Unter dem Rasterelektronenmikroskop: Hydrogel mit hoher Porendichte als mögliche Basis eines Prostata-Modells (Aufnahme: Dr. Friederike J. Gruhl, KIT)
Prostatakrebs

Prostatakrebs im Fokus

12. Januar 2015 Detlef Hoewing 0

Urologisch-onkologische Tagung in Magdeburg zu Diagnostik und Therapien des Prostatakarzinoms Der intensive Einsatz des Blutwerts PSA hat in den vergangenen drei Jahrzehnten die Anzahl festgestellter Prostatakrebserkrankungen massiv ansteigen lassen. Große, internationale Screening-Studien zeigten allerdings, dass es dabei nicht nur um akut lebensgefährliche Krankheiten geht, sondern dass auch sehr viele Patienten mit nur kleinen Krebsherden geringer Aggressivität mit der Diagnose konfrontiert werden. In solchen Fällen ist nicht unbedingt eine sofortige Radikal-Operation bzw. Bestrahlung der Prostata notwendig. Ungeachtet dessen werden diese Eingriffe sehr häufig durchgeführt. Dabei nehmen Patienten Nebenwirkungen und Spätfolgen wie Harninkontinenz und sexuelle Funktionsstörungen in Kauf. Am 16. und 17. Januar 2015 werden etwa 250 Ärzte aus der Bundesrepublik Deutschland auf einem Interdisziplinären Symposium in Magdeburg über moderne diagnostische und therapeutische Verfahren bei Prostatakrebs beraten. Neu sind organschonende Behandlungen des Karzinoms mit niedrigem und mittlerem Risiko, die deutlich weniger Nebenwirkungen als Therapien der ganzen Drüse versprechen. „Die aktuelle Studienlage zur sogenannten ‘Fokalen Therapie’ unter besonderer Berücksichtigung neuer Entwicklungen bei der Kernspintomografie und dem Ultraschall sowie neuer Therapieeinheiten wird ein Themenschwerpunkt unseres Symposiums sein“, so Tagungsleiter Professor Dr. Martin Schostak, Direktor der Magdeburger Universitätsklinik für Urologie und Kinderurologie, der zugleich den Arbeitskreis „Fokale Therapie“ der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) leitet. […mehr lesen]

Prof. Dr. med. Michael Stöckle - Quelle: Wahlers PR
DGU-Kongress 2013

65. Urologen-Kongress endete heute mit Appell zum differenzierten Einsatz des PSA-Testes

28. September 2013 Detlef Hoewing 0

Deutschlands Urologen und die europäischen urologischen Grundlagenforscher der EAU Section of Urological Research (ESUR) beendeten heute ihre gemeinsame Jahrestagung. Rund 7300 Teilnehmer aus aller Welt besuchten den 65. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) unter der Leitung von DGU-Präsident Prof. Dr. Michael Stöckle vom 25. bis 28. September 2013 in der Messe Dresden.

Wissenschaftsaustausch in allen Gebieten der Urologie stand in mehr als 100 Einzelveranstaltungen auf der Agenda. Dazu zählen Volkskrankheiten wie Harnsteinerkrankungen und die gutartige Vergrößerung der Prostata sowie urologische Krebserkrankungen der Prostata, der Blase, der Nieren und der Hoden. Letztere machen zusammen rund ein Viertel aller Krebserkrankungen in Deutschland aus.

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Prof. Dr. med. Michael Stöckle - Quelle: Wahlers PR
DGU-Kongress 2013

Fakten statt PSA-Bashing: Aktuelles zur PSA-Kontroverse

26. September 2013 Detlef Hoewing 0

Seit Jahren wird unter Urologen, mehr aber noch in den Publikumsmedien über den Stellenwert bzw. das Nutzen- Schaden-Verhältnis der PSA-gestützten Früherkennung des Prostatakarzinoms kontrovers diskutiert. Es ist eine unvermeidliche Nebenwirkung eines jeden Früherkennungsprogramms, dass Auffälligkeiten, Befunde und Krankheitsstadien entdeckt und oft auch behandelt werden, deren Nichtentdeckung und Nichtbehandlung den Betroffenen nicht geschadet hätten. Diese Schattenseiten eines jeden Früherkennungsprogramms werden unter den Stichworten Überdiagnostik und Übertherapie zusammengefasst. Das ist bei der PSA-gestützten Früherkennung des Prostatakarzinoms nicht anders als bei anderen Früherkennungsprogrammen, beispielsweise dem Mammographie-Screening.

Das Ausmaß von Überdiagnostik und Übertherapie lässt sich noch nicht abschließend quantifizieren, hierzu bräuchte man die Endergebnisse der europäischen PSA-Screening-Studie (ERSPC). Die ERSPC-Studie ist die einzige Studie weltweit, die in einigen Jahren zumindest annäherungsweise eine Quantifizierung des Nutzen-Schaden-Verhältnisses und des Problems von Überdiagnostik und Übertherapie erlauben wird. Von der ERSPC-Studie sind derzeit die Elf-Jahresdaten publiziert. Das bedeutet, dass die Studienteilnehmer, denen die PSA-gestützte Früherkennung entweder empfohlen oder nicht empfohlen war, seit elf Jahren unter Beobachtung stehen. Dies bedeutet andererseits aber nicht, dass die im Rahmen dieser Früherkennungsstudie nachgewiesenen Prostatakarzinome auch schon allesamt elf Jahre nachbeobachtet sind, weil viele Prostatakarzinome ja erst im Verlauf der Studie auffallen.

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Kongress - pixabay
DGU-Kongress 2013

Urologen läuten in Dresden neue Runde der PSA-Diskussion ein

13. Juni 2013 Detlef Hoewing 0

Dresden. Das Ziel ist hoch gesteckt: Deutschlands Urologen wollen die seit Jahren hitzige öffentliche Debatte um den sogenannten PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs in eine sachliche Diskussion überführen. Zu diesem Zweck veranstaltet die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) anlässlich ihrer 65. Jahrestagung in Dresden eine Expertenrunde auf höchster Ebene. DGU-Pressesprecherin Prof. Dr. Sabine Kliesch lädt die Medienvertreter ausdrücklich zu dem Öffentlichkeitsforum am 26. September 2013, 13.00 bis 14.45 Uhr in der Messe Dresden ein.

„Wir wollen die aufgeheizte Situation beruhigen und mithilfe hochrangiger Pro- und Contra-Vertreter eine neue Debatte über den adäquaten Umgang mit der PSA-gestützten Früherkennung des Prostatakarzinoms auf der Grundlage aktueller Erkenntnisse initiieren“, sagt DGU- und Kongresspräsident Prof. Dr. Michael Stöckle. Dazu gehöre es auch, jüngste Entwicklungen in den USA zu thematisieren, wo man von einer generellen Screening-Empfehlung für Männer zwischen 50 – 75 Jahren abgerückt ist. Die Dresdener Runde ist prominent besetzt und verspricht einen konstruktiven Diskurs: Vor Ort treffen die PSA-Kritiker Dr. Klaus Koch vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen und Dr. Bernhard Egger aus dem GKV-Spitzenverband auf die PSA-Befürworter Prof. Dr. Peter Albers, Urologe und Vizepräsident der Deutschen Krebsgesellschaft, und Prof. Dr. Franz Recker, Prostatakrebs-Experte aus der Schweiz. Der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe (BPS) ist mit seinem stellvertretenden Vorsitzenden, Paul Enders, vertreten. 

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CancerCheck-PSA Quelle: consile.de
Prostatakrebs

Nutzen des PSA-Test weiterhin unklar

18. Juli 2008 Detlef Hoewing 0

Die Konzentrationsmessung des prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blut wird in vielen Ländern als Methode zur Früherkennung von Prostatakrebs eingesetzt. Seit der Einführung dieser Untersuchung haben sich 4ng/ml als kritischer Wert der PSA-Konzentration herausgestellt. Eine genaue Definition des Grenzwertes ist jedoch problematisch: Ein Wert unter 4 ng/ml schließt noch keinen Tumor aus, eine höhere Konzentration kann auch bei einer gutartigen Veränderung der Prostata auftreten. Eine sichere Diagnose gelingt erst durch eine Gewebeprobe. Um den Nutzen des PSA-Screenings für den Patienten zu ermitteln, untersuchten Forscher der Universität Genf die durch Prostatakrebs bedingte Sterblichkeitsrate in 38 verschiedenen Ländern. Es zeigten sich drei Trends: In sieben Ländern sank die Sterberate auf ein Niveau, das niedriger war als vor der Einführung des Screening-Verfahrens. In weiteren 14 Ländern sank die Prostatakrebssterblichkeit ebenfalls, jedoch nicht unter das Niveau vor der Einführung des PSA-Tests. In den verbliebenen 17 Ländern nahm die Sterberate trotz des PSA-Screenings zu. Ob die gesunkene Sterberate tatsächlich auf das PSA-Screening oder eher auf eine bessere Krebstherapie zurückzuführen ist, ist noch nicht klar. Weitere Studien aus den USA und Europa, die mehr als 220 000 Patientendaten umfassen, sollen weitere Ergebnisse liefern.

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Kongress - pixabay
Krebsthemen

Drei Themen: PSA, Inkontinenz und neue OP-Techniken

21. September 2005 Detlef Hoewing 0

Der diesjährige 57. Kongress der Deutschen Urologen beschäftigt sich vom 21.-24. September 2005  unter anderen mit den großen Themen der Urologie: Harninkontinenz, PSA-Testung zur Früherkennung des Prostatakrebs beim Mann, neue Operationstechniken in der Urologie und der zukünftigen Gesundheitspolitik.

Zur Prostata-Früherkennung mittels PSA-Test, sagte Prof. Dr. Detlef Frohneberg, zum Auftakt des Kongresses:
„Der PSA-Test ist in Deutschland hochumstritten, obwohl eine rechtzeitige Erkennung des Prostatakrebs ohne Ihn nicht möglich ist. Eindeutige Zahlen über seine Wirksamkeit wird es leider erst ab 2008 geben. Es ist trotzdem ein Unding, dass er bisher als einzig sinnvolle Früherkennungs- Maßnahme von den Krankenkassen ignoriert wird.“

Mit jährlich 40.000 neuen Fällen in Deutschland ist der Prostatakrebs die zweithäufigste Todesursache des Mannes. Dies liegt auch daran, dass Prostatatumoren bereits früh Metastasen bilden. Obwohl in einem frühen Stadium erkannt, der Prostatakrebs gute Heilungschancen hat, sterben etwa 50% der Patienten daran, weil er zu spät erkannt wird.

Frohneberg weiter:“ Während in Deutschland etwa 30% der Patienten bereits mit einem fortgeschrittenen Prostatakrebs in die Kliniken kommen, sind es in den USA lediglich 3%. Dieser eklatante Unterschied kommt dadurch Zustande, dass seit 13 Jahren in den Vereinigten Staaten ein PSA-Screening bei Männern durchgeführt wird.“

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Legende: Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme einer Lungenmetastase: Tumorzellen (grün) formen solide Tumorknoten, die in engem Kontakt mit umgebenden Kapillaren (rot) stehen. Die wechselseitige Kommunikation zwischen Tumorzellen und Endothelzellen ermöglicht das Wachstum von Metastasen. Endothelzellen können das Tumorwachstum dabei aktiv fördern. - Quelle: Oliver Meckes (Eye of Science) / H. Augustin (DKFZ)
dkfz

Neuer Diagnoseansatz für Prostatakrebs

4. August 2005 Detlef Hoewing 0

Einfach und zuverlässig sollen Früherkennungsmaßnahmen bei Krebs sein. Im Fall des Prostatakarzinoms scheint das Protein S100A9 dem Prostata- spezifischen Antigen (PSA) als diagnostischer Marker ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen zu sein. Dies schreibt Alexander Hermani vom Deutschen Krebsforschungszentrum gemeinsam mit weiteren Forschern in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift Clinical Cancer Research*.

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Kongress - pixabay
Prostatakrebs

digital-rektale Untersuchung

23. März 2005 Detlef Hoewing 0

22.03.2005 – ISTANBUL (MedCon) – Derzeit wird nach einem interdisziplinären Konsens eine jährliche Früherkennungsuntersuchung mit Hilfe der digital-rektalen Untersuchung (DRU) und der Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA) bei allen Männern ab dem 50. Lebensjahr empfohlen. Welchen Stellenwert die beiden Untersuchungsverfahren in der Praxis haben, wurde von Dr. med. Pia Bader und Kollegen aus der Arbeitsgruppe von Professor Dr. Detlef Frohneberg vom Städtischen Klinikum Karlsruhe evaluiert. Dabei sollte auch die Frage angesprochen werden, ob ein Prostatakarzinom mit einem niedrigen PSA-Wert wirklich ein „harmloser Tumor“ ist.

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Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt - Quelle: ddp
Prostatakrebs

Offener Brief: Urologen fordern Stellungnahme von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt

2. März 2005 Detlef Hoewing 0

Zum wiederholten Male hat Ministerberater Dr. Karl Lauterbach durch umstrittene Äußerungen in der Öffentlichkeit die Diskussion um den PSA-Test auf eine unsachliche Ebene gelenkt. Als Reaktion darauf haben jetzt der Berufsverband der Urologen (BDU) und die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) einen Offenen Brief an das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung verfasst.

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Krankenkassen - pixabay
Prostatakrebs

PSA-Diskussion

18. Februar 2005 Detlef Hoewing 0

In der Diskussion um den PSA-Test sorgt jetzt die Wiederveröffentlichung einer alten Broschüre des Medizinischen Dienstes der Spitzenverbände der Krankenkassen e. V. (MDS) erneut für Schlagzeilen. Schon bei ihrer ersten Veröffentlichung, im April 2001, sahen sich die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) und der Berufsverband der Deutschen Urologen (BDU) zu einer kritischen Stellungnahme veranlasst:

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