzeitergebnisse einer therapeutischen Applikation von Stammzellen zur Steigerung der Leberregeneration. Sie wurde jetzt in der Fachzeitschrift Annals of Surgery veröffentlicht.

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Lymphknoten-Biopsie beim MCD - Quelle: AIDS Images Library
Gebärmutterhalskrebs

Lymphknoten erhaltend operieren

25. Juni 2008 Detlef Hoewing 0

Gebärmutterhalskrebs muss nicht zwangsweise die Entfernung der Lymphknoten bedeuten, wie eine Studie der Charité – Universitätsmedizin Berlin belegt. „Bei vielen Frauen genügt ein weit weniger komplizierter Eingriff“, sagt Prof. Achim Schneider MPH von der Klinik für Gynäkologie und gynäkologische Onkologie der Charité. „Die Leitlinien für Operationen müssen entsprechend geändert werden – wie es bei Brustkrebs und Melanomen bereits der Fall ist.“

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