Bei akuter myeloischer Leukämie vermehren sich unreife Blutzellen ungezügelt im Knochenmark. Foto: Andreas Neubauer
Leukämie

Ohne Chemotherapie gegen Blutkrebs

15. Juli 2013 Detlef Hoewing 0

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Freiburg an Erforschung neuer Therapie beteiligt – Veröffentlichung im New England Journal of Medicine

Im Rahmen einer groß angelegten Studie gelang es deutschen und italienischen Wissenschaftlern, eine seltene Unterform von Blutkrebs bei fast 100 Prozent der Patienten zu heilen – und das ganz ohne Chemotherapie.

Jährlich erkranken etwa 300 Menschen in Deutschland an Akuter Promyelozytärer Leukämie (APL). Der Erkrankung liegt ein fehlerhaftes Gen zugrunde, wodurch das krebsverursachende Fusionsprotein PML-RARα entsteht. Dieses Protein behindert die Weiterentwicklung der weißen Blutkörperchen, die das Knochenmark überschwemmen und die normale Blutbildung verdrängen. Die Folge sind Gerinnungsstörungen mit lebensgefährlichen Blutungen oder Blutgerinnseln. Bisher wird die APL mit einer Kombination aus Chemotherapie und dem Vitamin-A-Derivat All-trans Retinsäure (ATRA) behandelt, welches einen Teil des krebsverursachenden Gens gezielt abbaut. Auf diese Weise können bisher etwa 90 Prozent der APL-Patienten geheilt werden.

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