Eine natürliche Killerzelle (oben) trifft auf eine Krebszelle. Unter dem Mikroskop sehen die Forscher, dass das neu entdeckte Protein S10A6 (rot) an der Kontaktfläche vermehrt vorkommt. - Grafik: Maxi Scheiter/HZI
Forschung

Natürliche Killerzellen – die körpereigene Patrouille gegen Viren und Tumore

14. Januar 2013 Detlef Hoewing 0

Eine natürliche Killerzelle (oben) trifft auf eine Krebszelle. Unter dem Mikroskop sehen die Forscher, dass das neu entdeckte Protein S10A6 (rot) an der Kontaktfläche vermehrt vorkommt. - Grafik: Maxi Scheiter/HZIWissenschaftler am HZI haben erstmals die Gesamtheit aller Proteine in natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) gesunder Menschen untersucht. Das entdeckte „Protein-Repertoire“ zeigt, dass Immunzellen dieses Typs nicht nur eine akute Virusinfektion abwehren können, sondern auch langfristig Informationen über frühere Infektionen speichern. Die Forscher identifizierten neue Proteine, mit deren Hilfe sich der Zustand der NK- Zellen bestimmen lässt.

Die Erkenntnisse könnten die Grundlage für personalisierte Therapien verbessern. Das Immunsystem des Menschen hat sich auf vielfältige Weise spezialisiert, um effektiv gegen Krankheitserreger vorgehen zu können. Für die Bekämpfung von Viren und Tumorzellen sind unter anderem die NK-Zellen verantwortlich. Bewaffnet mit Kügelchen voller Enzyme, die geschädigte Zellen zum Platzen bringen können, patrouillieren die Wächter mit dem brutal klingenden Namen durch unseren Körper. Auf ein Signal hin feuern sie ihre Munition ab, nachdem sie eine spezielle Kontaktfläche zur anvisierten Zielzelle ausgebildet haben. Wie wir Menschen altern auch NK-Zellen und werden reifer. Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI), des Städtischen Klinikums Braunschweig und der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften haben untersucht, was sich in dabei in ihrem Inneren abspielt. Ihre Ergebnisse publizierten sie in der Fachzeitschrift Molecular & Cellular Proteomics.

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